Netflix möchte bessere Produktionen schaffen, aber es hat nicht vor, um die Kinosäle zu kämpfen.

Netflix hat die Zuschauer im Laufe der Jahre an eine enorme Anzahl von Filmneuvorstellungen jedes Jahr gewöhnt. Jetzt kündigt das Unternehmen jedoch einen Wechsel in der Strategie an. Der neue Leiter der Filmabteilung, Dan Lin, möchte die Anzahl der Produktionen reduzieren und gleichzeitig deren Qualität und kommerzielles Potenzial erhöhen. Gleichzeitig beabsichtigt die Plattform nicht, den Weg traditioneller Filmstudios zu gehen und konzentriert sich weiterhin in erster Linie auf das Streaming. Außergewöhnliche Filmpremieren sollen die Ausnahme und nicht der neue Standard bleiben.

Netflix möchte auf Qualität statt Quantität setzen

Über viele Jahre hinweg hat Netflix seine Position unter anderem durch die enorme Anzahl neuer Filme, die jährlich auf die Plattform kommen, gestärkt. Diese Strategie hat Millionen von Abonnenten angezogen, führte jedoch oft zu einem ungleichen Produktionsniveau. Dan Lin ist der Meinung, dass es Zeit für eine größere Auswahl an Projekten ist. Laut den neuen Vorgaben soll die Plattform weniger Mittel in eine größere Anzahl durchschnittlicher Produktionen investieren und stattdessen den Fokus auf Titel mit höherem Potenzial legen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Aktivitäten radikal eingeschränkt werden. Innerhalb von zwei Jahren hat Lin die Finanzierung mehrerer Dutzend neuer Filme genehmigt, was immer noch eine deutlich höhere Zahl ist als bei traditionellen Hollywood-Studios. Der Unterschied liegt im größeren Fokus auf die qualitative Kohärenz des Katalogs. Netflix möchte den Zuschauern mehr Produktionen liefern, die das Potenzial haben, große Ereignisse zu werden. Zu den kommenden Projekten gehören unter anderem hochbudgetierte Filme mit bekannten Schauspielern sowie neue Produktionen, die von anerkannten Kreativen vorbereitet werden. Das Unternehmen legt auch Wert auf einen rigoroseren Ansatz bei der Besetzung. Laut Informationen aus der Branche sollen Castingentscheidungen in erster Linie auf den schauspielerischen Fähigkeiten und nicht auf der Popularität des Namens basieren. Dies ist ein Element einer umfassenderen Strategie zur Verbesserung der Wahrnehmung von Netflix-Produktionen bei Zuschauern und Kritikern. Die Plattform hofft, dass ein selektiverer Ansatz zu besseren Ergebnissen und größerem Interesse an Premieren führen wird.

Kinos werden eine Ausnahme bleiben und kein neuer Entwicklungsweg

Obwohl Netflix in letzter Zeit einigen untypischen Kinopremieren zugestimmt hat, beabsichtigt das Unternehmen, sein Geschäftsmodell nicht zu ändern. Die Entscheidung, dem Film aus der Narnia-Serie ein langes Exklusivfenster für Kinos zu gewähren, fand große Beachtung. Ein ähnliches Vorgehen wurde auch bei mehreren anderen prestigeträchtigen Produktionen angewandt. In Hollywood wurde dies als Signal für eine mögliche Annäherung von Netflix an das traditionelle Vertriebsmodell wahrgenommen. Dan Lin entschied sich jedoch, diese Spekulationen auszuräumen. Der neue Leiter der Filmabteilung betont, dass das Hauptziel der Plattform darin besteht, Inhalte direkt an Abonnenten zu liefern. Seiner Meinung nach ziehen einige Regisseure und Produzenten nach wie vor klassische Kinopremieren vor, jedoch plant Netflix nicht, seine gesamte Strategie an solche Erwartungen anzupassen. Das bedeutet, dass die Zusammenarbeit mit Kreativen, die eine breite Kinoverteilung benötigen, eingeschränkt sein könnte. Die Plattform möchte weiterhin ihren Vorteil durch schnellen Zugang zu neuen Produktionen für Abonnenten ausbauen. Ausnahmen werden nur in Fällen von Projekten gemacht, die als besonders wichtig erachtet werden. Dieser Ansatz ermöglicht es Netflix, seine Identität als Streamingdienst beizubehalten und gleichzeitig gelegentlich von den Vorteilen einer Präsenz in Kinos zu profitieren. Alles deutet darauf hin, dass die nächsten Jahre keine Revolution in der Verbreitung von Filmen durch die Plattform mit sich bringen werden.

Netflix tritt in eine neue Phase der Entwicklung seines Filmangebots ein. Das Unternehmen plant, die Anzahl der Produktionen zu reduzieren und sich auf die Verbesserung ihrer Qualität zu konzentrieren, während es sich gleichzeitig dem Streaming-Modell treu bleibt. Obwohl einige Filme in die Kinos kommen werden, werden dies eher einzelne Ausnahmen als der Beginn einer größeren strategischen Veränderung sein. Für die Abonnenten bedeutet dies wahrscheinlich weniger Premieren, aber eine größere Chance auf ausgefeiltere und ambitioniertere Produktionen.

Quelle: flatpanelshd

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