Available screen sizes:
Complete the survey to find out the result
Panel type: LCD VA Refresh rate: 170Hz Brand: HISENSE Resolution: 3840x2160 System: VIDAA Model year: 2026
RGB Mini LED ist eines der prominentesten Schlagwörter in der Welt der Fernseher im Jahr 2026. Eines der ersten Modelle, das diese Technologie einsetzt, ist der Hisense UR9S, das neue Flaggschiff des Herstellers. Theoretisch sollen separate rote, grüne und blaue LEDs für höhere Helligkeit und noch bessere Farben sorgen. Wir haben jedoch vor allem geprüft, wie sich dieser Fernseher in der Praxis schlägt und ob RGB Mini LED tatsächlich mehr bietet als eine klassische Hintergrundbeleuchtung mit Mini-LEDs.
8.4
Overall rating
Hisense UR9S ist ohne Zweifel eine der interessantesten Premieren dieses Jahres, wenn auch nicht unbedingt aus den Gründen, die der Hersteller am stärksten betont. Die erste RGB-Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung in der Geschichte der Marke und dieser Serie beeindruckt zwar in Messungen, in der Praxis überzeugt der Fernseher aber vor allem dadurch, dass er einfach gut ausgearbeitet ist. Man sieht, dass Hisense Lehren aus früheren Modellen gezogen und Dinge verbessert hat, die beim täglichen Sehen wirklich Bedeutung haben. Die RGB-Mini-LED-Technik an sich hat großes Potenzial, ist im Moment aber noch kein Grund, gerade dieses Modell zu kaufen. Bei realen Filmen und Serien ist der Vorsprung der neuen Technik nicht so deutlich, wie es die Ergebnisse auf Testtafeln suggerieren könnten. Vielleicht zeigen kommende Generationen deutlich mehr, doch heute betrachten wir das eher als eine interessante Entwicklungsrichtung denn als eine echte Revolution. Der UR9S überzeugt vor allem durch seine Vielseitigkeit. Er liefert sehr gute Schwarzdarstellung (für ein LCD), verarbeitet schwächeres Material souverän und bietet umfangreiche Funktionen sowohl für normales Fernsehen als auch fürs Gaming. Außerdem hat er einige Features, die der Konkurrenz fehlen, etwa USB-C mit DisplayPort-Unterstützung oder sehr hohe Bildwiederholraten des Panels für PC-Spieler. Lohnt es sich, sich dafür zu interessieren? Unserer Meinung nach ja, besonders wenn man nach einem Flaggschiff-LCD-Fernseher sucht. Nicht weil er eine RGB-Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung nutzt, sondern weil er ein sehr guter, vielseitiger und einfach im Alltag angenehmer Fernseher ist.
Hohe HDR- und SDR-Helligkeit
Sehr gute Schwarzwerte und hoher Kontrast für einen LCD-Fernseher
Hervorragende Bildverarbeitung und Hochskalierung schwächerer Inhalte (Pentonic 800)
Mattierte Beschichtung, die Reflexionen wirkungsvoll reduziert
Umfangreiche Funktionen für Gamer (170/180 Hz, VRR, FreeSync, G-Sync, HDMI 2.1)
Geringer Input-Lag
USB-C-Anschluss mit DisplayPort-Unterstützung
Unterstützung für Dolby Atmos und DTS
Gutes Audiosystem für einen Fernseher
Reibungslos funktionierendes HomeOS (VIDAA)
Bequeme Fernbedienung mit Hintergrundbeleuchtung, Solarpanel und per USB-C-Kabel aufladbar
Bei Filmen wird das volle Potenzial der RGB-Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung nicht immer ausgeschöpft
Die HDR-Bildhelligkeit weicht von der Intention des Regisseurs ab
Keine korrekte Implementierung von HGiG (Funktion für Gamer)
Es fehlen einige wichtige Apps
Movies and series in UHD quality
7.9
Classic TV, YouTube
7.9
Sports broadcasts (TV and apps)
7.6
Gaming on console
8.4
TV as a computer monitor
8.4
Watching in bright light
9.9
Utility functions
9.4
Apps
8.3
Sound quality
7.8
Complete the survey to find out what fits your preferences
HDMI inputs: 0 x HDMI 2.0, 3 x HDMI 2.1 (48Gbps) Outputs: Toslink (Optical audio), eARC (HDMI), ARC (HDMI) Network Interfaces: Wi-Fi 2.4GHz, Wi-Fi 5GHz, Ethernet (LAN) 100Mbps
Build quality: Premium
Stand type: Central
Bezel color: Silver
Stand: Height adjustment
Flat design: Yes
Accessories: Stand
Der Hisense UR9S erinnert in seinem Aussehen stark an die letztjährigen Flaggschiffmodelle der Marke. Erneut wurde hier ein solider Metallfuß verwendet, der zentral unter dem Bildschirm angebracht ist, sodass sich der Fernseher problemlos auch auf einer schmaleren TV-Konsole aufstellen lässt. Dessen Höhe ist verstellbar, sodass die meisten Soundbars unter den Bildschirm passen, ohne das Bild zu verdecken. Der Fernseher selbst ist über die gesamte Gehäusefläche etwa 4 cm dick. Er gehört also nicht zu den schlanksten Modellen auf dem Markt, wirkt an der Wand aufgehängt dank der flachen Rückseite aber ästhetisch und fällt nicht so stark auf wie Fernseher mit deutlich verdicktem unterem Gehäuseteil.
Select size:
8.5/10
Local dimming function: Yes, number of zones: 1056 (24 x 44)
Result
411,100:1
Result
152,050:1
Result
38,100:1
Result
28,450:1
Result
14,700:1
Visibility of details in the lights:
Die 65‑Zoll‑Version des Hisense UR9S verfügt über 1056 Local‑Dimming‑Zonen. Das ist immer noch eine ganze Menge, wenn auch weniger als beim Vorjahresmodell U8Q mit klassischer QD‑Mini‑LED‑Hintergrundbeleuchtung. Die reine Anzahl der Zonen entscheidet jedoch nicht über die Schwarzqualität, denn ebenso wichtig ist, wie der Fernseher sie steuert. Trotz der geringeren Anzahl an Zonen erzielt der UR9S diesbezüglich ein vergleichbares Niveau. Der von uns gemessene Kontrast war in den meisten Szenen sehr hoch und erreichte sechsstellige Werte. Dadurch wirkt Schwarz tief und das Bild behält eine gute Tiefenwirkung. Natürlich kann bei jedem Mini‑LED‑Fernseher um helle Elemente auf dunklem Hintergrund ein Halo‑Effekt auftreten, wodurch der Kontrast an solchen Stellen deutlich geringer ist. Beim UR9S wirkt der Leuchthof jedoch nicht so unnatürlich wie bei klassischen Mini‑LED‑Panels. Oft nimmt der Leuchthof die Farbe des dargestellten Objekts an: Erscheint auf dem Bildschirm ein kleines farbiges Element, leuchtet die Hintergrundbeleuchtung in diesem Bereich in einer ähnlichen Farbe, anstatt den typischen weißen Schimmer zu erzeugen. Natürlich ist das kein Fernseher, der bei Schwarz mit einem OLED mithalten kann. Dennoch gehört der UR9S mit Sicherheit zu den besseren LCD‑Fernsehern in dieser Klasse.
Halo effect and black detail visibility:
6.8/10
Supported formats: HDR10, HDR10+, Dolby Vision, Dolby Vision IQ, HLG
Luminance measurements in HDR:
Result
1704 nit
Result
385 nit
Result
845 nit
Result
291 nit
Result
1719 nit
Der Hisense UR9S ist ohne Zweifel eine Demonstration der Leistungsfähigkeit des chinesischen Herstellers im Bereich der Spitzenhelligkeit. In synthetischen HDR-Testmustern erreichte das Panel beeindruckende 2.600 Nits. Dabei sollte man jedoch klar zwischen Laborwerten und der Darstellung realer Filminhalte unterscheiden. In der Praxis arbeitet der UR9S deutlich zurückhaltender. In ausgewogenen HDR-Szenen liegt die Spitzenhelligkeit bei etwa 1.500 Nits. In anspruchsvollen, dunklen Szenen – in denen der Fernseher gleichzeitig tiefe Schwarzwerte bewahren und kleine helle Bilddetails präzise darstellen muss – kann die Helligkeit jedoch deutlich sinken, teilweise auf rund 400 Nits. Die Diskrepanz zwischen den Messergebnissen und der tatsächlichen Wiedergabe ist daher erheblich.
Dieses Verhalten ist eine direkte Folge des konservativ abgestimmten Local-Dimming-Algorithmus. Befindet sich ein helles Objekt auf einem großen Teil des Bildschirms, kann die Hintergrundbeleuchtung problemlos eine sehr hohe Leuchtdichte aufrechterhalten. In dunklen Szenen liegt die Priorität hingegen auf tiefen Schwarzwerten und der Reduzierung von Blooming (unerwünschte Lichthöfe um helle Objekte). Um den Kontrast zu erhalten, reduziert der Fernseher seine Lichtleistung deutlich. Dennoch liefert der UR9S einen sehr eindrucksvollen HDR-Effekt, der besonders in hellen und spektakulären Szenen überzeugen kann.
In synthetischen Messungen erzielt der Hisense UR9S hervorragende Ergebnisse bei der Farbdarstellung. Er deckt nahezu 100 % des DCI-P3-Farbraums sowie 93 % des BT.2020-Farbraums ab – Werte, die selbst die besten QD-OLED-Fernseher kaum erreichen. Doch auch hier gilt: Laborwerte und die Darstellung realer Inhalte sind nicht dasselbe. In Filmszenen sank die effektive Farbraumabdeckung auf 93 % DCI-P3 und 81 % BT.2020. Das sind weiterhin ausgezeichnete Ergebnisse, allerdings fällt der Vorsprung der RGB Mini LED-Technologie in der Praxis deutlich geringer aus, als es Marketingmaterialien vermuten lassen. Man könnte sogar sagen, dass ihre tatsächliche Leistung inzwischen sehr nahe an hochwertigen Quantum-Dot-LCD-Fernsehern (QLED) liegt.
Warum ist das so? Der Hauptgrund liegt in der Arbeitsweise des Local-Dimming-Systems. Befindet sich eine stark gesättigte Farbe direkt neben Weiß oder anderen komplexen Bildelementen, muss eine einzelne Dimming-Zone beide Bildbereiche gleichzeitig wiedergeben. Unter diesen Bedingungen kann die Hintergrundbeleuchtung die maximale Farbsättigung nicht aufrechterhalten, da das emittierte Licht gleichzeitig hellere und weniger gesättigte Bildanteile darstellen muss und dadurch einen stärker weißlichen Charakter annimmt. Hisense hat dieses Verhalten beim UR9S zwar sehr gut optimiert, jedoch nicht so weit, dass der Fernseher seine maximale Farbsättigung in jeder HDR-Szene konstant halten kann.
BT.2020 color gamut coverage and primary color luminance
| Data set | BT.2020 [%] | P3 [%] | R [%] | G [%] | B [%] |
|---|---|---|---|---|---|
| Synthetic patterns | 92.9 | 99.2 | 71.6 | 77.5 | 32.8 |
| Film measurements | 81.1 | 93.8 | 74.7 | 74.9 | 73.5 |
Arithmetic means of BT.2020 and P3 gamut coverage and the luminance of the primary colors (red, green, blue) as a % of target.
Scene from the movie “Pan” (about 2800 nits)
Scene from the movie “Billy Lynn” (about 1100 nits)
Allein Helligkeitsmessungen sagen noch nicht alles über die Bildqualität. Deshalb haben wir auch geprüft, wie sich der Hisense UR9S mit Material mit 1000 bzw. 4000 Nits schlägt. Bei Filmen, die auf 1000 Nits gemastert wurden, etwa dieser Szene aus Billy Lynn, schlägt sich der Fernseher hervorragend: Er holt aus dem Quellmaterial praktisch das Maximum und bewahrt einen recht guten Ausgleich zwischen Kontrast und Details in den hellsten Bildpartien. Eine größere Herausforderung für den UR9S sind Inhalte, die für 4000 Nits vorbereitet wurden. Da das Panel solche Werte nicht erreicht, wird das Tone Mapping entscheidend. Beim UR9S funktioniert es ziemlich gut, doch in den hellsten Bildbereichen ist zu sehen, dass einige Details bereits vereinfacht werden. Es bleibt dennoch ein sehr guter Eindruck, aber der Fernseher kann nicht alle im Quellmaterial enthaltenen Informationen wiedergeben. Im Großen und Ganzen wird die überwältigende Mehrheit der HDR-Inhalte auf Streaming-Plattformen auf diesem Modell ausgezeichnet aussehen. Erst die anspruchsvollsten Inhalte, die auf 4000 Nits gemastert sind, zeigen die Grenzen des Fernsehers, die vor allem aus seiner maximalen Helligkeit und der Art des Tone Mapping resultieren.
HDR luminance chart:
Wie wir im vorigen Kapitel gezeigt haben, hängt die Wirksamkeit des Tonemapping beim Hisense UR9S weitgehend von der Helligkeit der jeweiligen Szene ab. Bei den meisten Inhalten schlägt sich der Fernseher sehr gut, doch in den anspruchsvollsten Aufnahmen zeigen sich bereits gewisse Grenzen bei der Wiedergabe der hellsten Details. Ein gutes Beispiel ist eine Testszene mit Pferden auf einer verschneiten Lichtung. Im Standardformat HDR10 gehen teilweise Details in den weißen Bereichen leicht verloren. Gerade in solchen Momenten liegen Formate mit dynamischen Metadaten wie Dolby Vision im Vorteil. Anstatt starrer Einstellungen für den ganzen Film erhält der Fernseher präzise Anweisungen für jede Szene und sogar für einzelne Bilder. Dadurch können die Algorithmen die verfügbare Helligkeit deutlich besser steuern und wissen, welche Bildelemente Priorität haben. In der Praxis sind die Unterschiede nicht dramatisch, aber leicht zu erkennen. In den schwierigsten Aufnahmen kann Dolby Vision mehr Details aus den hellen Partien herausholen, wodurch das Bild naturgetreuer wirkt. Das beweist, dass selbst ein so helles Panel wie das des Hisense UR9S durch dynamische Metadaten tatsächlich profitieren kann.
Static HDR10
Dynamic: Dolby Vision
5.1/10
Den Hisense UR9S haben wir im Filmmaker Mode getestet, der ab Werk die beste Bildwiedergabe bietet. Bei HDR-Inhalten schnitt der Fernseher diesbezüglich ganz gut ab. Der Weißabgleich wies keine großen Fehler auf, und die Helligkeitscharakteristik, obwohl sie den für Hisense typischen Verlauf zeigte, wurde auf einem vernünftigen Niveau gehalten. Das Bild war also weder übermäßig aufgehellt noch deutlich farblich verzerrt. Deutlich schlechter schnitt derselbe Modus bei SDR-Inhalten ab, also bei Inhalten, die wir am häufigsten ansehen, wie Fernsehen oder YouTube. Der Weißabgleich war stark zugunsten von Rot und Blau verschoben, weshalb das Bild einen leicht rosafarbenen Ton annahm. Das wirkte sich auch auf den Gammaverlauf aus. Statt sich dem Referenzwert 2,4 zu nähern, lag er näher bei 2,0, wodurch das Bild zu hell wirkte, besonders in mittleren und dunkleren Bereichen. Der Filmmaker Mode bleibt also die beste Wahl direkt nach dem Auspacken, ist aber nicht frei von Fehlern.
8/10
Nach der Kalibrierung gelang die größte Verbesserung im SDR-Modus, obwohl wir auch das HDR-Bild verfeinert haben. Hisense bietet im Menü wirklich viele Kalibrierungsoptionen, sodass wir den Weißabgleich und andere Bildfehler genau korrigieren konnten. Die wichtigste Änderung war das Entfernen des rosa Farbstichs, der zuvor in SDR-Inhalten deutlich sichtbar war. Nach der Kalibrierung wirkt das Bild deutlich natürlicher, besonders bei Alltagsinhalten wie Fernsehen oder YouTube.
Die Farbwiedergabefehler auf der ColorChecker-Tafel sind nach der Kalibrierung wirklich gering. Die überwiegende Mehrheit der Farben liegt unter Werten von 2–3, also auf einem Niveau, das vom menschlichen Auge nur sehr schwer wahrnehmbar ist. Das Einzige, was sich nicht vollständig eliminieren ließ, ist die für Hisense-Fernseher typische Art des Tonemappings im HDR. Sie beeinflusst, wie die Helligkeit in Filmen verteilt wird, und kann das Bild leicht „verschönern“, anstatt sich strikt an die Intention der Macher zu halten. Für weniger erfahrene Zuschauer kann das einen stärkeren Wow‑Effekt erzeugen, entspricht aber nicht immer vollständig dem, wie das Material aussehen sollte.
9.4/10
Was die Gleichmäßigkeit tonaler Übergänge angeht, schneidet der Hisense UR9S sehr gut ab. Bei hochwertigen Inhalten, wie Filmen von Ultra‑HD‑Blu‑ray‑Discs oder Streaming‑Diensten, sind die Übergänge zwischen den Farbtönen fließend und es ist keine ausgeprägte Posterisation zu erkennen. Gelegentlich lassen sich kleine Unvollkommenheiten feststellen, hauptsächlich bei Dolby‑Vision‑Material, sie sind jedoch so gering, dass sie beim normalen Sehen kaum als echtes Problem gelten.
8/10
Smooth transition function
Image without overscan on the SD signal
Seit zwei Jahren gehört die digitale Bildverarbeitung zu den Stärken der Hisense-Fernseher, und beim UR9S ist das nicht anders. Der Hersteller setzt dafür den Hi-View AI Engine RGB-Prozessor ein, der in der Praxis auf der bekannten MediaTek Pentonic 800-Plattform basiert, die bereits unter anderem im Modell U8Q verwendet wurde. Der Fernseher meistert das Hochskalieren niedrigauflösender Inhalte auf 4K sowie Inhalte mit niedriger Bitrate sehr gut, bei denen durch Kompression leicht Artefakte entstehen. Dank einer Funktion namens "Glattes und verlaufendes Bild" bleibt das Bild detailliert, wirkt aber nicht übermäßig geschärft oder künstlich geglättet. Beim Anschauen normalen Fernsehens oder älterer Inhalte in niedriger Qualität holt der UR9S wirklich viel aus dem Material heraus. In puncto digitaler Bildverarbeitung ist dies einer der am besten ausgearbeiteten LCD-Fernseher, die wir testen konnten.
7.9/10
Maximum refresh rate of the panel: 170Hz
Film motion smoothing option: Yes
Blur reduction option: Yes
BFI function 60Hz: Yes, 120Hz (double contours)
BFI function 120Hz: Yes, 240Hz (double contours)
Brightness drop with BFI: 71%
Der Hisense UR9S ist einer der ersten Fernseher auf dem Markt mit einem 4K-Panel und einer Bildwiederholrate von 170 Hz. In den größeren Varianten, also 75 und 85 Zoll, steigt dieser Wert sogar auf 180 Hz. Eine so hohe Bildwiederholrate ist jedoch vor allem für Besitzer sehr leistungsstarker Computer relevant. Filme und Serien schauen wir weiterhin meist mit 24 Bilder/s, Sportübertragungen mit 50 Bilder/s, daher sind im Alltag die Reaktionszeit des Panels und das Verhalten der Bewegungsinterpolation wichtiger. In dieser Hinsicht schneidet der UR9S sehr gut ab. Die Nachzieheffekte des Panels sind gering, wie auch unser UFO-Test bestätigt hat. Hinter bewegten Objekten zeigt sich keine ausgeprägte Bewegungsunschärfe, sodass das Bild selbst in schnellen Szenen gut erkennbar bleibt.
Blur (native resolution, maximum refresh rate):
Blur (BFI function enabled):
Blur (1080P@330Hz):
Der Fernseher verfügt außerdem über ein System zur Bewegungsverbesserung mit zwei Schiebereglern. Der erste Regler sorgt für die Flüssigkeit von Aufnahmen mit 24 Bildern/s und ermöglicht die Wahl zwischen einem kinoreiferen Bewegungsbild und stärkerer Glättung. Der zweite Regler reduziert Bewegungsunschärfe; unserer Meinung nach sollte man ihn auf den Maximalwert stellen. Es gibt außerdem einen ClearMotion-Modus, der die Schärfe bewegter Bilder durch gezieltes Pulsieren der Hintergrundbeleuchtung verbessert. Das ist vor allem beim Sportsehen nützlich. Der Fernseher erlaubt dann, die vollen 170 oder 180 Hz zur zusätzlichen Bildglättung zu nutzen, allerdings geschieht dies auf Kosten der vertikalen Auflösung. Deshalb würden wir diese Funktion eher als Kuriosität denn als Modus für den täglichen Gebrauch betrachten.
8.5/10
Der Hisense UR9S ist sehr gut zum Spielen geeignet. Alle drei HDMI-Anschlüsse unterstützen den Standard 2.1 und bieten die volle Bandbreite von 48 Gbit/s. Der Fernseher gibt 4K bei 170 Hz wieder, bei größeren Bildschirmdiagonalen sogar 180 Hz. Hinzu kommen VRR, ALLM, NVIDIA G-Sync und AMD FreeSync, sodass es bei den grundlegenden Funktionen kaum Anlass zu Kritik gibt. PC-Spieler können zusätzlich den DLG-Modus aktivieren. Bei Umstellung der Auflösung auf Full HD kann die Bildwiederholrate auf bis zu 330 Hz ansteigen. Das ist eher eine Option für eine kleine Nutzergruppe, zeigt aber, welchen großen Spielraum das verwendete Panel bietet. Hisense hat außerdem eine Game Bar hinzugefügt, mit der man schnell die wichtigsten Einstellungen ändern, die Bildwiederholrate prüfen oder Fadenkreuz und Vergrößerung der Minimap aktivieren kann.
Der größte Nachteil bleibt das nicht korrekt funktionierende HGiG. Der Fernseher nutzt weiterhin sein eigenes Tone Mapping, wodurch die HDR-Einstellung an der Konsole etwas erschwert wird. In unserem Fall funktionierten Werte um 1500 bis 2000 Nits am besten, aber es lohnt sich, einfach auszuprobieren, bei welcher Einstellung die hellsten Bildbereiche noch alle Details behalten.
9.5/10
Der Hisense UR9S kann sich auch einer sehr geringen Eingabeverzögerung rühmen. Bei einem 4K-Signal mit 120 Hz liegt der Input-Lag bei nur etwa 10 ms, was bedeutet, dass die Reaktion auf Bewegungen der Analogsticks sofort erfolgt. Das ist ein Niveau, das sowohl Gelegenheitsspielern als auch Enthusiasten actionreicher Online-Gefechte mühelos genügt. Etwas höhere Werte stellten wir nach Aktivierung von Dolby Vision auf der Xbox fest. In diesem Szenario steigt die Verzögerung auf rund 20 ms. Das ist jedoch weiterhin so gering, dass es den Spielkomfort nicht negativ beeinflusst und während des Spielens praktisch unbemerkt bleibt.
| SDR | HDR | Dolby Vision |
|---|---|---|
| 1080p60: 19 ms | 2160p60: 15 ms | 2160p60 DV: 35 ms |
| 1080p120: 10 ms | 2160p120: 9 ms | 2160p120 DV: 19 ms |
| 2160p60: 18 ms | ||
| 2160p120: 10 ms |
8.4/10
Chroma 444 (max. resolution and refresh rate): Yes
Font clarity: Good
Readability of dark text and shapes: Average
Input lag in PC mode (4K, max. refresh rate): 9ms
Matrix subpixel arrangement: BGR
Max refresh rate: 170Hz
G-Sync: Yes
Die Zusammenarbeit mit dem PC fällt insgesamt sehr gut aus, vor allem dank der vollständigen Unterstützung für Gaming-Technologien. Die bereits erwähnten Systeme G-Sync und FreeSync funktionieren einwandfrei, und PC-Spieler werden die Möglichkeit schätzen, höhere Bildwiederholfrequenzen des Panels nativ zu nutzen. Beim typischen Arbeiten mit Textdokumenten zeigt das Panel jedoch leichte Schwächen. Zwar unterstützt der Fernseher problemlos die Chrominanzabtastung 4:4:4, sodass die Lesbarkeit gängiger Schriftarten generell gut bleibt, doch bei genauerer Betrachtung dunklerer Texte fallen einige Unzulänglichkeiten auf. Die Buchstabenformen sind mitunter wenig präzise, und horizontale Linien von Schriftzeichen wirken schwächer als vertikale, was die Schärfe der Zeichen stellenweise beeinträchtigt. Das ist zweifellos ein Manko, allerdings so spezifisch, dass es schwerfällt, es als entscheidenden Nachteil eines Geräts zu werten, dessen kleinste Variante bei einer Bildschirmdiagonale von 65 Zoll beginnt. Es ist kaum vorstellbar, dass jemand einen solchen Bildschirm direkt auf den Schreibtisch für die tägliche Büroarbeit stellt. 😉
5.6/10
Brightness drop at an angle of 45 degrees: 66%
Hisense UR9S wurde mit einem VA-Panel ausgestattet. Eine typische Eigenschaft dieser Panelart ist der Kontrastverlust und die abnehmende Farbsättigung, wenn man schräg auf den Bildschirm blickt. Beim getesteten Modell ist dieses Phänomen zwar sichtbar, unserer Meinung nach aber nicht so ausgeprägt, dass es den Komfort beim täglichen Sehen wirklich mindert. In gewissem Maße hängt das auch mit der Besonderheit von Fernsehern zusammen, die eine RGB-Hintergrundbeleuchtung verwenden. Im Vergleich zu vielen anderen LCD-Fernsehern mit VA-Panel schneidet der UR9S einfach gut ab. Die Verschlechterung von Farben oder Schwarz tritt nicht so abrupt ein wie bei einigen Konkurrenzlösungen, sodass Zuschauer, die etwas seitlich vom Bildschirm sitzen, weiterhin ein zufriedenstellendes Bild erhalten. Natürlich erreicht man die volle Leistungsfähigkeit und die beste Tiefenwirkung frontal zum Panel, doch gemessen an einem VA-Design bewerten wir die Blickwinkel eindeutig positiv.
9.9/10
Panel finish: Matte
Reflection suppression: Very Good
Black levels during daytime: Average
Der Hisense UR9S ist mit einer matten Bildschirmbeschichtung ausgestattet, die direkte Spiegelungen sehr gut reduziert. Das ist besonders wichtig in sehr hellen, sonnenreichen Wohnräumen, vor allem wenn Licht direkt auf den Bildschirm fällt. Zudem ist der Fernseher sehr hell, sodass das Bild selbst unter schwierigen Bedingungen gut erkennbar bleibt. Die matte Struktur bewirkt jedoch, dass Schwarz tagsüber etwas angehoben wirkt und die Farben im Vergleich zu glänzenden Bildschirmen etwas an Sättigung verlieren. Trotzdem ist das ein fairer Kompromiss. Man merkt, dass Hisense dieses Modell an Personen richtet, die einen Flaggschiff-Fernseher wollen, ihn aber häufig in hellen Räumen nutzen.
Panel brightness
Hisense UR9S: 1639 cd/m2
9.4/10
System: VIDAA
System performance: Good
Bei den klassischen TV-Funktionen enttäuscht der Hisense UR9S nicht. Neben einem kompletten Tunerset gibt es hier auch einen CI+-Slot und die Möglichkeit, Sendungen auf ein USB-Laufwerk aufzunehmen, auf die immer mehr Hersteller verzichten. Die Fernbedienung verdient ebenfalls Lob. Neben Beleuchtung, Aufladung über USB-C und einem kleinen Solarpanel hat der Hersteller ein vollständiges Ziffernfeld sowie eine separate Taste zur Quellenwahl beibehalten. Das sind Kleinigkeiten, die im Alltag mit dem Fernseher sehr praktisch sein können.
Der Hisense UR9S läuft unter HomeOS, einer Weiterentwicklung der bekannten Plattform VIDAA. Das System selbst arbeitet sehr schnell und lief während des gesamten Tests flüssig. Der App-Katalog ist etwas kleiner als bei Google TV, aber die wichtigsten Streamingdienste sind natürlich verfügbar. Der Hersteller hat außerdem eine neue App mit Empfehlungen für Filme, Serien und Sportereignisse sowie einen Sprachassistenten hinzugefügt, der künstliche Intelligenz nutzt.
8.3/10
8.3/10
| Maximum photo resolution: | Supported photo formats: |
|---|---|
Der integrierte Mediaplayer kommt im Großen und Ganzen gut zurecht und ist für die meisten Nutzer völlig ausreichend. Bei unseren Tests sind wir jedoch auf einige ärgerliche Details gestoßen, die uns die Laune verderben konnten. Vor allem zeigt der Fernseher Probleme bei der Anzeige von hochauflösenden Fotos; das System verweigerte schlicht die Wiedergabe von Dateien mit 10, 12, 20, 24 oder 28 MP. Klar, das ist kein Fehler, der dieses Modell disqualifiziert, aber wenn Sie RAW-Fotos von der Kamera auf einen USB‑Stick kopieren wollen, um Freunden Urlaubsaufnahmen zu zeigen, erwartet Sie eine unschöne Überraschung. In einem solchen Szenario bleibt Ihnen entweder das Ausweichen auf drahtloses Bildschirmspiegeln per Miracast oder das vorherige manuelle Herunterskalieren der Dateien am Computer.
7.8/10
89dB
Maximum volume
Supported codecs (TV speakers)
Dolby Digital Plus 7.1
Dolby True HD 7.1
Dolby Atmos in Dolby Digital Plus (JOC)
Dolby Atmos in Dolby True HD
DTS:X in DTS-HD MA
DTS-HD Master Audio
Der Hisense UR9S hat ein 4.1.2-Lautsprechersystem mit einer Gesamtleistung von 90 W. Der Hersteller betont die Zusammenarbeit mit der französischen Marke Devialet deutlich, sowohl auf dem Gehäuse als auch im TV-Menü. Man muss zugeben, dass der UR9S für eingebaute Lautsprecher wirklich gut spielt. Er ist laut, beschallt problemlos auch ein größeres Wohnzimmer, und der Klang ist voll und klar. Dialoge sind gut verständlich, und der Bass ist ausgeprägter als bei den meisten Fernsehern. Hört man einen großen Unterschied zu den letztjährigen Flaggschiff-Modellen von Hisense? Ehrlich gesagt, nein. Trotz des Devialet-Logos ist der Klangcharakter sehr ähnlich geblieben. Das ändert jedoch nichts daran, dass der UR9S zu den klanglich besseren Fernsehern auf dem Markt gehört. Positiv zu vermerken ist außerdem die Unterstützung von Dolby Atmos und DTS, auf das viele Hersteller bereits verzichtet haben.
Sound Quality Test:
89dBC (Max)
75dBC
Software version during testing: v01.09.50k.q0127
Panel uniformity and thermal imaging:
Backlight Type: Mini-LED RGB
Founder and originator of the "ChooseTV" portal
Journalist, reviewer, and columnist for the "ChooseTV" portal
michal-woloszyn-title
9/25/2025