Apple hat ein Problem mit der Privatsphäre. iCloud Private Relay kann die tatsächliche IP-Adresse preisgeben.

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Im Dienst iCloud Private Relay, der Teil des Pakets iCloud+ ist, wurde ein Problem mit dem Schutz der Privatsphäre der Nutzer festgestellt. Sicherheitsforscher entdeckten, dass Websites in bestimmten Situationen auf die tatsächliche IP-Adresse zugreifen können, obwohl die Funktion diese verbergen sollte. Apple bestätigte, dass die Meldung analysiert wird und man an ihrer Überprüfung arbeitet.

Forscher entdeckten, dass iCloud Private Relay nicht immer die IP‑Adresse verbirgt

Neue Erkenntnisse der Forscher Tommy Mysk und Talal Haj Bakry zeigen, dass iCloud Private Relay nicht in jeder Situation Nutzer schützt. Die Funktion wurde so konzipiert, dass der Datenverkehr des Browsers Safari über zwei unabhängige Server geleitet wird, sodass weder Apple noch die besuchten Webseiten gleichzeitig die Identität des Nutzers und seine Aktivitäten im Netz kennen sollten. Problematisch wird es jedoch bei der Nutzung von passkeys, also einer modernen Anmeldemethode ohne herkömmliche Passwörter. Wenn eine Website um die Bestätigung eines passkey bittet, lädt das System des iPhones die entsprechende Verifizierungsdatei außerhalb des Safari‑Mechanismus herunter. Das bedeutet, dass die Anfrage Private Relay umgeht und ohne zusätzlichen Schutz an die Website gelangt. Infolgedessen kann der Server die tatsächliche IP‑Adresse des Nutzers sehen, statt der von Apples Dienst stammenden Adresse. Die Forscher betonen, dass dies jede Website betrifft, die passkeys unterstützt oder sogar nur deren Unterstützung angibt. Laut ihrer Analyse gibt es derzeit keinen Weg, dieses Verhalten zu vermeiden, wenn Safari verwendet wird und Private Relay aktiv ist. Das bedeutet, dass der von Apple deklarierte Datenschutz in diesem Szenario nicht wie erwartet funktioniert.

Apple analysiert das Problem, doch vollwertige VPNs bleiben die sicherere Lösung

Es ist nicht das erste Mal, dass Datenschutzdienste von iCloud+ für Kontroversen sorgen. Kürzlich wurde auch ein Problem mit der Funktion Hide My Email berichtet, die in bestimmten Fällen die echte E‑Mail-Adresse des Nutzers preisgegeben haben soll. Bei Private Relay sieht die Lage jedoch anders aus, da es um die Offenlegung der tatsächlichen IP‑Adresse geht. Sicherheitsexperten weisen darauf hin, dass klassische VPNs für diese Schwachstelle nicht anfällig sind. Das liegt daran, dass sie den gesamten Netzwerkverkehr des Geräts auf Systemebene verschlüsseln und nicht nur den Datenverkehr des Webbrowsers. Personen, die Private Relay nutzen, um beim Surfen im Internet anonymer zu sein, sollten daher bis zur Behebung des Problems die Nutzung eines vollwertigen VPN‑Dienstes in Erwägung ziehen. Apple teilte mit, dass das Unternehmen den Bericht geprüft habe und die gemeldeten Erkenntnisse analysiere. Bisher nannte die Firma keinen Zeitpunkt, wann ein möglicher Fix den Nutzern zur Verfügung gestellt werde. Ebenfalls unklar ist, wie viele Nutzer im beschriebenen Szenario einer Offenlegung ihrer IP‑Adresse ausgesetzt gewesen sein könnten.

Untersuchungen zeigen, dass iCloud Private Relay nicht immer vollständige Anonymität bei der Nutzung des Internets bietet. In bestimmten Situationen im Zusammenhang mit der Handhabung von passkeys können Websites auf die echte IP-Adresse des Nutzers zugreifen. Apple untersucht das gemeldete Problem, doch bis zur Veröffentlichung einer Behebung könnten Personen, die maximalen Schutz der Privatsphäre erwarten, die Nutzung eines klassischen VPN-Dienstes in Erwägung ziehen.

Quelle: digitaltrends

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