LG-Fernseher hören sogar zu, wenn der Bildschirm ausgeschaltet ist. Sie verfolgen auch Geräte im Heimnetzwerk.

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Smart-TVs von LG stehen im Zentrum einer neuen Untersuchung zum Schutz der Privatsphäre der Nutzer. Analysen von Gamers Nexus und unabhängigen Sicherheitsexperten ergaben, dass die Geräte das heimische Wi-Fi-Netzwerk scannen und Informationen über darin befindliche Geräte sammeln können. Noch gravierender ist die Frage des Mikrofons, das Gespräche aufzeichnen und transkribieren kann, selbst wenn der Bildschirm des Fernsehers ausgeschaltet ist. Forscher weisen außerdem auf den umfangreichen Einsatz von Automatic Content Recognition hin, einer Technologie, die die angesehenen Inhalte analysiert. LG hat die vorgelegten Erkenntnisse bislang nicht öffentlich kommentiert.

LG-Fernseher sammeln deutlich mehr Daten, als man erwarten würde

Eine Untersuchung von Gamers Nexus zeigt, dass LG-Fernseher kontinuierlich das heimische WLAN scannen und kartieren können, um andere angeschlossene Geräte zu identifizieren. Gesammelte Informationen können unter anderem die IP-Adresse, den Standort sowie die Namen umliegender Drahtlosnetzwerke umfassen. Diese Daten können anschließend verwendet werden, um ein Nutzerprofil und das Profil seiner Familie zu erstellen. Ein solches Profil kann unter anderem dazu dienen, Werbung zu steuern, die auf dem Fernseher oder anderen Geräten angezeigt wird. Die Forscher untersuchten auch das im Fernseher oder in seiner Fernbedienung verbaute Mikrofon. Nach Aktivierung der Sprachfunktion kann das Gerät im Raum gesprochene Worte aufzeichnen und in Text umwandeln. Das Mikrofon muss zunächst mit dem Sprachbefehl „Hi LG“ aktiviert werden, doch laut der durchgeführten Analyse kann es zu einer versehentlichen Aktivierung kommen. Nach dem Erkennen von Stille kann das Mikrofon noch etwa 10 bis 15 Sekunden aktiv bleiben. Besonders beunruhigend ist, dass die Forscher in der Lage waren, Gespräche auch bei ausgeschaltetem Bildschirm des Fernsehers aufzuzeichnen und zu transkribieren. Außerdem sollen Tests gezeigt haben, dass solche Daten gespeichert werden können, selbst wenn der Fernseher zu diesem Zeitpunkt nicht mit dem Internet verbunden war. Nach Wiederherstellung der Verbindung könnten die Informationen an LG gesendet werden. Das kann sogar passieren, wenn sich das Gerät lediglich verbindet, um Software-Updates herunterzuladen. Gamers Nexus weist darauf hin, dass dieses Verhalten offenbar den Aussagen von LG widerspricht, wonach die Fernseher des Unternehmens keine in der Umgebung des Geräts geführten Gespräche erfassen, aufzeichnen oder speichern.

ACR analysiert, was Sie ansehen

Der zweite wichtige Punkt ist Automatic Content Recognition, also die Technologie zur automatischen Inhaltserkennung. ACR ist keine neue Lösung und wird seit vielen Jahren in Smart-TVs verschiedener Hersteller eingesetzt. Die Technologie kann regelmäßig das auf dem Bildschirm angezeigte Bild analysieren, einschließlich der Inhalte, die von externen, über HDMI angeschlossenen Geräten bereitgestellt werden. Das bedeutet, dass die Nachverfolgung nicht nur Apps erfassen kann, die direkt auf dem Fernseher ausgeführt werden. Die gesammelten Informationen können anschließend unter anderem für Werbezwecke und zur Erstellung von Nutzerprofilen verwendet werden. Laut FlatpanelsHD ist das Problem in der Branche seit einem Jahrzehnt oder sogar länger bekannt, daher betrifft es nicht nur LG. Bei LG sorgten jedoch vor allem die Aussagen von LG Ad Solutions über den Wert der von den Fernsehern gesammelten Daten für Aufsehen. In Materialien, die an Partner und Werbetreibende gerichtet waren, soll das Unternehmen den Fernseher als wichtige Informationsquelle über den Nutzer dargestellt haben. Die Größe dieses Ökosystems ist beträchtlich, denn laut LG wurden bereits mehr als 216 Millionen Smart-TVs dieser Marke verkauft. Die Gesamtzahl der von allen Herstellern verkauften intelligenten Fernseher wird hingegen auf 1,3 bis 1,5 Milliarden Geräte geschätzt. Gamers Nexus und die mit ihm zusammenarbeitenden Forscher empfehlen Personen, die besonderen Wert auf Privatsphäre legen, den LG-Fernseher vom Internet zu trennen. Als Alternative sollen externe Mediaplayer genutzt werden, die die Smart-TV-Funktionen übernehmen können. Der Fernseher kann dann weiterhin mit der Fernbedienung gesteuert werden, und die Lösung soll die Menge der direkt von seiner Plattform gesammelten Daten reduzieren.

flatpanelshd

Die Untersuchung von Gamers Nexus weist auf eine Reihe von Mechanismen zur Datenerfassung in LG Smart-TVs hin. Besonders umstritten ist die Möglichkeit, Gespräche bei ausgeschaltetem Bildschirm aufzuzeichnen und zu transkribieren sowie Geräte im Heimnetzwerk zu scannen. Hinzu kommt die ACR-Technologie, die die angesehenen Inhalte analysiert und zur Profilbildung von Nutzern verwendet werden kann. LG hat bislang nicht auf die vorgelegten Feststellungen reagiert, und Personen, die der Privatsphäre Vorrang geben, können das Risiko verringern, indem sie den Fernseher vom Internet trennen.

Quelle: flatpanelshd

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