Fernseherhersteller verdienen mit Werbung. Dadurch bleiben die Preise für Smart-TVs niedrig.

Calendar 7/16/2026

In den letzten Jahren sind die Preise für elektronische Bauteile deutlich gestiegen, doch die Kosten für den Kauf neuer Fernseher haben sich nicht so stark erhöht wie prognostiziert. Laut Analysten von Omdia haben Hersteller einen neuen Weg gefunden, ihre Einnahmen zu steigern. Immer wichtiger werden Werbeeinblendungen in Smart-TV-Systemen sowie die über die Nutzung des Fernsehers gesammelten Daten. Dadurch können Unternehmen Geräte mit geringerer Marge verkaufen und ihre Gewinne über viele Jahre nach dem Kauf des Geräts erzielen. Dieses Geschäftsmodell entwickelt sich besonders dynamisch auf dem US-Markt. Experten gehen jedoch davon aus, dass ähnliche Lösungen auch in Europa zunehmend verbreitet sein werden.

Werbung wird zu einer wichtigeren Einnahmequelle als der Verkauf von Fernsehern

Der Omdia-Bericht zeigt, dass sich das Geschäftsmodell der Hersteller von Fernsehern deutlich verändert. Noch vor einigen Jahren war der Verkauf des Geräts die wichtigste Einnahmequelle. Heute spielen Werbeanzeigen auf dem Startbildschirm von Smart-TV-Systemen sowie gesponserte Inhaltsvorschläge eine immer größere Rolle. Hersteller verdienen außerdem daran, die Nutzung des Fernsehers und die Präferenzen der Nutzer zu analysieren. Diese Daten ermöglichen eine bessere Anpassung der Werbung, was ihren Wert für Werbetreibende erhöht. Dank zusätzlicher Einnahmen können die Hersteller trotz steigender Speicher- und anderer Komponentenpreise wettbewerbsfähige Preise für Fernseher beibehalten. Laut Daten für das erste Quartal 2026 stieg der Absatz von Fernsehern im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 6 %. Analysten führen dies unter anderem auf stabile Preise und die bevorstehende FIFA-Weltmeisterschaft zurück. Selbst Premium-Fernseher verwenden dieselben Betriebssysteme wie günstigere Modelle, weshalb sie ebenfalls Werbung anzeigen und Nutzerdaten sammeln können. Für die Hersteller bedeutet das eine konstante Einnahmequelle über die gesamte Nutzungsdauer des Geräts.

Europa folgt den USA, doch Nutzer haben weiterhin die Wahl

Das am weitesten entwickelte Werbemodell funktioniert derzeit in den Vereinigten Staaten. Plattformen wie Roku oder Amazon Fire TV finanzieren seit Jahren einen Teil ihrer Geschäftstätigkeit durch Werbung und die Analyse von Nutzerdaten. Ein gutes Beispiel ist auch Walmart, das die Marke Vizio übernommen hat, um Fernseherdaten mit Informationen über Kundenkäufe in seinen Filialen zu verknüpfen. Laut Omdia wird ein ähnlicher Entwicklungspfad auch in Europa zunehmend sichtbar sein. Neue Smart-TV-Plattformen wie Vidaa, Titan OS oder TiVo OS entwickeln sich dynamisch und setzen stark auf Werbung und Online-Dienste. Analysten prognostizieren, dass ihr Marktanteil bis 2030 deutlich steigen wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass Nutzer völlig ohne Wahlmöglichkeiten sind. Wer keine Werbung sehen und keine Daten über sein Nutzungsverhalten preisgeben möchte, kann den Fernseher einfach nicht mit dem Internet verbinden. In diesem Fall funktioniert das Smart-TV wie ein klassischer Bildschirm, und alle Multimediafunktionen lassen sich über einen externen Player wie Apple TV, Chromecast oder eine Konsole realisieren. Diese Lösung ermöglicht es, sowohl Werbung als auch die Datensammlung durch den TV-Hersteller zu vermeiden.

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Hersteller von Fernsehern verdienen immer häufiger nicht am Verkauf der Geräte, sondern an Werbung und Diensten, die in Smart-TV-Systemen verfügbar sind. Dadurch bleiben die Preise der Geräte trotz steigender Produktionskosten attraktiv. Ein Trend, der seit Jahren in den USA dominiert, breitet sich nach und nach auch in Europa aus, wobei Nutzer Werbung einschränken und ihre Privatsphäre schützen können, indem sie darauf verzichten, ihren Fernseher mit dem Internet zu verbinden.

Quelle: flatpanelshd

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