Gerüchte über eine mögliche Übernahme von PrismML durch Apple tauchten nach einem Bericht des Portals The Information und einer Äußerung des Start-up-Chefs auf. PrismML beschäftigt sich mit der Komprimierung großer Sprachmodelle, sodass diese auf mobilen Geräten laufen können. Kürzlich gab das Unternehmen bekannt, dass es ein modifiziertes Qwen 3.6-Modell mit 27 Milliarden Parametern auf dem iPhone 17 Pro gestartet hat. Obwohl die Technologie in der Branche auf Interesse gestoßen ist, stehen Experten den Informationen über eine mögliche Übernahme skeptisch gegenüber. Ihrer Meinung nach ähnelt die Art, wie die Angelegenheit offengelegt wurde, nicht den üblichen Vorgehensweisen von Apple. Das wirft die Frage auf, ob tatsächlich ernsthafte Verhandlungen stattfinden oder ob es sich eher um einen Versuch handelt, das Start-up zu bewerben.
Die öffentliche Offenlegung von Gesprächen passt nicht zum Stil von Apple
Einer der Hauptgründe für den Skeptizismus ist das Verhalten des PrismML-Chefs, der in einem Interview mit CNBC offen zugab, dass Apple die Technologie seines Unternehmens prüft. Er fügte hinzu, dass die Gespräche vorläufig seien und sich in eine positive Richtung entwickelten. Bei Apple sind solche öffentlichen Kommentare jedoch selten. Der iPhone-Hersteller ist seit Jahren für sein sehr restriktives Vorgehen in Sachen Vertraulichkeit bekannt, besonders bei Übernahmen und der Entwicklung neuer Technologien. Informationen über potenzielle Akquisitionen gelangen in der Regel nicht an die Öffentlichkeit, bevor Verträge unterzeichnet oder offizielle Ankündigungen gemacht werden. Aus diesem Grund glauben einige Analysten, dass die Preisgabe von Details durch den PrismML-Chef die Glaubwürdigkeit der gesamten Geschichte beeinträchtigt haben könnte. Manche vermuten sogar, dass die Äußerung in erster Linie darauf abzielte, die Bekanntheit des Unternehmens bei Investoren und Geschäftspartnern zu steigern. Zudem hat sich Apple öffentlich nicht zu diesen Berichten geäußert. Dass der Konzern keinen Kommentar abgegeben hat, sagt natürlich nichts über das Ergebnis der Gespräche aus, passt aber in seine bisherige Kommunikationsstrategie. Solange das Unternehmen keine offizielle Stellungnahme abgibt, sind Informationen über eine mögliche Übernahme ausschließlich als Spekulation zu betrachten.
Apple entwickelt eigene KI-Modelle und könnte PrismML nicht brauchen
Ein weiteres Argument gegen eine Übernahme ist die Entwicklung firmeneigener Technologien der künstlichen Intelligenz (KI) durch Apple. Das Unternehmen arbeitet intensiv an der Familie Apple Foundation Models, die die Grundlage für Apple Intelligence und die neue Version von Siri bilden. Laut früheren Berichten nutzt Apple zudem Google-Gemini-Modelle als Basis, um eigene Lösungen zu schaffen, die auf seinen Geräten laufen. Einer der größten Pluspunkte von PrismML ist die Modellkompression bei gleichzeitig hoher Leistungsqualität. Unterdessen hat Apple bereits eigene Modelle entwickelt, die direkt auf den Endgeräten der Nutzer arbeiten. Diese Lösungen aktivieren je nach Aufgabe nur Teile der Parameter, was den Speicherverbrauch reduziert und die Performance erhöht. Das bedeutet, dass das Unternehmen bereits Kompetenzen besitzt, die denen von PrismML sehr nahekommen. Außerdem ist Apple seit Jahren für seine vorsichtige Herangehensweise an große Übernahmen und die gründliche Prüfung der Wirtschaftlichkeit jeder Investition bekannt. In dieser Lage erscheint der Kauf eines Startups, das eine der eigenen ähnlichen Technologie entwickelt, weniger wahrscheinlich. Natürlich lässt sich eine Zusammenarbeit der beiden Firmen nicht vollständig ausschließen, doch derzeit gibt es keine Hinweise auf ein baldiges Zustandekommen der Transaktion.
Berichte über eine mögliche Übernahme von PrismML durch Apple haben großes Interesse geweckt, doch bisher fehlen konkrete Belege für ein solches Szenario. Die öffentlichen Äußerungen des Start-up-CEOs sowie die Tatsache, dass Apple eigene KI-Technologien entwickelt, führen dazu, dass viele Experten diesen Informationen mit großer Skepsis begegnen. Auf eine offizielle Stellungnahme des iPhone-Herstellers in dieser Angelegenheit muss man weiterhin warten.
Quelle: wccftech
Redakcja Choose TV












