Was Spieler seit Jahren intuitiv gespürt haben, hat nun eine offizielle wissenschaftliche Bestätigung erhalten. LG Display veröffentlichte auf einer internationalen wissenschaftlichen Konferenz eine Studie mit dem Titel „Analysis of the Impact of Refresh Rate on First-Person Shooting (FPS) Game Performance”. Die Schlussfolgerungen dieser Tests sind eindeutig. Eine höhere Bildwiederholfrequenz führt tatsächlich und messbar zu besseren Ergebnissen in Spielen.
Blindtest
In dem Experiment nahmen 31 erwachsene Spieler teil. Ihre Aufgabe war es, das Gameplay eines Ego-Shooters (FPS) auf Monitoren mit vier verschiedenen Bildwiederholfrequenzen zu testen: 60Hz, 240Hz, 360Hz und 480Hz. Die gesamte Untersuchung fand im Rahmen eines Blindtests statt. Die Teilnehmer wussten nicht, welche Einstellungen sie jeweils verwendeten. Die Ergebnisse wurden einer strengen Analyse unterzogen, gemessen wurde unter anderem die allgemeine Treffergenauigkeit sowie die Reaktionszeit vom Erscheinen eines Gegners bis zu dessen Eliminierung.
Höhere Hz = höhere Gewinnrate
Die gesammelten Daten zeigen, dass der technologische Sprung drastisch beeinflusst, wie wir uns auf dem virtuellen Schlachtfeld schlagen:
Steigerung um 38 %: Um so viel verbesserte sich die Treffergenauigkeit der Spieler, die ein 480Hz-Panel nutzten, im Vergleich zu den standardmäßigen 60Hz.
Zusätzliche 10 % bei 480Hz: Am interessantesten ist, dass, obwohl schon der Wechsel zu 240Hz einen großen Leistungssprung brachte, die Erhöhung der Bildwiederholfrequenz auf 480Hz weitere 10 % Vorteil in der Treffergenauigkeit brachte. Das beweist, dass die Vorteile extrem hoher Bildwiederholraten mit zunehmender Erhöhung konsequent wachsen.
Wo endet der Sinn und wo beginnt das Marketing?
Die von LG Display veröffentlichten Ergebnisse stimmen sehr gut mit den Schlussfolgerungen unserer Tests überein. Theoretisch nehmen die Vorteile der Reduzierung von Bewegungsunschärfe (bedingt durch die Eigenschaften der Sample-and-Hold-Bildwiedergabe) immer weiter zu, jedoch hat das menschliche Auge Wahrnehmungsgrenzen, und die Nutzenkurve flacht irgendwann ab.
Der Wechsel von 60 Hz auf 120 Hz+ ist für jeden Nutzer ein deutlicher und spürbarer Sprung. Oberhalb dieser Werte stoßen wir jedoch in den Bereich abnehmender Performance-Zuwächse. Zum Beispiel verkürzt sich die Dauer eines einzelnen Frames zwischen 360 Hz und 500 Hz nur um 0,8 Millisekunden. Für die meisten Nutzer ist das nur Kosmetik.
Aufgrund unserer Analysen wissen wir, dass für die überwältigende Mehrheit, selbst sehr anspruchsvolle Spieler, die Grenze vollständiger Zufriedenheit mit Bildflüssigkeit und Schärfe bei etwa 300 Hz liegt. Natürlich ist eine entsprechend leistungsstarke Hardware die entscheidende Voraussetzung. Denn wenn die Grafikkarte nicht so viele FPS erzeugt, wie der Monitor Hertz hat, zahlen wir für einen Parameter, den wir schlicht nicht nutzen. Daten aus Tests von LG Display zeigen jedoch, dass Hardcore-Esportler, Profis und Personen, die extrem empfindlich auf Bewegungsdynamik reagieren, aus 480-Hz-Panels einen echten Vorteil ziehen können. Die Wahrnehmungsgrenze unter extremen Bedingungen, wie sehr schnellen Kameraschwenks oder Texturdetails nahe am Gesicht, kann sich in Richtung 600 Hz verschieben. Alles über diesem Wert ist zunehmend ein technischer Wettlauf der Hersteller, der selten etwas am realen Spielgeschehen ändert.
Redakcja Choose TV












