TCL hat Samsung in den Vereinigten Staaten verklagt und wirft dem Konkurrenten vor, die Fernseher der M‑Serie irreführend als Mini LED-Modelle zu bewerben. Nach Angaben von TCL geht es vor allem um die Art und Weise, wie die in den neuen Samsung-Fernsehern M80H und M70H eingesetzte Technologie präsentiert wird. Der chinesische Hersteller ist der Ansicht, dass die dort verwendete randseitige Mini LED-Hintergrundbeleuchtung nicht die für diese Technologie typische Schlüsselfunktion bietet. Samsung widerspricht den Vorwürfen und kündigt an, seine Position vor Gericht zu verteidigen. Der Fall zeigt auch, wie wichtig heute die Definition von Bezeichnungen wie LED, QLED oder Mini LED in der TV-Branche ist.
TCL stellt die Verwendung des Namens Mini-LED durch Samsung in Frage
Im Kern des Streits stehen die neuen Samsung-Fernseher M80H und M70H, die ein kantenbeleuchtetes LCD-Panel mit Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung verwenden. Bei typischen Mini-LED-Konstruktionen befinden sich die LEDs hinter dem Bildschirm und arbeiten mit zonenweisem Dimming. Genau diese Dimming-Zonen erlauben die unabhängige Steuerung verschiedener Bereiche der Hintergrundbeleuchtung. Dadurch lassen sich Kontrast und Helligkeit erhöhen und die allgemeine Bildqualität verbessern. TCL ist der Ansicht, dass die Bezeichnung von Fernsehern, denen ein solches System fehlt, als Mini-LED den Verbrauchern Fähigkeiten suggerieren kann, die die Geräte tatsächlich nicht bieten. Das Unternehmen wirft Samsung vor, ein günstiges Modell aus einer früheren Produktreihe zu verwenden und es als fortschrittlichen Mini-LED-Fernseher darzustellen. TCL behauptet außerdem, dass diesen Geräten technologische Verbesserungen fehlen, die traditionell mit Mini-LED verbunden werden. Unter anderem verlangt das Unternehmen, Samsung die Verwendung der Bezeichnung "Mini-LED" in Bezug auf die strittige Technologie zu untersagen. Die Klage umfasst außerdem eine Forderung nach Schadensersatz, deren genaue Höhe nicht bekannt gegeben wurde. Samsung wehrt die Vorwürfe ab und kündigt an, sich vor Gericht zu verteidigen. Das Unternehmen erklärt, die Qualität seiner Produkte sowie die Korrektheit ihrer Beschreibungen voll und ganz zu bekräftigen. Der Streit betrifft also nicht nur ein konkretes Fernsehmodell, sondern auch die Frage, wie Hersteller Technologiebezeichnungen in ihren Marketingmaterialien verwenden dürfen. TCL verfolgt dabei einen strengeren Ansatz und verwendet den Begriff "Mini-LED" in Bezug auf LCD-Fernseher, die mit zonenweisem Dimming ausgestattet sind.
Samsung und TCL streiten seit Jahren um die Bezeichnungen von Fernsehtechnologien
Samsung bezeichnet LCD-Fernseher mit Mini LED und Local Dimming selbst als Neo QLED, während TCL bei solchen Bauweisen direkt die Bezeichnung Mini LED verwendet. Samsung begann allerdings bereits im vergangenen Jahr, LCD-Fernseher mit kantenbeleuchtetem Mini LED anzubieten, als das Modell The Frame Pro vorgestellt wurde. Im Jahr 2026 fand diese Lösung auch ihren Weg in die preisgünstigen Modelle M80H und M70H. Dies ist nicht der erste Konflikt zwischen den beiden Unternehmen über die Benennung der in Fernsehern verwendeten Technologien. In der Vergangenheit warf Samsung TCL vor, den Begriff QLED falsch zu verwenden bei Modellen, die seiner Ansicht nach nicht genügend Quantum-Dot-Material enthielten. Samsung selbst hatte zuvor mit Klagen zu kämpfen, weil LCD-Fernseher als „LED-TV“ bezeichnet wurden. In der Praxis können die von Herstellern verwendeten Bezeichnungen also zu Streit darüber führen, was ein bestimmter Begriff genau bedeuten soll. Mini LED ist technisch gesehen eine Bezeichnung für eine Art der Hintergrundbeleuchtung in LCD-Fernsehern. Ein ähnliches Problem kann auch Fernseher betreffen, die als RGB LED bezeichnet werden, denn auch hier kann sowohl eine kantenbeleuchtete Lösung als auch eine Variante mit Local Dimming zum Einsatz kommen. Die Klage von TCL gegen Samsung kommt zu einem Zeitpunkt besonders intensiven Wettbewerbs zwischen den Herstellern auf dem Markt für Mini LED. Laut Daten von Counterpoint Research überholten TCL und Hisense Samsung bereits 2024 in Bezug auf ihren Anteil in diesem Segment. Die Klage wurde kurz vor der diesjährigen IFA in Berlin eingereicht, wo Hersteller neue Geräte und Technologien vorstellen. Über den weiteren Verlauf der Angelegenheit entscheiden nun die rechtlichen Schritte beider Firmen und die Entscheidung eines US-Gerichts.
TCL hat in den USA ein Verfahren gegen Samsung eingeleitet und die Verwendung der Bezeichnung Mini-LED für die neuen Fernseher M80H und M70H angefochten. Kern des Streits ist der Einsatz einer randbasierten Hintergrundbeleuchtung ohne lokale Dimmzonen. Samsung weist die Vorwürfe zurück und erklärt, die Angaben zu seinen Produkten seien korrekt. Der Fall könnte Einfluss darauf haben, wie Hersteller künftige Fernseher hinsichtlich ihrer Beleuchtungstechnologien bezeichnen und bewerben dürfen.
Quelle: flatpanelshd
Redakcja Choose TV












