Netflix will das Kinofenster für Warner Bros. Filme auf 17 Tage verkürzen!

Calendar 1/5/2026

Netflix könnte das Kino-Exklusivfenster für Warner-Bros-Filme von 45 auf nur 17 Tage verkürzen. Kinos befürchten einen Zuschauerrückgang, während Streaming in direkte Konkurrenz zu Kinopremieren tritt.

Nach der Übernahme des Filmstudios Warner Bros hätte Netflix das Ziel, das sogenannte Kinofenster – also den Zeitraum der exklusiven Verwertung in Kinos – von derzeit 45 auf nur noch 17 Tage radikal zu verkürzen. Solche Informationen berichtet Deadline unter Verweis auf eigene Quellen, die mit den internen Plänen des Unternehmens vertraut sind. Offiziell versichert Netflix, dass man weiterhin an den Kinopremieren von Warner Bros-Filmen festhalten möchte. Bei Übernahmen in diesem Umfang haben ähnliche Erklärungen jedoch oft das Ziel, die Wettbewerbsbehörden zu beruhigen und spiegeln nicht unbedingt die langfristige Strategie wider.

In der Mitte Dezember schrieben Ted Sarandos und Greg Peters, Co-CEOs von Netflix, in einem offenen Brief:

– „Rund um die Kinoverwertung gibt es viele Spekulationen, daher möchten wir klarstellen: Wir sind zu 100 % für die Kinopremieren von Warner Bros-Filmen mit marktüblichen Verwertungsfenstern engagiert. Obwohl dies bisher nicht Teil unseres Geschäftsmodells war, freuen wir uns darauf, die Erfahrung von Warner Bros innerhalb von Netflix zu nutzen.“

17 Tage statt 45

Hinter den Kulissen sieht die Situation jedoch anders aus. Laut Deadline setzt sich Netflix seit langem für ein 17-tägiges Kinofenster ein, das die Exklusivitätsdauer für Kinos erheblich verkürzen würde.

– „Quellen berichten Deadline, dass Netflix Befürworter eines 17-tägigen Fensters ist, was das Kinogeschäft an den Rand drängen könnte. Netzwerke wie AMC sind jedoch der Meinung, dass die Grenze in der Nähe von 45 Tagen bleiben sollte“ – schreibt Deadline.

Nach 17 Tagen könnten Filme von Warner Bros weiterhin in Kinos gezeigt werden, würden aber gleichzeitig ins Streaming gelangen. Das würde direkte Konkurrenz zwischen dem Kinosaal und dem Heimvorführung bedeuten.

Kinos fürchten sich vor dem Verlust von Zuschauern

Die Betreiber von Kinos verbergen ihre Bedenken nicht. Viele Zuschauer könnten nämlich die deutlich günstigere und bequemere Option wählen, zuhause zu schauen – oft in 4K HDR – anstatt hohe Ticketpreise für eine Vorstellung auf der großen Leinwand zu zahlen, deren Bildqualität heutzutage immer häufiger kritisiert wird. Mögliche Änderungen werden jedoch nicht schnell eintreten. Der Veröffentlichungszeitplan für das Jahr 2026 ist bereits abgeschlossen, sodass eine neue Strategie frühestens im Jahr 2027 in Kraft treten könnte.

Interessanterweise hat Netflix kürzlich selbst die Filmverteilung getestet. Das Finale der Serie Stranger Things wurde in den USA über zwei Tage während der Neujahrszeit in Kinos gezeigt. Wie Deadline berichtet, generierte das Finale von Stranger Things in dieser kurzen Zeit höhere Ticketverkäufe als Avatar: Fire and Ash. Dies ist ein weiteres Signal, dass Netflix zunehmend mutig mit traditioneller Verteilung experimentiert – unter eigenen Bedingungen.

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Katarzyna Petru

Journalist, reviewer, and columnist for the "ChooseTV" portal