Netflix reduziert erneut sein Engagement in der Spieleentwicklung in eigenen Studios. Das Unternehmen hat beschlossen, sein zugehöriges Studio Night School in Los Angeles zu schließen und plant außerdem, das Team von Moonloot in Helsinki aufzulösen. Die Entscheidung ist besonders überraschend im Fall von Night School, da das Studio erst vor sechs Wochen auf Netflix das Spiel Unhinged veröffentlicht hat. Laut dem Co-CEO von Netflix soll die Produktion sehr gute Ergebnisse erzielt haben. Das Unternehmen versichert jedoch, weiterhin im Gaming-Bereich aktiv bleiben zu wollen, sich dabei aber auf ausgewählte Genres und Produktionsmodelle zu konzentrieren.
Netflix schließt Night School und Moonloot
Night School wurde 2021 von Netflix übernommen und war zuvor vor allem durch das hochgelobte Spiel Oxenfree bekannt. Nach der Übernahme entwickelte das Studio unter anderem den zweiten Teil dieser Reihe sowie eine mobile Produktion, die mit einer Folge der Serie Black Mirror verknüpft war. Das neueste Projekt des Teams war Unhinged, ein kurzes, etwa 30-minütiges Horrorspiel aus der Ich-Perspektive, das auf Netflix verfügbar war. Das Spiel erschien nur sechs Wochen vor der Ankündigung der Schließung des Studios. Interessanterweise lobte Greg Peters, Co-CEO von Netflix, kürzlich die Leistung des Titels in einem Gespräch mit Investoren. Seinen Angaben zufolge erzielte Unhinged sehr gute Ergebnisse, was die Entscheidung, Night School zu schließen, noch überraschender macht. Netflix plant gleichzeitig auch die Schließung von Moonloot, einem Studio aus Helsinki, das 2022 gegründet wurde. Das Unternehmen nannte keine genaue Zahl der Mitarbeiter, die durch die Änderungen ihren Job verlieren werden. Netflix erklärte jedoch, dass es allen ausscheidenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Beitrag zur Spieleentwicklung dankbar sei. Die Änderungen umfassen auch Stellenkürzungen im zentralen Team, das für Gaming zuständig ist. Das Unternehmen sagt, die Reorganisation solle es ermöglichen, sich auf die wichtigsten Prioritäten zu konzentrieren.
Netflix ändert seine Strategie in Bezug auf Spiele
Netflix betont, dass es in Spielen weiterhin eine Möglichkeit sieht, sein Unterhaltungsangebot zu erweitern, möchte sich aber vor allem auf Kinderspiele, Partyspiele, storybasierte Titel sowie Projekte mit großem Potenzial konzentrieren. Als Beispiel für diese Ausrichtung nennt das Unternehmen unter anderem das kürzlich erschienene Spiel der FIFA-Reihe. Das ist eine weitere Änderung im Umgang von Netflix mit seinen eigenen Studios, denn noch vor wenigen Jahren investierte das Unternehmen stark in seine internen Entwicklerressourcen. Netflix begann seine Gaming-Aktivitäten im Jahr 2021 und bot zunächst Mobile Games als zusätzlichen Vorteil für seine Abonnenten an. In den folgenden Jahren begann das Unternehmen jedoch, mit Spielen auf Fernsehern und Computern per Streaming zu experimentieren. In einem solchen Modell lief unter anderem Unhinged, bei dem das Smartphone als Controller fungieren kann. Im Jahr 2024 schloss Netflix das Studio Team Blue, das an einem hochbudgetierten First-Person-Spiel arbeitete. Ein Jahr später schloss das Unternehmen auch Boss Fight und verkaufte anschließend das Studio Spry Fox, das sich auf Cozy-Produktionen spezialisiert, an dessen Gründer. Nach den jüngsten Änderungen verfügt Netflix somit weiterhin über ein zentrales Gaming-Team, das mit externen Entwicklern kooperiert, sowie über das Studio Next Games aus Helsinki. Dieses Modell ähnelt zunehmend der Art und Weise, wie Netflix Filme und Serien produziert, da das Unternehmen auch hier in hohem Maße auf externe Produzenten setzt. Netflix gibt Spiele nicht auf, reduziert aber deutlich die Zahl seiner eigenen Entwicklerteams.
Netflix schließt erneut seine eigenen Spielestudios, dieses Mal Night School und Moonloot. Die Entscheidung in Bezug auf Night School ist besonders überraschend, da deren neueste Produktion Unhinged erst vor wenigen Wochen auf der Plattform erschienen ist. Das Unternehmen betont jedoch, dass es sich nicht vom Spielemarkt zurückzieht. Stattdessen will es stärker auf ausgewählte Genres und die Zusammenarbeit mit externen Entwicklern setzen.
Quelle: gamefile
Redakcja Choose TV












