LG OLED G6: Fernseher (fast) perfekt? Erste Eindrücke des hellsten OLEDs von LG.

Calendar 3/26/2026

Jedes Jahr weckt die Premiere der neuen „G”-Serie von LG dieselben Emotionen – auf der einen Seite erwarten wir ein technisches Erdbeben, auf der anderen Seite fragen wir uns, ob die Ingenieure aus Korea noch mehr „herauspressen” können, was die Helligkeit betrifft. Wie Sie gleich sehen werden, ist das möglich. Das Modell G6 für das Jahr 2026 ist ein Gerät, das auf den ersten Blick nur als sichere Fortsetzung des Erfolgs seiner Vorgänger erscheinen mag. Doch bei einer genaueren Analyse dessen, was „unter der Haube” vor sich geht, zeigt sich, dass LG dieses Mal den Kampf mit den größten Dämonen der WOLED-Technologie aufgenommen hat. Schauen wir uns die Einzelheiten an.

LG G6: Design und Garantie

Lassen Sie uns mit dem beginnen, was mit bloßem Auge sichtbar ist. Wenn Sie auf eine visuelle Revolution hoffen, muss ich Sie enttäuschen – im Modell G6 hat sich nicht viel geändert und seit der ersten G-Serie ist das Design des Geräts nahezu dasselbe. Natürlich abgesehen von allen Grautönen des Gehäuses.

Wichtigere Informationen als das Design des Rahmens sind jedoch die Tatsache, dass die Garantiepolitik von LG unverändert bleibt. Wir erhalten immer noch 5 Jahre Garantie auf das OLED-Panel. Bei zunehmender Leistung des Displays und rekordverdächtigen Helligkeiten ist eine solche Absicherung äußerst beruhigend und zeigt, dass der Hersteller von der Haltbarkeit seiner eigenen Lösungen zur Wärmeableitung überzeugt ist.

LG OLED G6: Größen und Tandem OLED 2. Generation

Das LG G6 wird das Modell mit der größten Größenvielfalt in der Flaggschiffpalette sein. Eine Schlüsselinformation ist die Implementierung des Tandem OLED 2. Generation Displays, das in den Größen 55, 65, 77 und 83 Zoll erhältlich sein wird.

Die Situation mit dem Modell 48-Zoll sieht vielversprechend aus. Aus unseren Gesprächen mit Vertretern von LG geht hervor, dass die Einführung dieser Diagonale auf dem Markt von Verhandlungen mit den Handelsketten abhängt. Wenn ihr nach einem Spitzenbild im kleinen Format sucht – gebt Bescheid! Die Stimmen der Nutzer haben hier eine reale Bedeutung. Für Fans des kinoreifen Formats wurde hingegen die 97-Zoll Version vorbereitet, obwohl ich hier eine Anmerkung machen muss: Wahrscheinlich werden wir dort nicht die Tandem-OLED-Technologie finden, sondern das Standard-WOLED-Panel, das aus der C-Serie bekannt ist.

LG G6: HDR-Helligkeit

Da wir die Größen bereits kennen, kommen wir zu den Details, also dem, was die Vorstellungskraft am meisten anregt: der Helligkeit. Im Modell G6 haben wir eine Verbesserung von etwa 10% im Vergleich zum letztjährigen G5 festgestellt. In den hellsten Punkten, im Filmmaker-Modus, betrug der Unterschied sogar 400 Nits.

Das ist ein echter Fortschritt, der dem Bild einen unglaublichen „Kick“ in HDR verleiht. In Spitzenmomenten konnte die Helligkeit des G6 sogar 2800 Nits in Filmszenen erreichen. Auch wenn es kein revolutionärer Sprung ist, macht es das Bild noch saftiger und kommt Jahr für Jahr dem nahe, was man in professionellen Monitore findet, obwohl wir wahrscheinlich noch ein paar Jahre auf die reale Grenze von 4000 Nits im Filmmaker-Modus warten müssen. Die Helligkeit in realen Inhalten ist kein Rätsel mehr – LG G6 ist derzeit einer der hellsten OLEDs auf dem Markt.

Wichtig: Wenn Sie den Kauf eines Modells aus dem Jahrgang 2026 planen, erinnere ich Sie an unsere Aktion: Wir führen eine kostenlose professionelle Kalibrierung im Austausch gegen die Bereitstellung des Fernsehers für Tests in unserem Labor durch. Details finden Sie im Link unter dem Artikel.

LG OLED G6: Farben – sieht man hier auch Fortschritte?

Schließlich lebt der Mensch nicht nur von Schwarz und Weiß, und im Marketing überlagert die Helligkeit oft andere, ebenso wichtige Aspekte des Bildes. Wie schneidet also das LG G6 in Bezug auf die Farbwiedergabe ab? Hier ist die Sache einfach: Eine Revolution, die in der Helligkeit nicht stattfand, wird man auch in den Farben nicht finden.

Was die Palette DCI-P3 betrifft, also den Standard, in dem der Großteil der heutigen Filme und Serien mastert wird, haben wir keine signifikanten Verbesserungen festgestellt. Ein Ergebnis von 99,7% Abdeckung liegt innerhalb der Messfehlergrenzen im Vergleich zum Vorjahr (99,6%). Man kann mit Sicherheit sagen, dass LG hier bereits die technologische Obergrenze für WOLED-Panels erreicht hat.

Interessanter wird es bei der Analyse der sehr breiten Palette BT.2020. Hier haben wir eine subtile Verbesserung von genau 1,2 Prozentpunkten bemerkt. Das diesjährige Flaggschiff erzielte ein Ergebnis von 83,7% (im Vergleich zu 82,5% im G5-Modell).

Ist das eine Änderung, die ihr mit bloßem Auge während des Filmvorführungen wahrnehmen könnt? Ehrlich gesagt – nicht wirklich. Es handelt sich eher um eine technische Kuriosität für Puristen, die zeigt, dass die Ingenieure weiterhin versuchen, das Panel zu optimieren und das absolute Maximum herauszuholen, selbst wenn es sich um millimetergroße Schritte handelt. Es ist jedoch gut zu sehen, welchen Nutzen der Wettbewerb zwischen LG Display und Samsung Display gebracht hat, denn nach Jahren der Stagnation zeigen die WOLED-Panels endlich deutliche Fortschritte bei der Farbreproduktion.

Prozessor Alpha 11 – Schluss mit dem Posterization-Problem!

Unserer Meinung nach besteht die wichtigste Neuheit im G6 nicht in der Helligkeit, sondern im neuen Prozessor Alpha 11 mit nativer, 13-bitiger Helligkeitsverarbeitung. Warum ist das so wichtig? WOLED-Fernseher mit weißem Subpixel hatten schon immer mit der sogenannten Posterization zu kämpfen – unschönen, zerrissenen Bändern im Bild, die besonders am blauen Himmel oder in dunklen Szenen auffallen.

(Nicht) sichtbare Probleme mit der Posterisation in hellen und dunklen Szenen (WOLED)

Dank des neuen Prozessors wurde dieses Problem erheblich verbessert. Die präzise Steuerung der Matrix in der Nähe von Schwarz sorgt dafür, dass die Farbverläufe fließend sind, was unsere Tester bestätigen, die diese Bildschirme bei Vorpremieren gesehen haben. Das ist eine geniale Nachricht – ein reines Bild ohne Artefakte ist für den Komfort beim Ansehen wichtiger als zusätzliche Features, die die meisten von uns ohnehin nicht voll ausnutzen werden.

Tonmapping: KI im Dienst von (nicht immer) Idealem

Nach Angaben des Herstellers bringt der neue Alpha 11 Prozessor (Generation 3) auch deutlich besseres Tonmapping, indem er das Bild in bis zu 48 separaten Zonen in Echtzeit analysiert. Dies soll helfen, Details in den hellsten Bereichen des Bildes (z.B. Wolken am Himmel) zu bewahren, wenn das Material keine dynamischen Dolby Vision Metadaten besitzt.

Hier empfehlen wir jedoch Vorsicht. Erste Tests zeigen, dass die Funktion zur dynamischen Tonemappung das Bild künstlich aufhellen kann, was zulasten der Übertragungsgenauigkeit geht. Eine endgültige Bewertung werden wir nach den Tests der Verkaufsproben mit der endgültigen Software abgeben.

Anti-Reflexbeschichtung – LG G6 gegen "matt" Samsung S95H

Was wäre die Premiere eines Flaggschiffs ohne den Kampf um den Titel „beste Bildschirm für helle Räume“? Auf der diesjährigen CES wurde viel über die neue Anti-Reflexbeschichtung im LG G6 gesprochen. Es sollte ein Stachel in die Seite von Samsung sein, das in seinen Top-OLEDs (Modellen S95F und S95H) auf ein völlig mattes Panel setzt.

Können wir also im LG G6 mit einer ebenso spektakulären Blendenreduzierung rechnen? Die Antwort lautet: sowohl ja als auch nein. Vor allem – das Panel im G6 bleibt weiterhin glänzend. Man kann ihm jedoch nicht absprechen, dass es selbst in dieser Form hervorragend Reflexionen mindert, was man übrigens auf den beigefügten Bildern sehen kann. Selbst bei ausgeschaltetem Bildschirm ist der "Spiegel-Effekt" deutlich weniger störend als bei günstigeren Modellen wie dem B6 oder sogar der Serie C6.

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Echte Magie geschieht jedoch, wenn farbenfrohe, helle Szenen auf dem Bildschirm erscheinen (sehen Sie sich das Bild daneben an). Selbst auf dem glänzenden Panel werden die Reflexionen der Sonne oder die Silhouetten von Paweł und Łukasz, die diese Fernseher für Sie vor Ort getestet haben, praktisch unsichtbar.

Also – gibt es Fortschritte? Definitiv ja. Ist die LG-Beschichtung ebenso effektiv im "Verschwinden" von Reflexionen wie das Matten von Samsung? Hier ist der Weg noch weit, denn der Physik können wir nicht entkommen – Matt gewinnt immer gegen Glanz im Hinblick auf die Lichtstreuung. Es gibt jedoch ein mächtiges Argument für die LG-Lösung: Farbintensität und Tiefenschwarz. Das glänzende Panel G6 bewahrt diesen charakteristischen, saftigen "Pop", den matte Bildschirme manchmal unter sehr hellen Bedingungen etwas verlieren. Die Wahl reduziert sich also auf eine einfache Frage: OLED ohne Reflexionen oder kompromisslose Farben?

LG G6 ist OLED (fast) perfekt?

Wenn man das Gesamtbild der Änderungen im G6-Modell betrachtet, kann man dem Eindruck nicht entkommen, dass LG endlich aufgehört hat, sich ausschließlich auf "leere" Zahlen in Tabellen zu konzentrieren, und begonnen hat, echte Probleme zu beheben, die die Nutzer seit Jahren ärgern. Die Kombination aus Tandem OLED 2gen.-Panel und dem neuen Alpha 11-Prozessor ist ein Duo, das nicht nur eine rekordverdächtige Helligkeit von 2800 Nits verspricht, sondern vor allem auch ein Bild, das in der WOLED-Technologie bisher schwer zu erreichen war. Die Lösung des Posterization-Problems und die 13-Bit-Helligkeitsverarbeitung sind weitaus wichtigere Nachrichten als die zusätzlichen 10% Leistung. Fügen wir dazu die effektive (wenn auch weiterhin glänzende) Anti-Reflex-Beschichtung und das bewährte, 5-jährige Schutzpaket für das Panel hinzu, und wir erhalten ein Produkt, das auf dem Papier vollständig aussieht.

Natürlich arbeiten wir derzeit mit Vorabdaten und dem, was wir aus den Vorführgeräten herausgeholt haben. Wir können es kaum erwarten, bis LG G6 bei uns im Labor für vollständige Tests landet, wo wir es ohne Gnade mit professionellem Equipment testen und die finale Software bewerten werden.

Jetzt bleibt nur noch eine entscheidende Frage: P R E I S. Er wird entscheiden, ob G6 der unumstrittene König der Rentabilität im Premiumsegment 2026 sein wird. LG hat die Messlatte hoch gelegt und die Konkurrenz wird einen harten Brocken zu knacken haben.

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Michał Wołoszyn

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