Google hat gerade einen Schritt gemacht, der unvermeidlich war. Das Update des Modells Veo 3.1 bringt native Unterstützung für vertikale Videos im Format 9:16, also dem Format, das für YouTube Shorts, TikTok und Instagram Reels entwickelt wurde. Ohne Herumfummeln, ohne Zuschneiden, ohne Qualitätsverlust. KI generiert endlich Videos genau in dem Format, in dem sie heute konsumiert werden. Das ist ein klares Signal, dass Google die kurzen Videoformate nicht mehr als Ergänzung betrachtet. Jetzt sind sie der Ausgangspunkt.
Das Ende des Bildbeschneidens
Bis jetzt war die Erstellung von AI-Videos für Shorts ein Kompromiss. Die Modelle generierten ein horizontales Bild, das dann beschnitten oder künstlich skaliert werden musste. Das Ergebnis? Verlust von Details, schlecht gerahmte Figuren und Chaos in der Komposition. Veo 3.1 ermöglicht es jetzt, sofort das Format 9:16 auszuwählen. Das Video wird von der ersten Aufnahme an vertikal für den Smartphone-Bildschirm entworfen. Google integriert diese Funktion direkt mit YouTube Shorts und der YouTube Create-App, was deutlich zeigt, wo das Unternehmen die Zukunft des Videos sieht.
Referenzbilder funktionieren endlich wie sie sollen
Die größte Veränderung betrifft jedoch nicht das Format selbst, sondern die Qualität der Generierung aus Referenzbildern. Google hat die Ausdrucksstärke der Charaktere, ihre Bewegungen und Mimik deutlich verbessert. Sogar kürzere, weniger detaillierte Prompts erzeugen jetzt einen natürlicheren Effekt.
Das Modell hält die Konsistenz von Charakteren, Objekten und Hintergründen besser. Das Problem der „schwimmenden“ Gesichter, wechselnden Kleidung oder auseinanderdriftenden Details zwischen den Szenen verschwindet. Außerdem erlaubt Veo 3.1 das Mischen verschiedener Charaktere, Texturen, Objekte und Umgebungen in einem visuell konsistenten Clip. Das sind keine zufälligen Animationen mehr – es beginnt, wie eine echte Montage auszusehen.
1080p und 4K. AI hört auf, wie AI auszusehen
Das neue Update bringt auch eine bessere Bildskalierung auf 1080p und 4K mit sich. Das ist entscheidend, denn bis jetzt sahen viele AI-Videos nur in kleinen Fenstern gut aus. Bei Vergrößerung waren Artefakte, Unschärfen und fehlende Details sichtbar. Jetzt soll Veo 3.1 Material erzeugen, das nicht nur für Shorts, sondern auch für professionelle Videoprojekte geeignet ist. Das ist eine enorme Veränderung für Kreative, Marketingexperten und Produktionsstudios, die AI als echtes Werkzeug und nicht als Kuriosität nutzen möchten.
Verfügbarkeit. Google setzt auf das Ökosystem
Die neuen Funktionen können direkt in der Gemini-App genutzt werden. Professionelle Nutzer erhalten sie über Google Flow, die Gemini-API, Vertex AI und Google Vids in der Google Cloud. Das ist die klassische Google-Strategie – ein Modell, viele Einstiegspunkte. Vom Amateur, der Shorts auf dem Handy macht, bis hin zu Unternehmen, die Videos in großem Maßstab produzieren.
KI-Videos treten in die Nutzungsphase ein
Dieses Update zeigt eines: die Erstellung von Videos durch KI hört auf, ein Experiment zu sein. Google passt Veo 3.1 nicht an die Vision von Filmemachern an, sondern an die realen Gewohnheiten der Zuschauer. Vertikale Videos, schnelle Konsumation, soziale Medien, Konsistenz des Bildes und eine Qualität, die ausreichend ist, um nicht zu stören.
KI wird die Schöpfer noch nicht ersetzen. Aber sie hat gerade angefangen, ihre Sprache zu sprechen.
Katarzyna Petru












