Apple übernimmt Gemini vollständig. Ohne Google-Logo und ohne Kompromisse für Siri!

Calendar 1/14/2026

Apple übernimmt die Kontrolle über Gemini in Siri. Ein neuer Bericht zeigt, dass Apple das KI-Modell von Google eigenständig feinjustiert – ohne Gemini-Branding und ohne Zugriff Googles auf Nutzerdaten.

Die Zusammenarbeit von Apple mit Google im Bereich der künstlichen Intelligenz hat von Anfang an mehr Fragen als Antworten aufgeworfen. Jetzt werfen neue Informationen, die von The Information veröffentlicht wurden, ein gutes Licht auf die Hintergründe dieser Partnerschaft. Eines steht bereits fest – Apple nutzt Gemini, aber nach eigenen Bedingungen. Und es hat nicht vor, die Bühne mit Google zu teilen.

Apple stimmt Gemini selbstständig ein

Bei der offiziellen Ankündigung der Zusammenarbeit von Apple und Google fehlten technische Details. Die Unternehmen bestätigten nur, dass Funktionen, die auf Gemini basieren, lokal auf Apple-Geräten und im Rahmen von Private Cloud Compute arbeiten werden, was die Privatsphäre der Benutzer garantieren soll.

The Information enthüllt jedoch wesentlich mehr. Apple nutzt nicht nur das Modell Gemini als Grundlage, sondern kann es auch selbstständig feintunen, ohne ständige Intervention von Google.

Ja, Apple kann Google um Modifikationen bestimmter Elemente des Modells bitten, aber in der Praxis hat Cupertino die volle Kontrolle darüber, wie Gemini auf Fragen antwortet und in welchem Stil das Gespräch geführt wird. Mit anderen Worten – nicht Google diktiert die Bedingungen, sondern Apple gestaltet die KI nach der eigenen Produktphilosophie.

Siri ohne Google-Logo und ohne „Gemini” im Namen

Eine der größten Unbekannten betraf das Branding. Wird Siri in der Praxis eine Werbung für Google? Werden die Benutzer bei jeder Antwort das Gemini-Logo sehen? Laut The Information – absolut nicht.

Im aktuellen Prototyp des Systems enthalten die Antworten von Siri keine Verweise auf Google oder auf Gemini. Kein Logo, keine Namen, keine Hinweise darauf, dass im Hintergrund ein Modell eines Konkurrenzunternehmens arbeitet.

Das passt perfekt zu earlier Berichten von Mark Gurman von Bloomberg, der bereits Ende letzten Jahres vorhersagte, dass Apple diese Zusammenarbeit niemals öffentlich zur Schau stellen wird. Siri soll einfach… besser sein. Ohne fremde Einflüsse, ohne Übernahmen von Android und ohne „googligen” Charakter.

Ende der Links statt Antworten

Eines der größten Probleme von Siri seit Jahren ist der Mangel an echtem Allgemeinwissen. Statt Antworten – eine Liste von Links. Statt Informationen – der Hinweis, „in Safari nachzusehen“. Apple hofft, dass Gemini dies ändern wird. Die neue Siri soll real auf faktische Fragen antworten, wie zum Beispiel:

  • die Bevölkerung der Länder,

  • wissenschaftliche Informationen,

  • grundlegende encyclopädische Daten.

Dies ist ein Bereich, in dem Siri seit langem nicht nur hinter ChatGPT, sondern sogar hinter dem Google Assistant von vor einigen Jahren zurückgeblieben ist.

Siri soll besser „Emotionen verstehen“. Das ist ein riskanter Weg

Der umstrittenste Teil des Berichts betrifft die emotionale Unterstützung. Apple geht davon aus, dass Siri mit Gemini-Technologie besser mit Gesprächen umgehen kann, in denen der Nutzer Einsamkeit, Traurigkeit oder Entmutigung signalisiert. Die neue Siri soll gesprächiger und einfühlsamer antworten – ähnlich wie ChatGPT oder Gemini im Gesprächsmodus. Das ist jedoch ein Minenfeld. Die Geschichte der Chatbots kennt viele Fälle, in denen KI-Systeme:

  • den emotionalen Zustand des Nutzers falsch interpretierten,

  • die Schwere der Situation bagatellisierten,

  • oder sogar gefährliche Vorschläge unterbreiteten.

Wie Apple Empathie mit Sicherheit verbinden möchte – das erklärt der Bericht nicht. Und das könnte eines der schwierigsten Elemente des gesamten Puzzles sein.

Zwei Gehirne von Siri – immer noch ein Problem

Craig Federighi hat bereits eingeräumt, dass die größte Niederlage von Siri der Versuch war, zwei Systeme zu kombinieren:

  • den klassischen, deterministischen (Timer, Alarme, Nachrichten),

  • und das auf KI basierende Sprachmodell.

Apple hat letztendlich erkannt, dass die hybride Architektur die Qualitätsstandards des Unternehmens nicht erfüllt. Trotzdem versucht die neue Siri erneut, beide Welten zu verbinden – diesmal auf durchdachtere Weise. Einfache Aufgaben werden weiterhin lokal auf dem Gerät bearbeitet, aber wenn die Anfrage mehrdeutig ist, wird Gemini aktiviert. Ein Beispiel? Wenn du Siri bittest, eine Nachricht an „Mama“ zu senden und du keinen entsprechenden Eintrag in deinen Kontakten hast, soll die neue Siri die Nachrichtenhistorie und den Kontext analysieren, um herauszufinden, um wen es sich handelt.

Klingt großartig. In der Praxis ist es genau das Problem, mit dem Google und Amazon seit Jahren kämpfen.

Implementierung in Etappen. Vollständige Siri erst 2026?

Am Ende der Zeitplanung. Apple hat nicht vor, alles auf einmal herauszubringen. Ein Teil der Funktionen wird bereits im Frühling debütieren. Fortgeschrittenere Möglichkeiten – wie:

  • das Erinnern an frühere Gespräche,

  • proaktive Vorschläge (z. B. früher zum Flughafen zu fahren wegen des Verkehrs),

sollen erst auf der WWDC im Juni angekündigt werden. Das bedeutet eines – die Revolution von Siri wird langsam, aber methodisch sein. Apple will kein weiteres Mal einen Fehlstart und zieht es offensichtlich vor, Funktionen schrittweise bereitzustellen, anstatt ein Wunder zu versprechen und Halblösungen zu liefern.

Katarzyna Petru Avatar
Katarzyna Petru

Journalist, reviewer, and columnist for the "ChooseTV" portal