Die Einführung von Werbung im Basistarif von Amazon Prime Video hat in Europa ernsthafte Kontroversen ausgelöst. Anfang 2024 änderte Amazon das Abonnementmodell in mehreren Ländern, darunter Deutschland, und fügte Werbeblöcke zum Standardpaket hinzu. Um Inhalte ohne Unterbrechungen zu sehen, müssen die Nutzer etwa 3 Euro pro Monat zusätzlich zahlen. Diese Lösung unterscheidet sich von der Strategie, die von Plattformen wie Netflix oder Disney+ angenommen wurde, die separate, günstigere Pläne mit Werbung eingeführt haben. In Deutschland stieß die Änderung auf außergewöhnlich starken Widerstand. Der Fall landete vor Gericht und könnte schwerwiegende finanzielle Folgen für das Unternehmen haben.
Gericht auf der Seite der Verbraucher
Im Dezember 2025 erkannte das Münchener Gericht an, dass die Einführung von Werbung ohne ausdrückliche Zustimmung der Nutzer möglicherweise gegen die Rechte der Verbraucher verstoßen hat. Die deutsche Verbraucherorganisation Verbraucherzentrale Bundesverband argumentiert, dass Abonnenten ohne zusätzliche Gebühren Zugang zu werbefreien Versionen haben sollten. Amazon kündigte Berufung an, aber das Urteil wurde zum Impuls für weitere rechtliche Schritte.
Sammelklage und milliardenschwere Ansprüche
Derzeit wird eine Sammelklage vorbereitet, der sich bereits über 200.000 Nutzer in Deutschland angeschlossen haben. Sie fordern die Rückerstattung von 2,99 Euro für jeden Monat seit Einführung der Werbung. Bei einer geschätzten Anzahl von über 20 Millionen Prime-Abonnenten in diesem Land könnten die potenziellen Kosten für Amazon in die Milliarden Euro steigen. Zusätzliche Ansprüche umfassen auch die Rückzahlung von Gewinnen, die durch die Ausstrahlung von Werbung generiert wurden.
Der Streit um Werbung in Prime Video könnte die zukünftige Strategie von Amazon in Europa beeinflussen. Wenn die Gerichte die für das Unternehmen nachteiligen Entscheidungen aufrechterhalten, könnte das Modell der Werbungseinführung ohne Änderung des Grundpreises in Frage gestellt werden. Das ist eine Angelegenheit, die über ein Land hinausgeht und die Funktionsweise von Streaming-Plattformen in der gesamten Region prägen könnte.
Quelle: 4KFilme, Verbraucherzentrale Bundesverband
Katarzyna Petru












