Die CES 2026 in Las Vegas ist erneut zum Ort geworden, an dem Fernseherhersteller nicht nur neue Modelle präsentieren, sondern auch eindeutig den Entwicklungsweg der gesamten Branche kommunizieren. Bei LG ist dieser Weg besonders klar: noch höhere Helligkeit der OLEDs, weiterer Kampf gegen Lichtreflexionen und schrittweise Übertragung der Technologie aus dem Premium-Segment in erschwinglichere Serien.
LG-Fernseher auf der CES 2026 – von MicroLEDs bis hin zu neuen OLEDs der nächsten Generation
Den Besuch des LG-Stands auf der CES 2026 sollte man mit einer technologischen Neuheit, den MicroLED-Displays, beginnen, die der Hersteller bereits seit einigen Jahren im Angebot hat. Diese Lösung ist extrem teuer, nicht im regulären Einzelhandel erhältlich, aber – was wichtig ist – real im Katalog von LG präsent. Das vorgestellte Exemplar mit der Bezeichnung LSAH007 ist auf der Website des Herstellers mit klaren technischen Spezifikationen und der Möglichkeit zur Bestellung aufgeführt. Dies ist ein deutliches Zeichen, dass MicroLEDs nicht mehr nur eine demonstrative Technologie der Zukunft sind, sondern ein vollwertiges, wenn auch Nischenprodukt geworden sind. Ein Problem bleibt jedoch bestehen – der Preis, der in Hunderttausenden gemessen wird, bedeutet, dass wir immer noch eher von einer Demonstration technologischer Möglichkeiten und weniger von einer realen Verbraucherwahl sprechen.
Neue LCD-Technologie von LG – Micro RGB. Ankündigung von Veränderungen, aber ohne konkrete Details
Am Stand von LG erschien auch das Modell MRGB95, das eine neue Richtung in der Entwicklung der LCD-Fernseher des Herstellers verheißen soll. Leider haben wir zum Zeitpunkt der CES 2026 keine detaillierten technischen Parameter erfahren – es fehlen Informationen zu Helligkeit, Kontrast oder Art der Hintergrundbeleuchtung. Es ist eher eine Ankündigung dessen, was mit der vollständigen Präsentation der neuen LCD-Serie noch kommen wird. Die Richtung ist klar, aber auf konkrete Details müssen wir noch warten.
LG OLEDs 2026 – viel Veränderung und noch mehr Verwirrung
Die meisten Emotionen und gleichzeitig das größte Chaos – entstehen bei den neuen OLED-Fernsehern. LG kehrt zu Bezeichnungen mit der Zahl „6“ zurück, was an die Modelle von 2016 erinnern kann, obwohl wir es in der Praxis mit einer völlig neuen Generation zu tun haben. Das größte Interesse weckt natürlich die Serie C, die erfolgreichste Linie der LG OLEDs. Und hier hat der Hersteller die komplexeste und potenziell problematische – Einteilung eingeführt.
LG C6, CS6 und C6H – drei Versionen einer Serie
Im Jahr 2026 wurde die C-Serie in drei Modelle unterteilt: C6, CS6 und C6H (Hyper). Die ersten beiden sind evolutionäre Konstruktionen. Sie bieten einen geringfügigen Anstieg der Helligkeit im Vergleich zu ihren Vorgängern sowie einen neuen Alpha 11 Prozessor der dritten Generation, der auch in der G6 und W6 Serie eingesetzt wird. Dieser Prozessor führt eine native 12-Bit Farbverarbeitung ein, verbessert die Fließfähigkeit der Tonübergänge und ermöglicht die Verarbeitung von 4K-Signalen bei 165 Hz. Dies sind bemerkenswerte, aber eher kosmetische Änderungen.
LG C6H – Tandem RGB OLED trifft auf die C-Serie
Eine wahre Revolution verbirgt sich erst im Modell C6H. Es ist genau dieses Modell, das das Tandem RGB OLED-Panel erhält, das bisher aus Flagship-Konstruktionen wie dem LG G5 oder dem Panasonic Z95B bekannt ist. Die vierlagige Struktur des Panels führt zu deutlich höherer Helligkeit und besserer Farbpalette-Abdeckung. Noch vor einem Jahr war es schwer vorstellbar, dass eine Technologie, die für Top-Modelle reserviert ist, in die Mittelklasse gelangt. Heute ist deutlich zu erkennen, dass die Hersteller einen direkten Kampf um den Kunden führen, der Qualität im Premium-Segment zu einem vernünftigen Preis erwartet. C6H sieht aus wie eine sehr starke Antwort auf Samsungs S90H (über den ihr hier mehr lesen könnt), besonders auf dem amerikanischen Markt, wo QD-OLED-Panels dominieren.
Einschränkungen C6H – Größen und ungewisse Verfügbarkeit in Europa
Die Begeisterung wird jedoch durch zwei wesentliche Unklarheiten gedämpft.
Erstens wird das Tandem OLED-Panel ausschließlich in den Diagonalen 77 und 83 Zoll erhältlich sein. Die beliebten Größen von 55 und 65 Zoll bleiben bei Standard-Panels, es sei denn, der Nutzer entscheidet sich für einen Aufpreis zur G6-Serie.
Zweitens bleibt die Verfügbarkeit der C6H-Version mit Tandem OLED-Panel in Europa unklar. LG kommuniziert nicht direkt, welcher Paneltyp verwendet wird, und bedient sich marketingtechnischer Begriffe wie „AI Brightness Booster“. Erst unsere Tests in der Redaktion werden zeigen, ob wir tatsächlich die gleiche Technologie erhalten, die wir in Las Vegas gesehen haben.
LG G6 – noch heller
Die G6-Serie bleibt die Flaggschifflinie von LG, die hauptsächlich für die Wandmontage konzipiert ist. Im Jahr 2026 erhält dieses Modell die zweite Generation des Tandem-OLED-Displays, das etwa 20% heller sein soll als das letztjährige G5. In der Praxis bedeutet dies die Möglichkeit, HDR-Inhalte, die auf bis zu 3000 Nits gemastert sind, präzise darzustellen. Im Vergleich zum Basis-OLED B6 beträgt der Unterschied in der Spitzenhelligkeit nahezu das Vierfache.
Neue Anti-Reflexionsbeschichtung – LGs Antwort auf Samsung
Eines der interessantesten Elemente des G6 ist die neue Beschichtung „Reflection-free premium”. Dies ist eine deutliche Antwort auf die matten Bildschirme von Samsung, wie den S95H. LG verspricht eine Reduzierung von Reflexionen, ohne die Farbintensität und die Tiefe des Schwarz zu verlieren, was oft ein Problem bei vollständig matten Paneelen darstellt.
LG W6 – die Rückkehr des „Wallpaper OLED” Fernsehers
Eine der größten Überraschungen der CES 2026 ist die Rückkehr der W-Serie (Wallpaper). Das Modell W6 ist nur 9,9 mm dick, was es dünner als die meisten Smartphones macht. Dieses Mal hat LG auf die mächtige Soundbar verzichtet, die aus früheren Generationen bekannt ist, und sie durch ein kleines Zero Connect-Modul ersetzt, das aus der drahtlosen M-Serie bekannt ist. Dies ist ein Angebot für Menschen, denen Design ebenso wichtig ist wie die Bildqualität. Wichtig ist, dass LG ankündigt, dass der W6 nicht den Preisfehler seines Vorgängers vor einigen Jahren wiederholen wird und nur geringfügig teurer sein wird als die G-Serie.
Was werden wir im Fernseher LG 2026 nicht sehen?
LG hat sich entschieden, HDMI 2.2 nicht einzuführen, obwohl dieser Standard bereits auf der CES 2025 angekündigt wurde. Angesichts der aktuellen Möglichkeiten von HDMI 2.1 – 4K bis 165 Hz – ist das Fehlen des neuen Anschlusses schwer als echtes Problem zu betrachten. Enttäuschend ist jedoch das weiterhin fehlende DTS sowie die Abwesenheit von Dolby Vision 2. Obwohl die realen Vorteile der neuen Version von Dolby Vision diskutabel sind, kündigen Wettbewerber wie TCL oder Philips an, diese Technologie durch Aktualisierungen zu unterstützen.
Maciej Koper













