Obwohl die ATSC 3.0-Technologie eine neue Qualität des kostenlosen digitalen Fernsehens versprach, steht ihre Einführung im Jahr 2026 weiterhin vor großen Hürden. Die meisten Fernseherhersteller entscheiden sich immer noch nicht dafür, diesen Tuner in ihren Standardmodellen zu integrieren, was die Zukunft des digitalen Rundfunks in Nordamerika in Frage stellt.
Was ist eigentlich ATSC 3.0 und wie schneidet es im Vergleich zu DVB-T2 ab?
ATSC 3.0, auch bekannt als "NextGen TV", ist ein Standard für die Übertragung von Fernsehsignalen, der 4K-Bildqualität mit HDR, Dolby Atmos-Sound und fortschrittliche interaktive Funktionen bieten soll. Er soll in Nordamerika und Australien debütieren. Man kann ihn mit dem europäischen Standard DVB-T2 vergleichen, der in Polen den Übergang zu HD- und 4K-Qualität ermöglicht hat. Der Hauptunterschied besteht darin, dass ATSC 3.0 stärker auf eine hybride Verbindung zum Internet ausgerichtet ist. Leider hat sich ATSC 3.0, im Gegensatz zu DVB-T2, das in Europa zum gängigen Standard wurde, mit Lizenz- und Patentproblemen auseinandersetzen müssen, was dazu führt, dass Hersteller wie LG sich vollständig aus der Implementierung dieses Tuners in neueren Modellen zurückgezogen haben.
Markt gegen Realität
Derzeit sieht die Situation wenig optimistisch aus. Samsung bietet Unterstützung nur bei ausgewählten OLED- und QLED-Modellen an, während Hisense und Sony dies auf höhere Serien beschränken. Die meisten günstigeren Marken ignorieren diesen Standard vollständig. Die Branche versucht, die Situation zu retten, indem sie ankündigt, dass sie im Jahr 2026 Zubehör (Set-Top-Boxen) zu einem Preis von unter 60 Dollar einführen wird, jedoch möchte nur wenige Nutzer in zusätzliche Hardware investieren, angesichts der allgegenwärtigen Streaming-Anwendungen. Laut Berichten von FlatpanelsHD könnte, wenn sich der Trend nicht umkehrt, die für 2027 geplante Abschaltung des alten ATSC 1.0-Signals erheblich zeitlich verschoben werden.
Quelle: FlatpanelsHD
Katarzyna Petru












