Schluss mit lauten Werbespots auf Streaming-Plattformen. Neue Vorschriften treten in Kraft.

Calendar 6/30/2026

Jeder Nutzer von Streamingdiensten hat mindestens einmal die Situation erlebt, in der ein ruhiger Filmabend plötzlich durch eine besonders laute Werbung unterbrochen wurde. Für viele Zuschauer war das einer der ärgerlichsten Aspekte der Nutzung von VOD-Plattformen. Nun soll das Problem zumindest in einem US-Bundesstaat gelöst werden. Ab dem 1. Juli treten Vorschriften in Kraft, die die Plattformen dazu zwingen sollen, die Lautstärke von Werbeeinblendungen anzugleichen. Das ist eine Änderung, die auch andere Märkte beeinflussen könnte.

Kalifornien führt Verbot lauterer Werbung auf Streamingdiensten ein

Ab 1. Juli 2026 tritt im US-Bundesstaat Kalifornien das Gesetz SB 576 in Kraft, das zuvor vom Gouverneur Gavin Newsom unterzeichnet wurde. Die neuen Vorschriften verbieten Streamingplattformen, Werbung mit höherer Lautstärke auszustrahlen als der zuvor gesehene Film, die Serie oder die Sendung. Bisher galten ähnliche Regelungen nur für das terrestrische, Kabel- und Satellitenfernsehen auf Grundlage des amerikanischen CALM Act aus dem Jahr 2010. Streamingdienste waren davon jedoch nicht betroffen. Dem Initiator des neuen Gesetzes, Senator Tom Umberg, zufolge war die Inspiration eine Geschichte eines Elternteils, dessen schlafendes Kind beim Nutzen von VOD-Plattformen regelmäßig durch besonders laute Werbespots geweckt wurde. Die neuen Vorschriften sollen diese Ungleichheit beseitigen und den Nutzern ein komfortableres Seherlebnis bieten. Vorerst gelten die Regelungen nur in Kalifornien, doch ein ähnliches Gesetz wurde bereits im Bundesstaat Illinois verabschiedet, wo es ab 2027 in Kraft tritt. Immer mehr Experten sind der Ansicht, dass Plattformen die Änderungen weltweit einführen könnten, statt für verschiedene Regionen unterschiedliche Standards beizubehalten.

Streamingdienste waren von den neuen Vorschriften nicht begeistert

Die neuen Regelungen stießen auf Kritik seitens der Streamingbranche. Organisationen, die unter anderem Netflix, Disney und Amazon Prime Video vertreten, wiesen darauf hin, dass die einheitliche Lautstärke von Werbespots nicht immer leicht zu gewährleisten ist. Das Problem ergibt sich unter anderem aus der Technologie des dynamischen Einfügens von Werbung in Streams und aus Unterschieden bei der Kodierung der auf Fernsehern, Smartphones und Tablets wiedergegebenen Inhalte. Die Unternehmen betonen, dass viele Plattformen bereits zuvor daran gearbeitet haben, solche Situationen einzudämmen. Bislang hat jedoch keines der größten Portale mitgeteilt, wie es seine Dienste an die neuen Vorgaben anpassen will. Wenn die Änderungen wirksam sind, könnten Nutzer endlich aufhören, jedes Mal zur Fernbedienung zu greifen, wenn eine Werbepause beginnt. Es ist auch möglich, dass weitere Bundesstaaten oder Länder ähnliche Vorschriften einführen. Das Problem zu lauter Werbung besteht nämlich seit Jahren nicht nur in den Vereinigten Staaten. Alles deutet darauf hin, dass der Druck auf Streamingdienste allmählich zunehmen wird.

Kalifornien ist als erster US-Bundesstaat dazu übergegangen, Vorschriften einzuführen, die das Ausspielen von Werbung verbieten, die lauter ist als die wiedergegebenen Inhalte auf Streamingplattformen. Die neuen Regelungen könnten der Anfang umfassenderer Veränderungen sein, die künftig auch andere Regionen betreffen.

Quelle: digitaltrends

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