Die seit Monaten steigenden Preise für Elektronik werden mit immer teureren Arbeitsspeichern (RAM) und Flash-Speichern in SSDs erklärt. Nun hat die Angelegenheit eine ganz neue Dimension angenommen. Die drei weltweit größten Speicherhersteller wurden in den USA wegen illegaler Preisabsprachen und Produktionsbegrenzungen verklagt. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnte dies eines der größten Kartellverfahren in der Technologiebranche der letzten Jahre werden. Bislang bestreiten die Unternehmen alle Vorwürfe energisch.
Samsung, SK Hynix und Micron wegen Preisabsprachen beschuldigt
Eine in Kalifornien eingereichte Sammelklage betrifft die Unternehmen Samsung, SK Hynix und Micron, die für den weitaus größten Teil der weltweiten Produktion von DRAM sowie einen bedeutenden Anteil des NAND Flash-Markts verantwortlich sind. Den Klägern zufolge sollen die Hersteller gemeinsam die Produktion von DDR3- und DDR4-Speichern eingeschränkt und gleichzeitig ihre Produktionskapazitäten auf profitablere HBM-Chips verlagert haben, die in Rechenzentren für künstliche Intelligenz eingesetzt werden. Nach Ansicht der Kläger führte dies zu einem starken Anstieg der Preise für Speicher, die in Computern, Konsolen und vielen anderen elektronischen Geräten verwendet werden. In der Klage wird sogar von einem Preisanstieg von bis zu 700 Prozent in den letzten vier Jahren berichtet. Die Kläger behaupten, die Hersteller hätten durch die Koordinierung ihres Handelns statt durch fairen Wettbewerb gegen das US-Kartellrecht verstoßen. Sollten die Vorwürfe bestätigt werden, könnten ähnliche Praktiken auch gegen das europäische Wettbewerbsrecht verstoßen. Das Verfahren befindet sich bislang in einem frühen Stadium und es wurden noch keine Entscheidungen getroffen. Der Fall könnte jedoch erhebliche Bedeutung für die gesamte Technologiebranche haben.
Hersteller weisen die Vorwürfe zurück, doch die Geschichte kennt ähnliche Fälle
Die von der Klage betroffenen Unternehmen weisen die Vorwürfe einer Preisabsprachen zurück. Micron hat die vorgebrachten Anschuldigungen bereits offiziell bestritten, während Samsung und SK Hynix argumentieren, dass die Änderungen in der Produktion auf die enorme Nachfrage nach Speichern zurückzuführen sind, die im Bereich der künstlichen Intelligenz eingesetzt werden. Es sei jedoch daran erinnert, dass die Speicherbranche in der Vergangenheit bereits in ähnliche Fälle verwickelt war. Im Jahr 2005 gaben Samsung und SK Hynix ihre Beteiligung an einer Preisabsprache bei DRAM-Speichern zu und zahlten Geldstrafen in Millionenhöhe. Einige Manager wurden damals wegen der Koordinierung von Preisen zwischen Herstellern zu Haftstrafen verurteilt. Auch die Europäische Kommission führte ein ähnliches Verfahren gegen die größten Speicherhersteller und verhängte hohe Geldstrafen. Der aktuelle Fall betrifft jedoch eine völlig andere Marktlage, die mit dem rasanten Wachstum der künstlichen Intelligenz und der steigenden Nachfrage nach modernen Speicherchips zusammenhängt. Das Urteil könnte nicht nur Auswirkungen auf die Halbleiterhersteller haben, sondern auch auf die Preise für Elektronik, die von Millionen Nutzern weltweit gekauft wird.
Samsung, SK Hynix und Micron wurden in den USA wegen mutmaßlicher Bildung einer Preisabsprache auf dem DRAM- und NAND-Speichermarkt verklagt. Die Unternehmen bestreiten die Vorwürfe, doch sollte sich die Anschuldigung bestätigen, könnte das die Ursachen für den starken Preisanstieg vieler elektronischer Geräte erklären.
Quelle: flatpanelshd
Redakcja Choose TV












