PlayStation macht Schluss mit Discs. Die gesamte Spielebranche wird die Folgen spüren.

Die jüngste Entscheidung von Sony, die Produktion neuer Spiele auf physischen Datenträgern ab 2028 einzustellen, sorgte für großes Aufsehen unter Spielern. Nun zeigt sich, dass die Veränderungen weit über das Angebot des PlayStation Store hinausgehen. Der Hersteller hat mit dem Umbau seiner Produktionskette begonnen und bereitet sich auf eine Welt ohne physische Datenträger vor. Das ist ein Signal, dass es wahrscheinlich kein Zurück von der digitalen Distribution mehr geben wird. Die Folgen dieser Entscheidung werden weit mehr Unternehmen zu spüren bekommen als nur Sony.

Produktionsstätten für optische Discs ändern ihre Ausrichtung

Sony DADC, das Unternehmen, das für die Herstellung optischer Discs verantwortlich ist, hat Vorbereitungen für eine neue Phase seiner Tätigkeit begonnen. Das Hauptwerk in Thalgau (Österreich), das derzeit rund 600.000 Discs pro Tag produziert, soll umgebaut werden. Das Unternehmen hat etwa 30 Millionen Euro in den Start der Produktion von Mikrolinsen investiert, die unter anderem in moderner Elektronik verwendet werden. Laut dem Geschäftsführer von Sony DADC hängt etwa die Hälfte der aktuellen Produktion des Werks mit PlayStation zusammen. Wenn die Veröffentlichung neuer Spiele auf Discs eingestellt wird, wird ein erheblicher Teil dieses Volumens wegfallen. Aus diesem Grund hat Sony beschlossen, das Werk noch vor 2028 auf neue Aufgaben vorzubereiten. Ähnliche Veränderungen haben bereits zuvor in Japan begonnen. Das dortige Werk hat die Beschäftigtenzahl reduziert und die Produktion beschreibbarer optischer Discs eingestellt. Alles deutet darauf hin, dass die Entscheidung, auf Discs zu verzichten, frühzeitig getroffen wurde und die gesamte Lieferkette betrifft. Das bedeutet, dass die Rückkehr zu physischen Spielveröffentlichungen immer unwahrscheinlicher wird. Sony rüstet seine Infrastruktur konsequent für das Zeitalter der digitalen Distribution.

Auch Geschäfte und der Blu-ray-Markt werden die Folgen spüren

Der Umstieg auf den digitalen Verkauf wird nicht nur die Konsolenhersteller betreffen. Die Veränderungen können auch Händler, die Spiele in physischen Verpackungen verkaufen, wie GameStop und andere Einzelhandelsketten, hart treffen. Weniger Nachfrage nach physischen Versionen bedeutet geringere Umsätze und eine Abnahme der Bedeutung traditioneller Verkaufsstellen. Filme auf Blu-ray-Discs sind derzeit noch nicht bedroht, da ihre Produktion fortgesetzt wird. Der Markt für physische Medien schrumpft jedoch seit einigen Jahren kontinuierlich. Aus der Produktion von Blu-ray-Playern haben sich bereits unter anderem LG, Samsung und Oppo zurückgezogen. Zudem wird immer häufiger die Zukunft der von Sony selbst gefertigten UHD-Blu-ray-Player infrage gestellt. Wenn sich der Trend zur digitalen Distribution fortsetzt, können weitere Marktsegmente nach und nach verschwinden. Für viele Sammler bedeutet das das Ende einer Ära. Die Spielebranche steuert immer deutlicher auf eine Welt ohne physische Medien zu.

Sonys Entscheidung, Spiele nicht mehr auf Discs zu veröffentlichen, hat weitreichendere Folgen als zunächst angenommen. Das Unternehmen baut seine Fabriken um, und die Veränderungen werden auch für Geschäfte sowie den gesamten Markt für physische Datenträger spürbar sein. Alles deutet darauf hin, dass die digitale Distribution in den kommenden Jahren zur dominierenden Form des Spielekaufs wird.

Quelle: flatpanelshd

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