Netflix gibt der Kinobranche nach? Durchbruchserklärung von Ted Sarandos zu Warner Bros.

Calendar 1/19/2026

Eine der wichtigsten Fragen zur Übernahme von Warner Bros. durch Netflix hat endlich eine Antwort gefunden. Obwohl kürzlich noch über eine drastische Verkürzung der Präsenz von Hits in Kinos spekuliert wurde, hat Ted Sarandos, Co-CEO von Netflix, die Zweifel ausgeräumt: Das traditionelle 45-tägige Kinofenster bleibt bestehen.

End der Spekulationen: 45 Tage bleiben

In den letzten Wochen hat die Filmbranche die Berichte elektrisiert, dass Netflix plant, die exklusive Kinofenster für Warner Bros. Filme auf nur 17 Tage zu verkürzen. Dies würde ermöglichen, große Produktionen sofort auf die Streaming-Plattform zu bringen. In seinem ersten Interview seit der Bekanntgabe des Vertrags, das er The New York Times gab, stellte Ted Sarandos die Dinge jedoch klar.

„Wenn diese Transaktion abgeschlossen ist, werden wir im Besitz eines phänomenalen Kinodistributionsmechanismus sein, der Milliarden von Dollar Umsatz generiert. Wir wollen dieses Risiko nicht eingehen” – erklärte Sarandos. Der Chef des Streaming-Giganten nannte eine konkrete Zahl und stellte sicher, dass das Geschäft weitgehend so geführt wird wie bisher, mit 45 Tagen Exklusivität für die Kinos.

Kampf um das Box Office und Milliarden Dollar

Die Erklärung von Netflix ist eine strategische Wende. Bisher hat das Unternehmen Kinos eher als notwendigen Zwischenstopp für ausgewählte Titel betrachtet (oft nur, um sie für die Oscars zu qualifizieren). Doch jetzt, mit der Übernahme eines so mächtigen Studios wie Warner Bros., möchte Netflix ein vollwertiger Spieler in der Welt des großen Bildschirms werden. Sarandos betonte, dass Netflix einen „Wettbewerbsgeist“ hat und beabsichtigt, um Siege an Eröffnungswochenenden und Dominanz in den Box-Office-Rankings zu kämpfen. Das bedeutet, dass kommende Hits, wie der neue Film von Tom Cruise mit dem Titel Digger oder die für 2026 angekündigten überarbeiteten Klassiker in 4K (u.a. Gravity oder Ben-Hur), einen garantierten vollen Zeitraum für die Aufführung in Kinos haben, bevor sie ins heimische Wohnzimmer gelangen.

Was ist mit den Premieren auf anderen VOD- und Streaming-Plattformen?

Obwohl 45 Tage im Kino bereits sicher sind, bleibt die Frage, was nach dieser Zeit passieren wird. Derzeit verfolgt Warner Bros. ein Modell, bei dem Filme nach dem Kinofenster zuerst auf kostenpflichtigen VOD-Diensten (wie Apple TV oder Amazon) landen, wo sie in der Premium-Version ausgeliehen oder gekauft werden können. Erst nach etwa 70–90 Tagen nach der Premiere gelangen sie ins Abonnement von HBO Max. Netflix hat noch nicht klargestellt, ob die Filme nach Ablauf der Kinorechte sofort in die Bibliothek des Dienstes gelangen oder ob sie auch durch die Phase des kostenpflichtigen VOD gehen werden. Darüber hinaus betrifft das Versprechen von 45 Tagen momentan ausschließlich Produktionen des übernommenen Studios Warner Bros. – originale Filme, die direkt von Netflix (Netflix Originals) produziert werden, können nach wie vor viel kürzer im Kino erscheinen.

Wann übernimmt Netflix Warner Bros.?

Der gesamte Fusionsprozess von Netflix mit Warner Bros. und HBO ist äußerst kompliziert und wird von den Aufsichtsbehörden genauestens verfolgt. Es wird geschätzt, dass die Transaktion frühestens Ende 2026 abgeschlossen sein wird. Bis dahin bleiben beide Unternehmen formal getrennte Einheiten, obwohl die Erklärungen von Sarandos die Kinobesitzer bereits jetzt beruhigen, die befürchtet hatten, dass der Eintritt des Streaming-Riesen das traditionelle Vertriebsmodell zerstören könnte.

Quellen: The New York Times (NYT), FlatpanelsHD, Eigene Ausarbeitung.

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Katarzyna Petru

Journalist, reviewer, and columnist for the "ChooseTV" portal