
Samsung feiert seit einigen Jahren Erfolge mit seinem The Frame und dem Art Store. Jetzt schließt sich LG dem Wettlauf um „Fernseher als digitale Bilderrahmen” an. Die koreanische Marke hat den Start von LG Gallery+ angekündigt, also ihrer eigenen Plattform mit Kunstwerken und Grafiken. Im Katalog finden wir über 4000 Bilder, Fotos und Grafiken, die das Wohnzimmer in eine private Galerie verwandeln sollen.
Ikonische Bilder und Kunst aus Spielen
Im Angebot von LG Gallery+ finden sich Malerei-Klassiker – darunter „Weizenfeld mit Zypressen” von Vincent van Gogh oder „Badegänger in Asnières” von Georges Seurat. Auch zeitgenössische Akzente fehlen nicht: Neben museumwürdigen Kunstwerken können Grafiken, die von der Welt der Spiele inspiriert sind, wie Assassin’s Creed oder Rainbow Six, angezeigt werden.
Das Konzept funktioniert ähnlich wie bei The Frame – wenn der LG Fernseher nicht zum Ansehen von Filmen oder Serien genutzt wird, verwandelt er sich in einen digitalen Rahmen. Interessanterweise kann man zu ausgewählten Werken Musik oder sanfte Melodien im Hintergrund hinzufügen.
LG: „Kunst sollte Teil des Alltags sein”
Das Projekt entstand in Kooperation mit National Gallery Global. Wie Susan Noonan, die Handelsdirektorin der Institution, betont:
„Wir glauben, dass große Kunst Teil des täglichen Lebens sein sollte. Dank LG Gallery+ erhalten Häuser auf der ganzen Welt Zugang zu unseren kuratierten Meisterwerken und bieten Momente der Reflexion, Inspiration und Schönheit außerhalb der Mauern der Galerie.”
Light-Version und Premium-Abonnement
LG setzt auf zwei Zugangsmodelle:
Light – kostenlose Version mit einer begrenzten, ausgewählten Sammlung,
Premium – kostenpflichtiges monatliches Abonnement verfügbar in den USA, Korea und Teilen Europas. LG verspricht eine schrittweise Erweiterung auf weitere Märkte.
Eine interessante Funktion ist die Integration mit Google Fotos, die das Generieren von Bildern mit Hilfe von KI ermöglicht. Die Fernseher sind zudem mit einem Lichtsensor ausgestattet, der die Helligkeit und Farbgebung des Bildschirms an die Bedingungen im Raum anpasst. Nachteilig könnte das Fehlen einer matten Bildschirmoberfläche sein, die bei Samsung das Bild mehr wie ein physisches Bild auf Leinwand aussehen lässt.
Neue Werke jeden Monat und Updates für webOS
LG hat angekündigt, dass neue Arbeiten jeden Monat zur Galerie+ Bibliothek hinzugefügt werden. Zum Start wird die Funktion auf OLED- und LCD-Fernseher aus dem Jahr 2025 in 150 Ländern verfügbar sein.
Ältere Modelle bleiben nicht außen vor – der Zugang wird nach dem Update auf webOS 25 verfügbar sein, das für das vierte Quartal 2025 und das erste Quartal 2026 geplant ist (für die Modelle aus den Jahren 2022, 2023 und 2024).
Der Wettbewerb zieht an
Samsung ist nicht mehr allein. Neben LG haben auch andere Anbieter ihre Antworten auf The Frame präsentiert – Hisense Canvas und TCL Nxtvision. Es ist also deutlich zu erkennen, dass die Idee „Fernseher als digitale Galerie“ zu einem weiteren Trend im Premium-Segment wird.