Fernseher umSONST!? Warum schlägt ein solches Projekt fehl?!

Calendar 1/26/2026

Stell dir vor, du betrittst einen Laden und bekommst einen modernen 55-Zoll 4K-Fernseher mit einer leistungsstarken Soundbar völlig kostenlos. Du zahlst keinen Cent... weder jetzt noch in Raten. Klingt nach einem Internetbetrug? In den USA ist das Realität unter dem Namen Telly. Doch die neuesten Berichte berichten, dass diese „Revolution“ gerade auf eine schmerzhafte Wand stößt.

Was ist überhaupt ein Fernseher Telly? (Wir erklären)

Telly ist ein ungewöhnliches Set, das aus einem 55-Zoll 4K LCD-Hauptbildschirm und einem darunter platzierten kleineren Display (Smart Screen) besteht. Dieser untere Bildschirm dient dazu, das Wetter, Sportergebnisse und vor allem kontinuierliche Werbung anzuzeigen. Zwischen beiden Bildschirmen befindet sich eine leistungsstarke Soundbar der Marke Harman Kardon, die einen deutlich besseren Klang als in herkömmlichen Fernsehern garantiert. Das Gerät verfügt auch über eine eingebaute LED-Beleuchtung auf der Rückseite des Gehäuses (ein Effekt ähnlich Ambilight, aber ohne dynamische Beleuchtung) sowie über zwei Kameras, die das Spielen von Bewegungsspielen und Fitnessübungen ermöglichen, obwohl sie von vielen als Überwachungsinstrument für die Bewohner angesehen werden. Die ersten Eindrücke und das Unboxing könnt ihr auf dem YouTube-Kanal des Nutzers "David Di Franco" sehen.

Zahlen lügen nicht: „Umsonst” ist zu wenig

Obwohl Telly versprochen hat, dass Millionen Stücke in die Haushalte gelangen, ist die von den Lowpass Diensten beschriebene Realität brutal. Bis jetzt wurden lediglich 35.000 Exemplare geliefert. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein der Bedürfnisse und ein Bruchteil von den angekündigten 500.000.

Warum wollen die Menschen keine kostenlose Hardware? 3 Hauptprobleme.

  1. Überwachung: Das Gerät berichtet alle paar Sekunden an die Zentrale, was du vor dem Bildschirm machst.

  2. Defekte: Wie die Dienste flatpanelshd und hdtvtest berichten, kommt jeder zehnte Telly-Fernseher (10%) mit einem gebrochenen Bildschirm beim Kunden an.

  3. Kosten: Die Produktion eines so komplizierten Geräts (zwei Bildschirme + Soundbar) ist so teuer, dass das Unternehmen nicht mit der Finanzierung weiterer Chargen nachkommt.

Würde das in Europa funktionieren?

In einem Land wie unserem, wo das Jagen nach Schnäppchen fast ein Nationalsport ist, klingt ein kostenloser Fernseher wie ein Traum, der wahr wird. Doch Telly in Polen könnte schneller auf einem Haufen landen, als es darauf erschienen ist. Der Grund? Unsere beinahe allergische Reaktion auf die Verletzung der Privatsphäre und das europäische Datenschutzrecht, das uns sogar im Schlafanzug vor dem Fernseher im Auge behält. Obwohl wir es lieben, zu sparen, lieben wir noch mehr unsere heilige Ruhe. Stellt euch das Finale der Champions League oder den Höhepunkt einer Serie auf Netflix vor, und darunter... ein aggressives Banner mit blinkenden Angeboten für Windeln. Das ist einfach ein Rezept für Wahnsinn und nicht für Entspannung.

Am schlimmsten ist jedoch ein gewisser 'Haken' in den Nutzungsbedingungen – wenn du die Werbung blockierst (z.B. indem du das Internet abstellst), musst du dem Unternehmen den Gegenwert des Fernsehers zurückgeben, also etwa 1000 Dollar.

Der Fall Telly zeigt, dass kostenlose Hardware ihre dunkle Seite hat. Es stellt sich heraus, dass Privatsphäre und Ruhe mehr wert sind als ein paar hundert Euro, die wir für einen normalen Fernseher im Supermarkt ausgeben müssten. Das Modell „Fernseher für Daten“ verliert im Moment gegen das Modell „Ich zahle und habe meine Ruhe“. Und es sieht so aus, als würde sich in diesem Fall nichts ändern.

Quelle: Lowpass, HDTVTest, FlatpanelsHD, YouTube @daviddifranco

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Paweł Koper

Journalist, reviewer, and columnist for the "ChooseTV" portal