Noch vor wenigen Monaten schien das Problem gelöst zu sein, doch die Situation ist wieder aufgetreten. Nutzer von Disney+ in vielen europäischen Ländern stellten beim Ansehen von Filmen und Serien eine fehlende Unterstützung für Dolby Vision fest. Offenbar steckt hinter den Änderungen ein weiterer Abschnitt des Patentstreits um Technologien, die bei der Bildkodierung eingesetzt werden. Außerdem sind die Konsequenzen deutlich größer als zuvor. Neben Dolby Vision sind von der Plattform zudem Inhalte in 3D verschwunden.
Dolby Vision verschwand bei Disney+ in 11 Ländern der Europäischen Union
Probleme mit Dolby Vision bei Disney+ sind kein völlig neues Phänomen. Bereits zu Beginn des Jahres hatten Nutzer in Europa bemerkt, dass das beliebte HDR‑Format in der App nicht mehr funktionierte. Damals betraf die Situation vor allem Deutschland, und nach einigen Wochen stellte Disney die Funktion in den meisten EU‑Staaten wieder her. Jetzt ist die Angelegenheit mit doppelter Wucht zurückgekehrt. Das Unternehmen InterDigital teilte mit, ein Patentverfahren vor dem Einheitlichen Patentgericht der Europäischen Union gewonnen zu haben. Laut der Entscheidung verletzt Disney ein Patent, das bestimmte Bildkodierungstechnologien im Zusammenhang mit dem HEVC‑Format betrifft. Infolgedessen erließ das Gericht eine Verfügung, die sich auf elf EU‑Staaten erstreckt. Deshalb verloren die Nutzer erneut den Zugang zu Dolby Vision auf der Plattform. Disney kann gegen die Entscheidung noch Berufung einlegen, doch das gesamte Verfahren kann viele Monate dauern. Bis dahin ist die Plattform gezwungen, die Verfügbarkeit einiger Funktionen einzuschränken. Wichtig ist, dass das Problem nicht alle Regionen der Welt betrifft. In den Vereinigten Staaten und vielen anderen Ländern funktioniert Dolby Vision weiterhin ohne Einschränkungen. Europäische Abonnenten befinden sich damit in einer deutlich schlechteren Lage als Nutzer aus anderen Teilen der Welt.
Auch 3D-Filme sind verschwunden, aber 4K und HDR10 bleiben verfügbar
Die Folgen der Gerichtsentscheidung beschränken sich nicht nur auf Dolby Vision. Es stellte sich heraus, dass auf Disney+ auch Filme und Serien in 3D nicht mehr verfügbar sind. Das liegt daran, dass auf der Plattform beide Technologien technisch miteinander verknüpft sind. Für Besitzer von Geräten, die 3D-Inhalte unterstützen, bedeutet das den Verlust einer Premium-Funktion. Glücklicherweise bleiben die grundlegenden Bildformate verfügbar. Nutzer können weiterhin Inhalte in 4K-Auflösung ansehen und HDR10 nutzen. Die Bildqualität bleibt also weiterhin sehr hoch, wenn auch nicht so fortschrittlich wie bei Dolby Vision. Disney hat bereits bestätigt, dass die Änderungen direkte Folgen des Gerichtsverfahrens sind und räumte ein, die Frustration der Kunden zu verstehen. Das Unternehmen versichert gleichzeitig, dass es mögliche Lösungen prüft, die die volle Funktionalität des Dienstes wiederherstellen könnten. Es sei darauf hingewiesen, dass ein ähnliches Problem auch andere Technologieunternehmen getroffen hat. Amazon hat jedoch eine Einigung mit InterDigital erzielt, wodurch Prime Video seinen Nutzern weiterhin Dolby Vision anbieten kann. Ob Disney einen ähnlichen Schritt unternehmen wird, ist derzeit nicht bekannt. Eines ist sicher: Europäische Disney+-Abonnenten müssen sich auf längere Wartezeiten einstellen, bis die verlorenen Funktionen zurückkehren.
Disney+ hat in einigen Ländern der Europäischen Union aufgrund eines verlorenen Patentstreits erneut Dolby Vision deaktiviert. Neben dem HDR-Format sind auch 3D-Filme von der Plattform verschwunden. Vorläufig stehen den Nutzern 4K- und HDR10-Inhalte zur Verfügung, und die Zukunft von Dolby Vision in der europäischen Version des Dienstes bleibt ungewiss.
Quelle: flatpanelshd
Redakcja Choose TV












