Der ehemalige Chef von Xbox bedauert den Verlust von Final Fantasy und schlägt vor, dass Sony Druck auf die Publisher ausgeübt haben könnte.

Calendar 4/13/2026

Die Geschichte der Rivalität zwischen Xbox und PlayStation ist voller Entscheidungen, die das Kräfteverhältnis in der Branche völlig verändern konnten, und es sieht so aus, als ob einer der größten Verluste für Microsoft der Verlust von Final Fantasy war. Der ehemalige Leiter der Xbox-Verlagsabteilung, Ed Fries, räumte nach Jahren ein, dass gerade diese Serie ganz oben auf der Liste der „verpassten Chancen“ steht. Interessanterweise lag das Problem nicht nur an den Verhandlungen, sondern an einer viel komplexeren Marktsituation, in der japanische Publisher zwischen dem Wunsch, die Konkurrenz zu unterstützen, und der Angst vor der Reaktion von Sony balancierten.

Japanische Publisher zwischen Hammer und Amboss

Laut Fries waren Unternehmen wie Square Enix, aber auch Konami oder Capcom daran interessiert, Xbox zu unterstützen, insbesondere zu Beginn ihrer Existenz. Das Problem war, dass die Beziehungen zu Sony so bedeutend waren, dass niemand das Risiko eingehen wollte, diese zu verschlechtern. In der Praxis bedeutete dies sehr vorsichtige Schritte; selbst wenn es Kooperationen mit Microsoft gab, waren diese oft eingeschränkt oder weniger sichtbar.

Fries schlägt vor, dass die Publisher vermeiden wollten, in eine Situation zu geraten, in der Sony sie beispielsweise „bestrafen“ könnte, indem sie den Zugang zu Devkits verzögern oder die Promotion ihrer Spiele auf der PlayStation-Plattform einschränken. Dies zeigt, welchen großen Einfluss die Dominanz eines Unternehmens auf dem Markt hatte und wie sehr sie den Aufbau echter Konkurrenz erschwerte, insbesondere in Japan, wo Xbox von Anfang an es schwer hatte.

Final Fantasy, das alles hätte verändern können

Das Fehlen von Final Fantasy auf der ersten Xbox ist nicht nur eine Frage eines Titels, sondern ein potenzieller Wendepunkt für die gesamte Marke der Konsole. Die Serie war seit Jahren einer der Säulen der Popularität von PlayStation, sodass ihr Erscheinen auf der Xbox die Wahrnehmung des Geräts, insbesondere auf dem japanischen Markt, erheblich hätte verändern können. Letztendlich kam die Zusammenarbeit mit Square Enix erst später zustande und brachte Titel wie Final Fantasy XI oder Final Fantasy XIII, aber es war bereits zu spät, um den Trend umzukehren. Interessanterweise versuchten einige Studios, die Situation leicht auszugleichen; ein Beispiel könnte die Serie Dead or Alive sein, die zeitweise exklusiv auf die Xbox kam, was ein subtiler Hinweis an Sony sein sollte, dass Konkurrenz notwendig ist. Dies waren jedoch Ausnahmen und keine Regel und hatten nicht die gleiche Durchschlagskraft wie eine potenzielle Verlagerung von Final Fantasy.

Die Geschichte zeigt, dass eine Entscheidung die gesamte Generation von Konsolen beeinflussen kann. Das Fehlen von Final Fantasy auf der Xbox ist einer jener Momente, die das Kräfteverhältnis hätten verändern können, aber letztendlich die Dominanz von PlayStation gefestigt haben.

Quelle: gamesradar

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