Wie Benj Edwards von arstechnica anmerkt, firmen, die sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigen, ändern zunehmend die Richtung der Entwicklung ihrer Produkte. Anstatt eines einzigen Chatbots hat der Nutzer jetzt ein Team von KI-Agenten zu verwalten, die Aufgaben teilen und parallel arbeiten. Ein solches Vorgehen fördern u.a.. Anthropic und OpenAI in ihren neuesten Werkzeugen. In der Praxis bedeutet dies, dass sich die Rolle des Menschen verändert: Anstatt selbstständig zu schreiben und zu analysieren, überwacht der Nutzer die Arbeit der KI, korrigiert Fehler und entscheidet, wie es weitergeht. Obwohl das futuristisch klingt, benötigen die aktuellen Agenten weiterhin ständige Kontrolle und sind noch keine vollständig selbstständigen „Mitarbeiter“. Dennoch setzt die Branche stark auf dieses Modell und sieht darin die Zukunft der Arbeit mit KI. Wird die Verwaltung von Bots tatsächlich effektiver sein als die traditionelle Arbeit des Menschen?
Claude erhält ein neues, leistungsstärkeres Modell
Anthropic hat Opus 4.6 vorgestellt, ein großes Update seines Flaggschiff-KI-Modells und Nachfolger der Version 4.5. Zum ersten Mal in der Opus-Serie unterstützt das Modell einen Kontext von bis zu 1 Million Token (in der Beta-Version), was die Analyse sehr langer Texte und umfangreicher Codeabschnitte in einer Sitzung ermöglicht. Laut dem Unternehmen schneidet die neue Version in Programmier-, Denk- und Informationssuche-Tests besser ab als frühere Modelle der Konkurrenz, obwohl das neueste Modell von OpenAI in einem der Benchmarks die Oberhand zurückgewonnen hat. Opus 4.6 hat auch die Fähigkeit zur Lösung von Problemen, die für Menschen einfach, für KI jedoch schwierig sind, deutlich verbessert und bewältigt auch die Arbeit mit sehr langen Materialien besser — was für den Einsatz von Teams aus KI-Agenten entscheidend ist. Die API-Preise bleiben unverändert im Vergleich zur vorherigen Version, und das Modell ist bereits im Dienst Claude, über die API und auf den wichtigsten Cloud-Plattformen verfügbar.
Verwirrung an der Börse
Die Premieren neuer auf KI basierender Werkzeuge fielen mit einer außergewöhnlich nervösen Phase an den Finanzmärkten zusammen. Nachdem Anthropic seine agentenbasierten Lösungen um weitere berufliche Funktionen erweitert hatte, begannen die Investoren, sich zu sorgen, dass KI-Unternehmen in der Lage sein würden, Aufgaben zu übernehmen, die bisher von klassischen SaaS-Diensten erledigt wurden. Die Reaktion der Börse war schnell und schmerzhaft — innerhalb weniger Tage verschwanden Hunderte von Milliarden Dollar aus der Bewertung von Unternehmen im Software- und Finanzdienstleistungssektor. Die größten Rückgänge trafen Unternehmen, deren Geschäftsmodelle besonders anfällig für KI-basierte Automatisierung sein könnten, und die Verkaufswelle breitete sich auch über den amerikanischen Markt hinaus aus. Eine zusätzliche Quelle der Besorgnis wurden die Ankündigungen von OpenAI, die eine Plattform entwickeln, die es KI-Agenten ermöglicht, Aufgaben selbstständig in Unternehmenssystemen auszuführen. Obwohl die Hersteller betonen, dass es nicht darum gehe, bestehende Software zu ersetzen, erkennt der Markt eindeutig eine Veränderung der Richtung.
Quelle: arstechnica
Katarzyna Petru













