LG Display hat eine Lösung vorgestellt, die die Herstellung von OLED-Displays erheblich verändern könnte. Die Flipp-Technologie eliminiert eines der derzeit bei der Panelproduktion verwendeten Elemente, nämlich dünne Metallmasken (FMM). Dadurch will der Hersteller eine höhere Helligkeit, eine längere Lebensdauer und einen geringeren Energieverbrauch erreichen. Die ersten Panels, die die neue Lösung nutzen, sollen frühestens Ende 2027 in Produktion gehen.
Flipp eliminiert Metallmasken und kann die OLED-Parameter deutlich verbessern
LG Display setzt seit mehr als einem Jahrzehnt bei der Produktion von OLEDs so genannte Fine Metal Masks (FMM) ein, also dünne Metallmasken mit sehr kleinen Öffnungen. Durch diese Öffnungen werden die OLED‑Materialien aufgebracht, die für die einzelnen Pixel verantwortlich sind. Obwohl diese Methode in der Produktion funktioniert, ist sie kostspielig und begrenzt die Möglichkeiten, die Leistungsfähigkeit der Panels weiter zu steigern.
Die Technologie Flipp soll dieses Problem lösen, indem die RGB‑Pixel nacheinander aufgebracht werden, ohne Metallmasken zu verwenden. LG Display gibt an, dass sich dadurch das Aperturverhältnis, also die vom aktiven Pixelbereich eingenommene Bildschirmfläche, um rund 55 Prozent erhöht hat. Dem Hersteller zufolge führt das zu einer 1,6‑fach höheren Helligkeit, sogar einer 2,4‑fach längeren Lebensdauer sowie zu einer etwa 13‑prozentigen Verringerung des Energieverbrauchs im Vergleich zu einem Panel, das unter identischen Bedingungen mit FMM hergestellt wurde.
Wichtig ist, dass Flipp keine Lösung ist, die auf kleine Bildschirme beschränkt ist. LG Display hat die Technologie auch für den Einsatz in großen Panels entwickelt, und der Hersteller erklärt, dass sie theoretisch die Herstellung von Displays mit Diagonalen von 1 bis sogar 100 Zoll ermöglichen könnte.
Neue LG-OLEDs sollen in Fernseher, Monitore und VR-Geräte kommen
Die ersten Einsatzgebiete von Flipp sollen sich auf IT-Geräte wie Tablets und Monitore konzentrieren. In späteren Phasen will LG Display die Nutzung der Technologie auf Laptops, Fernseher, Wearables sowie VR- und AR-Headsets ausweiten. Da es keine starren Beschränkungen hinsichtlich Größe und Auflösung gibt, ist die Lösung potenziell sehr vielseitig einsetzbar. Der Hersteller plant, seine bestehende OLED 8.5G-Fabrik für die Produktion der Flipp-Panels zu nutzen. LG Display beabsichtigt, rund 3 Billionen Won in die Entwicklung zu investieren; ein Produktionsstart ist frühestens gegen Ende 2027 vorgesehen. Das bedeutet, dass wir noch auf die ersten Geräte mit den neuen Panels warten müssen. LG ist jedoch nicht das einzige Unternehmen, das an der Produktion von OLEDs ohne Metallmasken arbeitet. Ähnliche Lösungen entwickelt unter anderem Japan Display, und das chinesische Visionox kündigt die Produktion solcher Panels für 2027 an. Unterdessen entwickelt TCL CSOT die Inkjet-Drucktechnologie für OLED, und Samsung Display prüft ebenfalls die Möglichkeit, ein ähnliches Verfahren zu nutzen.
Flipp könnte in den nächsten Jahren zu einer der bedeutendsten Entwicklungen im Bereich der OLED-Technologie werden. LG Display erklärt, dass die neue Lösung hellere, energieeffizientere und deutlich langlebigere Panels ermöglichen wird, wobei zugleich kostspielige FMM-Masken entfallen. Die Technologie soll in Geräten sehr unterschiedlicher Größe zum Einsatz kommen, von kleinen Displays bis hin zu Fernsehern mit bis zu 100 Zoll. Auf konkrete Produkte, die Flipp nutzen, muss man jedoch noch warten, da die Produktion frühestens Ende 2027 anlaufen soll.
Quelle: flatpanelshd
Redakcja Choose TV












