In der Philips PUS9010-Version mit IPS-Panel fällt die HDR-Helligkeit leider schwächer aus als in der zuvor getesteten 55-Zoll-Variante mit VA-Panel. Der Unterschied beträgt etwa 100 Nits, was bei relativ niedrigen Werten deutlich spürbar ist. Während die VA-Version über 500 Nits erreichen konnte, liegt die maximale Helligkeit hier bei etwa 400 Nits. Dieses Niveau ermöglicht weiterhin das Ansehen von Filmen und Serien in HDR, insbesondere auf Streaming-Plattformen, aber die Effekte sind deutlich zurückhaltender. Helle Elemente haben nicht die gleiche Durchschlagskraft, und Szenen, die eine hohe Luminanz erfordern, wirken weniger beeindruckend. Positiv hervorzuheben ist jedoch die Abdeckung der DCI-P3-Farbpalette. Die IPS-Version bietet etwa 91%, also ungefähr 5% mehr als die Variante mit VA-Panel. Dies führt zu einer etwas besseren Farbsättigung in HDR-Inhalten, trotz der geringeren Helligkeit. Farben können lebendiger und konsistenter erscheinen, insbesondere in bunten Szenen.
Der Hisense UR9S ist ohne Zweifel eine Demonstration der Leistungsfähigkeit des chinesischen Herstellers im Bereich der Spitzenhelligkeit. In synthetischen HDR-Testmustern erreichte das Panel beeindruckende 2.600 Nits. Dabei sollte man jedoch klar zwischen Laborwerten und der Darstellung realer Filminhalte unterscheiden. In der Praxis arbeitet der UR9S deutlich zurückhaltender. In ausgewogenen HDR-Szenen liegt die Spitzenhelligkeit bei etwa 1.500 Nits. In anspruchsvollen, dunklen Szenen – in denen der Fernseher gleichzeitig tiefe Schwarzwerte bewahren und kleine helle Bilddetails präzise darstellen muss – kann die Helligkeit jedoch deutlich sinken, teilweise auf rund 400 Nits. Die Diskrepanz zwischen den Messergebnissen und der tatsächlichen Wiedergabe ist daher erheblich.
Dieses Verhalten ist eine direkte Folge des konservativ abgestimmten Local-Dimming-Algorithmus. Befindet sich ein helles Objekt auf einem großen Teil des Bildschirms, kann die Hintergrundbeleuchtung problemlos eine sehr hohe Leuchtdichte aufrechterhalten. In dunklen Szenen liegt die Priorität hingegen auf tiefen Schwarzwerten und der Reduzierung von Blooming (unerwünschte Lichthöfe um helle Objekte). Um den Kontrast zu erhalten, reduziert der Fernseher seine Lichtleistung deutlich. Dennoch liefert der UR9S einen sehr eindrucksvollen HDR-Effekt, der besonders in hellen und spektakulären Szenen überzeugen kann.
Farbraumabdeckung
In synthetischen Messungen erzielt der Hisense UR9S hervorragende Ergebnisse bei der Farbdarstellung. Er deckt nahezu 100 % des DCI-P3-Farbraums sowie 93 % des BT.2020-Farbraums ab – Werte, die selbst die besten QD-OLED-Fernseher kaum erreichen. Doch auch hier gilt: Laborwerte und die Darstellung realer Inhalte sind nicht dasselbe. In Filmszenen sank die effektive Farbraumabdeckung auf 93 % DCI-P3 und 81 % BT.2020. Das sind weiterhin ausgezeichnete Ergebnisse, allerdings fällt der Vorsprung der RGB Mini LED-Technologie in der Praxis deutlich geringer aus, als es Marketingmaterialien vermuten lassen. Man könnte sogar sagen, dass ihre tatsächliche Leistung inzwischen sehr nahe an hochwertigen Quantum-Dot-LCD-Fernsehern (QLED) liegt.
Warum ist das so? Der Hauptgrund liegt in der Arbeitsweise des Local-Dimming-Systems. Befindet sich eine stark gesättigte Farbe direkt neben Weiß oder anderen komplexen Bildelementen, muss eine einzelne Dimming-Zone beide Bildbereiche gleichzeitig wiedergeben. Unter diesen Bedingungen kann die Hintergrundbeleuchtung die maximale Farbsättigung nicht aufrechterhalten, da das emittierte Licht gleichzeitig hellere und weniger gesättigte Bildanteile darstellen muss und dadurch einen stärker weißlichen Charakter annimmt. Hisense hat dieses Verhalten beim UR9S zwar sehr gut optimiert, jedoch nicht so weit, dass der Fernseher seine maximale Farbsättigung in jeder HDR-Szene konstant halten kann.