Google TV und Smart-Funktionen
OLED910 läuft auf dem Google TV-System und das ist definitiv seine Stärke. Wir haben Zugang zu einer riesigen Bibliothek von Apps, von beliebten Streaming-Plattformen bis hin zu Nischenprogrammen. Dazu kommt die Sprachsuche und der Google Assistant, der wirklich gut funktioniert und sogar weniger offensichtliche Befehle wie „prüfe das Wetter“ oder „gib mir einen Filmvorschlag für heute Abend im Horrorgenre“ versteht. Es gibt auch Unterstützung für AirPlay, was die Zusammenarbeit mit Apple-Geräten erleichtert. Leider hat das klassische Screen Mirroring in unseren Tests einfach nicht funktioniert, sodass wir dieses Element nicht positiv bewerten können.
Klassische Funktionen
Was die traditionelleren Lösungen betrifft, bietet der OLED910 nichts Besonderes. Es gibt noch den selten gewordenen Mini-Jack-Kopfhörerausgang, der für Senioren oder Personen, die ältere Lautsprecher verwenden, nützlich sein kann. Die Fernbedienung hat beleuchtete Tasten, was praktisch ist, funktioniert jedoch gleichzeitig über Infrarot, sodass man auf den Bildschirm zielen muss, was im Jahr 2025 wie ein Anachronismus erscheint. Man kann zwar gleichzeitig Kopfhörer und Lautsprecher im Fernseher verwenden, aber leider nur kabelgebunden – kabellos geht nicht, was leicht umständlich ist, denn wer möchte heutzutage schon kabelgebundene Kopfhörer benutzen? Es fehlt auch an einer PiP-Funktion und der Möglichkeit, Materialien auf USB aufzunehmen.
4-seitiges Ambilight-System
Und natürlich Ambilight. Im OLED910 haben wir bereits ein vollständiges, vierseitiges System. Dieses sorgt dafür, dass der Fernseher größer erscheint und die angesehenen Inhalte zusätzliche Tiefe und einen effektvolleren Charakter gewinnen. Der Eindruck ist wirklich stark, besonders wenn der Fernseher an der Wand hängt und das Licht die gesamte Umgebung erfüllt. Es ist eine dieser Ergänzungen, die schwer zu entbehren sind, wenn man einmal damit experimentiert hat.
Klassisches Fernsehen
Beim normalen Kabelanschluss oder Antennenempfang hat Samsung das Rad nicht neu erfunden. Ganz abgesehen von dem ganzen Hype um KI erhält der Nutzer weitgehend dasselbe wie im Vorjahr. Der Fernseher erfüllt einfach seine Aufgabe: er wechselt die Sender zuverlässig, hat einen Tuner und einen Slot für ein CI-Modul, sodass in vielen Fällen kein externer Receiver nötig ist. Videotext ist ebenfalls weiterhin vorhanden. Lobenswert ist auch die kompakte Fernbedienung, deren größter Vorteil die Funkverbindung ist, das heißt man muss nicht direkt auf den Fernseher zielen, um etwas umzuschalten. Das Problem ist jedoch, dass die meisten dieser Dinge heute praktisch jeder Konkurrent bietet, und der S90H fügt nichts besonders Außergewöhnliches hinzu. Zudem hat der Hersteller einen kleinen Schritt zurück gemacht. In der S90-Serie wurde die PiP-Funktion, also Bild-in-Bild, entfernt. Wer sich angewöhnt hatte, beim Anschauen eines anderen Programms nebenbei die Nachrichten in einer Ecke zu überfliegen, kann das hier nicht mehr tun. Schade.
Smart TV: Tizen
Während man beim klassischen Fernsehen kaum von großen Überraschungen sprechen kann, ist das Tizen-System in der Version für 2026 absolute Spitzenklasse. Auch hier abgesehen von den KI-Funktionen ist die wichtigste Information: dieses System ist schlichtweg blitzschnell. Die Reaktion auf Fernbedienungsbefehle ist sofort, und beim Wechseln durch die Menüs gibt es keine langsamen Animationen oder nervige Ruckler. Auch wenn es hier kein Google TV gibt, ist die App-Auswahl sehr umfangreich. Praktisch alle wichtigen Streaming-VOD-Plattformen sind vertreten, sodass man diesbezüglich kaum wirkliche Beanstandungen haben kann. Auch Fans des Spielens ohne Konsole werden zufrieden sein, denn Samsung hat den Cloud-Gaming-Bereich stark ausgebaut und bietet Zugriff auf die wichtigsten Streaming-Dienste direkt über den Fernseher. In puncto Smart TV ist der S90H einfach ein sehr komplettes und außerordentlich schnelles Gerät.