Smart TV – Titan OS
Philips MLED920 nutzt das hauseigene System Titan OS, das gerade erst seinen Weg auf den Fernsehermarkt findet, und leider ist das an jeder Ecke sichtbar. Auf der einen Seite haben wir grundlegende Funktionen – wie die Unterstützung von AirPlay oder die Möglichkeit, das Bild vom Smartphone zu übertragen, auf der anderen Seite zeigen sich jedoch schnell seine Einschränkungen. Screen Mirroring funktioniert nur mit dem Telefon, nicht aber mit dem Laptop. Sprachsuche? Ja, aber nur über Amazon Alexa und das in den von diesem Assistenten unterstützten Sprachen. Das System funktioniert relativ schnell, kann aber gelegentlich „versagen“ und wirkt wie etwas Unfertiges, das sich gerade erst entwickelt.
Klassische TV-Funktionen
Titan OS verwöhnt auch im Bereich der klassischen Fernsehfunktionen nicht. Abgesehen von der hybriden Fernbedienung mit Zifferntasten – die zwar beleuchtet und kreativ in zwei Modi gestaltet ist, aber leider infrarot funktioniert – finden wir hier nichts, was das MLED920 tatsächlich von der Konkurrenz abheben könnte. Es fehlt an USB-Aufnahmen oder der PiP-Funktion, und solche Lösungen wären in dieser Klasse nützlich. Als ungewöhnliches Extra haben wir hingegen den analogen Ausgang in Form eines Klinkensteckers, der es ermöglicht, Kopfhörer oder ältere Lautsprecher anzuschließen. Das ist eine kleine Geste in Richtung der Nutzer, die weiterhin ältere Geräte verwenden.
Ambilight TV
Was jedoch definitiv von den Mängeln des Titan OS ablenkt, ist das einzigartige, dreiseitige Ambilight-System. Hier spielt Philips weiterhin in seiner eigenen Liga und kann die Personen begeistern, die mit diesem Zusatz bisher keine Erfahrung gemacht haben. Die farbige Beleuchtung, die auf den Inhalt des Bildschirms reagiert, verleiht den Vorführungen ein außergewöhnliches Ambiente und ist etwas, das die Konkurrenz in ähnlicher Form nicht anbietet. Genau das soll Ambilight bewirken, dass andere Probleme – sowohl systemische als auch funktionale – in den Hintergrund treten.
Smart-TV – webOS
Egal, auf welche C6-Version man trifft, der Funktionsumfang bleibt derselbe. Das Herz des Fernsehers ist natürlich webOS, das LG seit Jahren weiterentwickelt. Es läuft schnell, ist gut optimiert und bietet vor allem Zugriff auf praktisch alle bekannten Apps. Netflix, Disney+, Prime Video, YouTube, Max oder andere Streamingdienste – in dieser Hinsicht findet man kaum Lücken. Das System selbst bietet zudem viele Zusatzfunktionen. Es gibt AirPlay, einfache Bildübertragung vom Smartphone, Steuerung von Smart-Home-Geräten und die Möglichkeit, den Startbildschirm zu personalisieren. LG hat webOS über mehrere Generationen stark ausgebaut, und mitunter kann die Anzahl verfügbarer Reiter und Empfehlungen ein wenig überwältigen (insbesondere mit Werbung im Hintergrund). Nach einer Eingewöhnung ist das System jedoch komfortabel und vor allem zuverlässig in der Bedienung.
Klassische TV-Funktionen
Der C6 macht auch eine sehr gute Figur, wenn man ihn wie einen normalen Fernseher und nicht nur als Netflix-Bildschirm nutzen will. Empfang von terrestrischem Fernsehen, Programmführer oder das Umschalten der Sender funktionieren reibungslos und lassen kaum Wünsche offen. LG bietet weiterhin die Möglichkeit, Sendungen auf einen USB-Stick aufzunehmen, sodass die klassischen Funktionen insgesamt sehr umfangreich sind. Eigentlich fehlen uns hier nur zwei Dinge. Erstens die PiP-Funktion, also die gleichzeitige Anzeige von zwei Bildquellen. Zweitens eine Hintergrundbeleuchtung der Fernbedienung, die besonders beim abendlichen Fernsehen nützlich wäre. Abgesehen davon hat der C6 eigentlich alles, was man von einem modernen Fernseher erwarten kann.
Magic Remote – VERSCHIEDENE VERSIONEN
Beim Kauf des C6 sollte man jedoch auf die Fernbedienung achten, denn hier hat LG für etwas Verwirrung gesorgt. In unseren Tests hatten wir unter anderem die Variante C64, die in großen Handelsketten zu finden ist. Im Lieferumfang war die neue, deutlich kleinere Magic Remote Slim. Sie hat weniger Tasten und wirkt deutlich moderner, behält aber zwei der markantesten Merkmale der LG-Fernbedienungen bei – das Scrollrad und die Cursorsteuerung per Bewegung der Fernbedienung. Unser getesteter C6E war dagegen mit der älteren, größeren Version der Magic Remote ausgestattet. Sie funktioniert im Grunde gleich, hat aber eine klassische numerische Tastatur und deutlich mehr physische Tasten. Sie wirkt weniger modern, für manche Nutzer, vor allem jene, die an klassische Fernbedienungen gewöhnt sind, kann sie jedoch bequemer sein. Es gibt also keine einfache Antwort darauf, welche Fernbedienung besser ist. Die neue ist kleiner, einfacher und deutlich zeitgemäßer, die ältere bietet dafür schnelleren Zugriff auf mehr Funktionen, ohne sich durchs Menü klicken zu müssen. Es ist gut zu wissen, dass je nach C6-Kennzeichnung in der Verpackung die eine oder die andere Variante liegen kann.