TCL X11L ist ohne Zweifel eine beeindruckende Demonstration der Fähigkeiten des Herstellers und ein Fernseher, der an vielen Stellen schlichtweg großen Eindruck macht. Man sieht, dass die Ingenieure sich auf das Wesentliche konzentriert haben: maximale Helligkeit, Schwarzwerte und Kontrast. Neue Quantenpunkte mit SQD-Filter leisten so gute Arbeit, dass die Farbsättigung überhaupt nicht hinter den neuen Top-RGB-Panels zurückbleibt. Und was das Schwarz angeht? Den X11L kann man ohne Probleme neben ein OLED stellen, und in diesem Duell verliert er keineswegs deutlich, was in der Welt der Mini-LEDs wirklich eine Leistung ist. Hinzu kommt eine ganze Reihe weiterer Dinge, die dieses Display auszeichnen. Der neue Prozessor MediaTek Pentonic 800 hat die alten Probleme von TCL vollständig beseitigt, die Bildverarbeitung, das Upscaling und die Gleichmäßigkeit tonaler Übergänge sehen endlich so gut aus wie bei der Konkurrenz aus Korea oder Japan. Er muss sich nicht mehr verstecken. Gamer werden ebenfalls begeistert sein: vier vollwertige HDMI‑2.1‑Anschlüsse, Bildwiederholraten bis zu 288 Hz, eine von Konsolen inspirierte Game Bar und Dolby Vision ohne spürbaren Input‑Lag. All das wird von einem sehr flüssigen Google TV-System zusammengehalten. Klingt nach dem Rezept für das beste Mini‑LED des Jahres 2026, oder? Und es wäre perfekt, wenn da nicht eine lästige Eigenheit wäre, die direkt aus der starren Bildabstimmungs‑„Philosophie“ von TCL resultiert. Dieser Fernseher kann schlicht die Intention des Regisseurs ignorieren und in HDR‑Formaten eigenmächtig und künstlich ganze Szenen aufhellen. Was ist das Ergebnis? Das Bild ist stellenweise zu hell, manchmal regelrecht ausgebrannt. Das Schlimmste ist, dass die Software keine Möglichkeit bietet, das zu beheben; selbst bei einer professionellen Kalibrierung ist es uns nicht gelungen, diesen Fehler vollständig zu beseitigen. Bei einem Display zu diesem Preis, das den Anspruch erhebt, „das Beste der Besten“ zu sein, ist ein solches eigenmächtiges Verhalten einfach unangemessen, besonders im Modus „Filmmaker“. Trotzdem: Wenn euch perfekte, studioähnliche Wiedergabetreue egal ist und ihr ein Bild sucht, das vor allem maximal eindrucksvoll, spektakulär und tagsüber sehr hell sein soll, dann ist der X11L ein echtes Biest. Es ist das erste Mini‑LED, das der OLED‑Schwarzheit so nahekommt, und in puncto Helligkeit übertrifft es ihn deutlich. Der einzige wirkliche Bremsklotz ist der Preis. Der Betrag, den ihr für dieses Modell zahlen müsst (unabhängig von der Größe), ist bereits eine erhebliche Ausgabe. Lohnt es sich, so viel Geld dafür auszugeben? Das überlassen wir eurer Einschätzung. Eines muss man ihm zugestehen: Es ist derzeit einer der besten Mini‑LED‑Fernseher, die wir bisher getestet haben.