Sony Bravia 3 in der Ausführung mit VA-Panel ist ein Fernseher, der in seiner Art weiterhin dasselbe budgetfreundliche Modell bleibt, aber der Wechsel des Paneltyps sorgt dafür, dass das Anschauen von Filmen und Serien deutlich angenehmer wird. Höherer Kontrast und tiefere Schwarztöne ermöglichen es endlich, die Abende ohne das Gefühl zu verbringen, dass der Bildschirm in Grautönen versinkt. Das ist ein großer Vorteil gegenüber der IPS-Version, auch wenn man dafür mit deutlich schlechteren Betrachtungswinkeln bezahlen muss. In der Praxis läuft es auf die Wahl hinaus – wenn wir hauptsächlich von einer direkt gegenüberstehenden Couch aus schauen, bietet das VA-Panel definitiv einen besseren Effekt. Der Rest des Bildes bleibt weitgehend unverändert. Der PFS-Filter sorgt weiterhin für angenehm gesättigte Farben, und das Upscaling erreicht ein gutes Niveau, wodurch SDR-Inhalte sauber und ästhetisch aussehen. Das Google TV-System, obwohl es nicht immer vollkommen flüssig funktioniert, bleibt ein großes Plus – der Zugang zu einer breiten Bibliothek von Apps und Streaming-Plattformen ist etwas, das die Konkurrenz in dieser Preisklasse nicht immer in so ausgearbeiteter Form anbieten kann. Gleichzeitig löst die Bravia 3 mit VA nicht alle Probleme ihres Vorgängers. Die HDR-Helligkeit von etwa 350 Nits lässt nach wie vor keinen echten Effekt hoher Dynamik erwarten, und das Fehlen von lokalem Dimmen sorgt dafür, dass kleine Details immer noch überbelichtet sein können. Dazu kommt das Fehlen einer USB-Aufnahme, die beim Vorgänger vorhanden war. Für wen ist also die Bravia 3 in der VA-Version gedacht? Für diejenigen, die günstig in die Welt der Sony-Fernseher einsteigen möchten und Wert auf akzeptable Qualität bei Filmen und Serien legen, die hauptsächlich aus Inhalten geringerer Qualität bestehen. Es ist kein Angebot für Gamer oder für jemanden, der Kinoeffekte in HDR erwartet. Wie auch bei der IPS-Version ist es schwer von einem Schnäppchen zu sprechen – selbst wenn es das „günstigste Sony des Jahres 2025“ ist, bleibt es teurer als die Konkurrenz, die im gleichen Preisbereich deutlich bessere Mini-LEDs mit besserem Kontrast und Helligkeit bieten kann. Daher ist es vor allem sinnvoll, dieses Modell in Betracht zu ziehen, wenn man auf ein attraktives Angebot stößt.
Der Philips OLED811 ist ein OLED-Fernseher der Mittelklasse für das Jahr 2026, der sich von seinen größten Konkurrenten vor allem durch eines abhebt: Ambilight. Das Licht, das sich dem Bild anpasst und auf die Wand hinter dem Fernseher abstrahlt, kann die Atmosphäre eines ganzen Filmabends verändern. Besonders am Abend scheint das Bild über die Grenzen des Bildschirms hinauszureichen, wodurch das Fernseherlebnis einen ganz besonderen Reiz erhält. Für manche ist Ambilight lediglich eine angenehme Ergänzung, für andere hingegen Grund genug, sich erneut für einen Fernseher von Philips zu entscheiden.
Die Bildqualität ist weitgehend mit der von Modellen wie dem LG C6 oder dem Samsung S90H vergleichbar – zumindest bei den Varianten, die denselben Paneltyp verwenden. Geboten wird also ein tiefes, perfektes Schwarz, vor dem helle Bildelemente besonders eindrucksvoll zur Geltung kommen. Der OLED811 kann eine kraftvolle HDR-Darstellung liefern und erreicht nach der Kalibrierung eine Bildqualität, die dem Referenzniveau sehr nahekommt. Einen großen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz gibt es zwar nicht, gleichzeitig entsteht aber auch nicht der Eindruck, dass man sich mit der Wahl eines Philips-Fernsehers zugunsten von Ambilight bei der Bildqualität einschränken müsste.
Auch für Gamer gibt es gegenüber dem Vorjahresmodell einige erfreuliche Verbesserungen. Dank des MediaTek-Pentonic-800-Chipsatzes stehen nun endlich vier HDMI-2.1-Anschlüsse zur Verfügung. Wer mehrere Geräte – beispielsweise Konsolen, einen PC und eine Soundbar – anschließen möchte, muss somit nicht mehr entscheiden, welches davon die volle Leistungsfähigkeit des Anschlusses nutzen darf. Auch das eigentliche Spielerlebnis überzeugt: Der Fernseher reagiert schnell, unterstützt variable Bildwiederholraten und ermöglicht am PC Spiele in 4K mit bis zu 165 Hz. Schade ist lediglich, dass die Möglichkeiten des neuen Prozessors bei der Aufbereitung von Bildmaterial mit geringerer Qualität nicht ebenso gut ausgeschöpft wurden.
Die größten Zweifel weckt jedoch das Betriebssystem. Titan OS hat das beliebte Google TV ersetzt. Obwohl sich die Plattform im vergangenen Jahr deutlich weiterentwickelt hat, fällt es nach wie vor schwer, diesen Wechsel als Verbesserung zu betrachten. Das System läuft inzwischen zwar flüssiger, bietet mehr nützliche Funktionen und umfasst in seiner Bibliothek mittlerweile die meisten bekannten Streamingdienste. Die Auswahl an Apps bleibt jedoch deutlich kleiner als bei Google TV und den Plattformen der Konkurrenz. Unserer Ansicht nach ist dies weiterhin die größte Schwäche des OLED811. Besonders Nutzer weniger verbreiteter Dienste dürften diesen Unterschied deutlich spüren.
Lohnt sich der Kauf? Ja – vorausgesetzt, Titan OS erfüllt die eigenen Anforderungen. In puncto Bildqualität und Gaming-Funktionen bietet der OLED811 ebenso viel wie seine Konkurrenten. Ambilight verleiht ihm jedoch etwas, das bei anderen Herstellern nicht zu finden ist. Philips gibt hier also mit der einen Hand und nimmt mit der anderen: Einerseits sorgt Ambilight für eine einzigartige Atmosphäre beim Fernsehen, andererseits schränkt Titan OS die freie Auswahl an Apps ein. Sind alle regelmäßig genutzten Dienste verfügbar, kann dieser Kompromiss durchaus akzeptabel sein.