Google TV ist definitiv der größte Vorteil Sharpa GR8. Dieses System ist eine echte Multimedia-Maschine – wir finden hier praktisch alle beliebten Streaming-Apps wie Netflix, HBO Max oder Disney+. Die Sprachsuche funktioniert auf Polnisch und ist, was wichtig ist, wirklich responsiv. Wir können dem Fernseher sagen, was wir sehen möchten, und er findet schnell den passenden Inhalt. Außerdem ist die Benutzeroberfläche klar und intuitiv, sodass selbst Personen, die im Alltag nicht viel für technologische Neuheiten übrig haben, keine Probleme damit haben werden. Kurz gesagt, Google TV macht seine Sache gut.
Leider schneidet GR8, was die klassischeren Funktionen angeht, eher durchschnittlich ab. Wir finden hier keine Möglichkeit, auf USB aufzuzeichnen, noch die PiP-Funktion (Bild-in-Bild). Außerdem könnte es für iPhone-Nutzer enttäuschend sein, dass die Unterstützung für AirPlay fehlt, obwohl der Fernseher Bluetooth-Konnektivität bietet.
Die im Lieferumfang enthaltene Fernbedienung ist einfach, aber durchdacht. Sie hat an der Vorderseite ein Solarpanel, sodass sie mit Licht aufgeladen werden kann, und der zusätzliche Ladeanschluss sorgt dafür, dass wir uns keine Sorgen um den Wechsel der Batterien machen müssen. Positiv zu erwähnen ist auch, dass die Fernbedienung nicht auf den Bildschirm zielen muss – sie funktioniert unabhängig davon, in welche Richtung sie gerichtet ist.
Smart-TV – webOS
Egal, auf welche C6-Version man trifft, der Funktionsumfang bleibt derselbe. Das Herz des Fernsehers ist natürlich webOS, das LG seit Jahren weiterentwickelt. Es läuft schnell, ist gut optimiert und bietet vor allem Zugriff auf praktisch alle bekannten Apps. Netflix, Disney+, Prime Video, YouTube, Max oder andere Streamingdienste – in dieser Hinsicht findet man kaum Lücken. Das System selbst bietet zudem viele Zusatzfunktionen. Es gibt AirPlay, einfache Bildübertragung vom Smartphone, Steuerung von Smart-Home-Geräten und die Möglichkeit, den Startbildschirm zu personalisieren. LG hat webOS über mehrere Generationen stark ausgebaut, und mitunter kann die Anzahl verfügbarer Reiter und Empfehlungen ein wenig überwältigen (insbesondere mit Werbung im Hintergrund). Nach einer Eingewöhnung ist das System jedoch komfortabel und vor allem zuverlässig in der Bedienung.
Klassische TV-Funktionen
Der C6 macht auch eine sehr gute Figur, wenn man ihn wie einen normalen Fernseher und nicht nur als Netflix-Bildschirm nutzen will. Empfang von terrestrischem Fernsehen, Programmführer oder das Umschalten der Sender funktionieren reibungslos und lassen kaum Wünsche offen. LG bietet weiterhin die Möglichkeit, Sendungen auf einen USB-Stick aufzunehmen, sodass die klassischen Funktionen insgesamt sehr umfangreich sind. Eigentlich fehlen uns hier nur zwei Dinge. Erstens die PiP-Funktion, also die gleichzeitige Anzeige von zwei Bildquellen. Zweitens eine Hintergrundbeleuchtung der Fernbedienung, die besonders beim abendlichen Fernsehen nützlich wäre. Abgesehen davon hat der C6 eigentlich alles, was man von einem modernen Fernseher erwarten kann.
Magic Remote – VERSCHIEDENE VERSIONEN
Beim Kauf des C6 sollte man jedoch auf die Fernbedienung achten, denn hier hat LG für etwas Verwirrung gesorgt. In unseren Tests hatten wir unter anderem die Variante C64, die in großen Handelsketten zu finden ist. Im Lieferumfang war die neue, deutlich kleinere Magic Remote Slim. Sie hat weniger Tasten und wirkt deutlich moderner, behält aber zwei der markantesten Merkmale der LG-Fernbedienungen bei – das Scrollrad und die Cursorsteuerung per Bewegung der Fernbedienung. Unser getesteter C6E war dagegen mit der älteren, größeren Version der Magic Remote ausgestattet. Sie funktioniert im Grunde gleich, hat aber eine klassische numerische Tastatur und deutlich mehr physische Tasten. Sie wirkt weniger modern, für manche Nutzer, vor allem jene, die an klassische Fernbedienungen gewöhnt sind, kann sie jedoch bequemer sein. Es gibt also keine einfache Antwort darauf, welche Fernbedienung besser ist. Die neue ist kleiner, einfacher und deutlich zeitgemäßer, die ältere bietet dafür schnelleren Zugriff auf mehr Funktionen, ohne sich durchs Menü klicken zu müssen. Es ist gut zu wissen, dass je nach C6-Kennzeichnung in der Verpackung die eine oder die andere Variante liegen kann.