Samsung, was habt ihr da eigentlich gemacht? Der S90H ist ein Fernseher, der uns praktisch von den ersten Minuten an überzeugt hat. Wenn ihr eine kurze Antwort darauf wollt, ob er sein Geld wert ist, sagen wir es ganz direkt: Ja, absolut. Die Kombination aus perfektem, organischem Schwarz, sehr hoher Helligkeit und den lebendigen Farben des QD-OLED-Panels sorgt bereits beim ersten Einschalten für einen echten Wow-Effekt. Die Entscheidung für eine matte Bildschirmoberfläche erweist sich als Volltreffer. Schluss mit dem ständigen Kampf gegen die Jalousien oder dem eigenen Spiegelbild an einem sonnigen Tag.
Natürlich werden Puristen wie wir bemerken, dass Schwarz in einem stark sonnendurchfluteten Raum leicht in gräulich-bordeauxfarbene Töne abdriften kann. Der Zugewinn an Alltagstauglichkeit bei Tageslicht ist hier aber unbezahlbar. Vor allem liefert das Bild am Abend und in der Nacht weiterhin alles, wofür wir OLEDs lieben: perfektes Schwarz, hervorragenden Kontrast und eine beeindruckende Bildtiefe. Dazu kommen ein schnelles, ausgereiftes Tizen-System und ein nahezu vollständiges Gaming-Paket, angeführt von Game Motion Plus. Das Ergebnis ist ein außergewöhnlich kompletter Fernseher, bei dem kleinere softwareseitige Eigenheiten den insgesamt sehr positiven Eindruck nicht trüben.
Hat der S90H also ernsthafte Schwächen? Was den Fernseher selbst betrifft, fällt es schwer, etwas zu nennen, das seinen Reiz wirklich schmälern würde. Der größte Vorbehalt betrifft eher Samsungs Modellpolitik. Bis heute fällt es uns schwer zu verstehen, warum dieses großartige QD-OLED-Panel nur in dem von uns getesteten 77-Zoll-Modell mit dem Namenssuffix HAT erhältlich ist. Vielleicht ändert sich das in Zukunft noch, aber aktuell sieht die Lage genau so aus. Wenn ihr also genau diese Variante ins Auge fasst, gibt es eigentlich keinen Grund zu zögern. Der Samsung S90H in der 77-Zoll-QD-OLED-Version ist einer der spannendsten Fernseher des Jahres. Sobald der Early-Adopter-Aufschlag fällt und stärkere Angebote auftauchen, könnte er zu einem der preislich attraktivsten OLEDs auf dem Markt werden – und sehr wahrscheinlich zu einem der größten Bestseller des Jahres 2026.
Der TCL RM7L ist ein Fernseher, den man nicht gerecht beurteilen kann, wenn man sich nur auf Glas, Auge und Messwerttabellen stützt. Auch wenn er nicht kompromisslos ist, schlägt er sich im Alltag mehr als ordentlich. Er liefert ein helles, dynamisches und sattes Bild, weshalb er sich besonders für HDR-Inhalte, Spiele und dynamische Filme eignet. Der RM7L strebt nicht nach perfekter Referenzqualität. Stattdessen zeigt er ein Bild, das einfach Freude macht. Im täglichen Gebrauch ist ihm nur schwer etwas vorzuwerfen. Google TV läuft flüssig und bietet Zugriff auf das komplette App-Angebot, und das umfangreiche Feature-Set für Spieler sorgt dafür, dass der Fernseher sowohl an Konsole oder PC als auch beim abendlichen Filmschauen auf dem Sofa gut zurechtkommt. Kurz: ein vielseitiges Gerät, das für die meisten Heimanwendungen passt. Am spannendsten ist jedoch TCLs Herangehensweise an die Hintergrundbeleuchtung. Anstatt auf Zahlen zu setzen und die Anzahl der Dimming-Zonen in die Höhe zu schrauben (wie beim Modell C7L), hat man hier auf RGB-Mini-LED-Technologie gesetzt. Das Ergebnis ist wirklich interessant. Zwar sind Schwarz und Kontrast sehr gut, doch in den schwierigsten Szenen – mit hellen Objekten vor dunklem Hintergrund – ist der Halo-Effekt etwas sichtbarer als beim Modell aus demselben Hause. Interessanterweise nimmt die Aufhellung die Farbe des dargestellten Elements an, wodurch sie deutlich natürlicher wirkt und weniger vom Bild ablenkt als bei klassischen Mini-LED-Displays.
Und hier entsteht das Dilemma. Stellt man den RM7L neben den TCL C7L, fällt ein eindeutiges, objektives Urteil schwer. Beide Modelle kosten fast gleich viel, repräsentieren aber zwei völlig unterschiedliche Philosophien der Hintergrundbeleuchtung. Die C7L punktet mit präziserem Dimming dank einer größeren Anzahl an Zonen, der RM7L wettmacht das durch die spezifische, äußerst augenfreundliche Charakteristik des RGB-Panels. Noch vor Kurzem reduzierte sich die Wahl auf eine einfache Zonenrechnung – heute, wie TCL zeigt, ist die Sache deutlich spannender. Würden wir selbst aus den beiden wählen, würde die Waage leicht zur C7L tendieren, wegen der größeren Zahl an Zonen und der ebenso beeindruckenden, satten Farben... aber die endgültige Entscheidung hängt immer davon ab, was man individuell von der Hardware erwartet.