Der Samsung QN80H ist ein wirklich gelungenes Mittelklasse-Fernsehgerät und unserer Meinung nach sollte man genau so auf ihn schauen. Nicht als neues Neo-QLED-Flaggschiff, sondern als erstes Modell im Samsung-Portfolio, das bereits einen deutlichen Vorgeschmack auf bessere Bildqualität liefert. Vollflächige Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung, hohe Helligkeit und gut gesättigte Farben sorgen dafür, dass für jemanden, der von einem gewöhnlichen LCD-Fernseher umsteigt, der Unterschied wirklich groß sein kann. Ein riesiger Pluspunkt dieses Modells ist, dass Samsung ihm funktional nicht stiefmütterlich begegnet ist. Der QN80H hat nahezu dasselbe umfangreiche Ausstattungspaket erhalten wie die Flaggschiffe. Es gibt also ein komplettes Paket für Gamer, angeführt von vier HDMI-2.1-Ports, sowie ein außerordentlich schnelles Tizen-System, das zudem garantierte Unterstützung und Updates für die nächsten 7 Jahre erhält.
Natürlich dürfen wir nicht vergessen, dass es sich nicht um ein Modell aus der obersten Liga handelt. Die Anzahl der Dimming-Zonen der Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung bricht keine Rekorde, weshalb in anspruchsvollen Szenen gewisse Kompromisse bei der Bildqualität sichtbar sind. Es gibt auch kleine Entscheidungen, die uns schlicht nicht gefallen, etwa die Abschaffung der Solarfernbedienung zugunsten einer weniger eleganten Version mit Batteriebetrieb. Trotzdem kann man dem QN80H kaum vorwerfen, in einem wesentlichen Bereich schlecht abzuschneiden. Es ist ein Fernseher, der in praktisch jedem Bereich mindestens gut zurechtkommt. Genau solche Erwartungen sollte man an ihn haben. Er versucht nicht krampfhaft, ein Flaggschiff vorzutäuschen, enttäuscht aber in keinem Aspekt. Genau solche Ergebnisse hatten wir von der „80“-Serie erwartet, und diese Erwartungen wurden erfüllt. Lohnt sich der Kauf? Ja, aber viel hängt vom Preis ab. Bei einem entsprechend attraktiven Preis kann der QN80H erneut zu einem der sinnvollsten Samsung-Modelle für diejenigen werden, die in eine höhere Bildqualitätsstufe einsteigen möchten, aber nicht bereit sind, für die teuersten Modelle der Marke draufzuzahlen.
Der TCL RM7L ist ein Fernseher, den man nicht gerecht beurteilen kann, wenn man sich nur auf Glas, Auge und Messwerttabellen stützt. Auch wenn er nicht kompromisslos ist, schlägt er sich im Alltag mehr als ordentlich. Er liefert ein helles, dynamisches und sattes Bild, weshalb er sich besonders für HDR-Inhalte, Spiele und dynamische Filme eignet. Der RM7L strebt nicht nach perfekter Referenzqualität. Stattdessen zeigt er ein Bild, das einfach Freude macht. Im täglichen Gebrauch ist ihm nur schwer etwas vorzuwerfen. Google TV läuft flüssig und bietet Zugriff auf das komplette App-Angebot, und das umfangreiche Feature-Set für Spieler sorgt dafür, dass der Fernseher sowohl an Konsole oder PC als auch beim abendlichen Filmschauen auf dem Sofa gut zurechtkommt. Kurz: ein vielseitiges Gerät, das für die meisten Heimanwendungen passt. Am spannendsten ist jedoch TCLs Herangehensweise an die Hintergrundbeleuchtung. Anstatt auf Zahlen zu setzen und die Anzahl der Dimming-Zonen in die Höhe zu schrauben (wie beim Modell C7L), hat man hier auf RGB-Mini-LED-Technologie gesetzt. Das Ergebnis ist wirklich interessant. Zwar sind Schwarz und Kontrast sehr gut, doch in den schwierigsten Szenen – mit hellen Objekten vor dunklem Hintergrund – ist der Halo-Effekt etwas sichtbarer als beim Modell aus demselben Hause. Interessanterweise nimmt die Aufhellung die Farbe des dargestellten Elements an, wodurch sie deutlich natürlicher wirkt und weniger vom Bild ablenkt als bei klassischen Mini-LED-Displays.
Und hier entsteht das Dilemma. Stellt man den RM7L neben den TCL C7L, fällt ein eindeutiges, objektives Urteil schwer. Beide Modelle kosten fast gleich viel, repräsentieren aber zwei völlig unterschiedliche Philosophien der Hintergrundbeleuchtung. Die C7L punktet mit präziserem Dimming dank einer größeren Anzahl an Zonen, der RM7L wettmacht das durch die spezifische, äußerst augenfreundliche Charakteristik des RGB-Panels. Noch vor Kurzem reduzierte sich die Wahl auf eine einfache Zonenrechnung – heute, wie TCL zeigt, ist die Sache deutlich spannender. Würden wir selbst aus den beiden wählen, würde die Waage leicht zur C7L tendieren, wegen der größeren Zahl an Zonen und der ebenso beeindruckenden, satten Farben... aber die endgültige Entscheidung hängt immer davon ab, was man individuell von der Hardware erwartet.