Hisense UR9S ist ohne Zweifel eine der interessantesten Premieren dieses Jahres, wenn auch nicht unbedingt aus den Gründen, die der Hersteller am stärksten betont. Die erste RGB-Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung in der Geschichte der Marke und dieser Serie beeindruckt zwar in Messungen, in der Praxis überzeugt der Fernseher aber vor allem dadurch, dass er einfach gut ausgearbeitet ist. Man sieht, dass Hisense Lehren aus früheren Modellen gezogen und Dinge verbessert hat, die beim täglichen Sehen wirklich Bedeutung haben. Die RGB-Mini-LED-Technik an sich hat großes Potenzial, ist im Moment aber noch kein Grund, gerade dieses Modell zu kaufen. Bei realen Filmen und Serien ist der Vorsprung der neuen Technik nicht so deutlich, wie es die Ergebnisse auf Testtafeln suggerieren könnten. Vielleicht zeigen kommende Generationen deutlich mehr, doch heute betrachten wir das eher als eine interessante Entwicklungsrichtung denn als eine echte Revolution. Der UR9S überzeugt vor allem durch seine Vielseitigkeit. Er liefert sehr gute Schwarzdarstellung (für ein LCD), verarbeitet schwächeres Material souverän und bietet umfangreiche Funktionen sowohl für normales Fernsehen als auch fürs Gaming. Außerdem hat er einige Features, die der Konkurrenz fehlen, etwa USB-C mit DisplayPort-Unterstützung oder sehr hohe Bildwiederholraten des Panels für PC-Spieler. Lohnt es sich, sich dafür zu interessieren? Unserer Meinung nach ja, besonders wenn man nach einem Flaggschiff-LCD-Fernseher sucht. Nicht weil er eine RGB-Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung nutzt, sondern weil er ein sehr guter, vielseitiger und einfach im Alltag angenehmer Fernseher ist.
Der TCL RM7L ist ein Fernseher, den man nicht gerecht beurteilen kann, wenn man sich nur auf Glas, Auge und Messwerttabellen stützt. Auch wenn er nicht kompromisslos ist, schlägt er sich im Alltag mehr als ordentlich. Er liefert ein helles, dynamisches und sattes Bild, weshalb er sich besonders für HDR-Inhalte, Spiele und dynamische Filme eignet. Der RM7L strebt nicht nach perfekter Referenzqualität. Stattdessen zeigt er ein Bild, das einfach Freude macht. Im täglichen Gebrauch ist ihm nur schwer etwas vorzuwerfen. Google TV läuft flüssig und bietet Zugriff auf das komplette App-Angebot, und das umfangreiche Feature-Set für Spieler sorgt dafür, dass der Fernseher sowohl an Konsole oder PC als auch beim abendlichen Filmschauen auf dem Sofa gut zurechtkommt. Kurz: ein vielseitiges Gerät, das für die meisten Heimanwendungen passt. Am spannendsten ist jedoch TCLs Herangehensweise an die Hintergrundbeleuchtung. Anstatt auf Zahlen zu setzen und die Anzahl der Dimming-Zonen in die Höhe zu schrauben (wie beim Modell C7L), hat man hier auf RGB-Mini-LED-Technologie gesetzt. Das Ergebnis ist wirklich interessant. Zwar sind Schwarz und Kontrast sehr gut, doch in den schwierigsten Szenen – mit hellen Objekten vor dunklem Hintergrund – ist der Halo-Effekt etwas sichtbarer als beim Modell aus demselben Hause. Interessanterweise nimmt die Aufhellung die Farbe des dargestellten Elements an, wodurch sie deutlich natürlicher wirkt und weniger vom Bild ablenkt als bei klassischen Mini-LED-Displays.
Und hier entsteht das Dilemma. Stellt man den RM7L neben den TCL C7L, fällt ein eindeutiges, objektives Urteil schwer. Beide Modelle kosten fast gleich viel, repräsentieren aber zwei völlig unterschiedliche Philosophien der Hintergrundbeleuchtung. Die C7L punktet mit präziserem Dimming dank einer größeren Anzahl an Zonen, der RM7L wettmacht das durch die spezifische, äußerst augenfreundliche Charakteristik des RGB-Panels. Noch vor Kurzem reduzierte sich die Wahl auf eine einfache Zonenrechnung – heute, wie TCL zeigt, ist die Sache deutlich spannender. Würden wir selbst aus den beiden wählen, würde die Waage leicht zur C7L tendieren, wegen der größeren Zahl an Zonen und der ebenso beeindruckenden, satten Farben... aber die endgültige Entscheidung hängt immer davon ab, was man individuell von der Hardware erwartet.