Der Dreame Q100 ist das Basismodell im Angebot des Herstellers, und schon sein Preis lässt erahnen, was man von ihm erwarten kann. Er versucht nicht, mit Bildqualität zu punkten. Seine Stärken liegen woanders: Er bietet Google TV, überraschend viele Funktionen für Spieler und kostet vergleichsweise wenig. Bildtechnisch schlägt sich der Q100 ähnlich wie viele andere Fernseher in dieser Preisklasse. Ein VA-Panel sorgt für ordentlichen Kontrast, die Farben sind dank des QLED-Filters (PFS) recht ordentlich, aber rund 300 Nits Helligkeit reichen schnell nicht aus. Vor allem bei HDR, wo ihm einfach die Leuchtkraft fehlt. Gut, dass Dreame nicht auf Dolby Vision verzichtet hat, denn gerade bei so einem Fernseher ist dieses Format wirklich nützlich. Filme und Serien von Streaming-Plattformen sind besser an die Möglichkeiten des Bildschirms angepasst und können so ziemlich gut aussehen. Der Q100 macht also vor allem dann Sinn, wenn man einen preiswerten Fernseher für normales Fernsehen, Netflix, YouTube oder den gelegentlichen Anschluss einer Konsole sucht. Bei der Bildqualität gibt es keine großen Überraschungen, aber das darf man bei einem der günstigsten Modelle im Sortiment auch kaum erwarten. Für Dreames ersten Vorstoß in dieses Marktsegment ist der Q100 ein ziemlich interessanter Anfang. Zumal der Markenname noch vor kurzer Zeit eher mit Staubsaugern als mit Fernsehern in Verbindung gebracht wurde.
Der Samsung R85H ist vor allem ein sehr vielseitiger Fernseher, der sich in praktisch jeder Anwendung gut schlägt. Man kann ihn im hellen Wohnzimmer aufstellen, eine Konsole anschließen, abends einen Film oder eine Serie ansehen und im Alltag gewöhnliches Fernsehen nutzen – und jedes Mal bekommt man eine gute Bildqualität. Vielleicht ist es nicht das Modell, das schon in den ersten Minuten einen so starken Eindruck macht wie Samsungs beste OLEDs, aber es ist schwer, eine Eigenschaft zu nennen, die seine Einsatzmöglichkeiten deutlich einschränken würde. Diese Vielseitigkeit ist wohl seine größte Stärke. Natürlich zieht beim R85H die neue Hintergrundbeleuchtung „Micro RGB“ die meiste Aufmerksamkeit auf sich. Nach unseren Tests würden wir sagen, dass sie dem klassischen Mini-LED tatsächlich einen gewissen Vorteil verschaffen kann, wenn auch nicht immer in den Bereichen, auf die der Hersteller am stärksten hinweist. In den Messdiagrammen sind die Möglichkeiten zur Farbwiedergabe beeindruckend, doch in realeren, komplexeren Szenen kann der Fernseher nicht immer das volle Potenzial der dreifarbigen Hintergrundbeleuchtung ausschöpfen. Am deutlichsten erkennt man den Vorteil in einfacheren Bildbereichen, wo kräftige Rottöne, Grüntöne oder Blautöne wirklich eindrucksvoll wirken können. Auch die Blickwinkelperformance ist etwas besser, da die Farben aus einem Winkel ihre Sättigung länger behalten als bei klassischen LCD-Fernsehern. Micro RGB löst jedoch nicht alle Einschränkungen der RGB-Technologie. Bei sehr gesättigten Elementen kann man manchmal ein leichtes Überlaufen der Farbe in angrenzende helle Bildbereiche beobachten, und die vergleichsweise geringe Anzahl an Zonen der lokalen Dimmung sorgt dafür, dass die Hintergrundbeleuchtung nicht immer so präzise arbeiten kann, wie es die Spezifikationen vermuten lassen. Der R85H zeigt also gut, dass RGB tatsächlich Potenzial hat und ein weiterer Schritt in der Entwicklung von LCD-Fernsehern sein kann, aber der bloße Einsatz farbiger LEDs bedeutet noch nicht automatisch einen gewaltigen Qualitätssprung bei der Bilddarstellung. Deshalb würden wir den R85H in erster Linie als etwas bessere und interessantere Alternative zum QN80H betrachten und nicht als einen Fernseher, den man unbedingt wegen des Schriftzugs „Micro RGB“ kaufen muss. Wenn der Preisunterschied zwischen diesen Modellen vernünftig ist, würden wir den R85H wählen. Für die neue Hintergrundbeleuchtung würden wir jedoch nicht viel extra bezahlen, denn ihr Vorteil im täglichen Seherlebnis ist nicht immer so groß, wie es die Marketingunterlagen suggerieren könnten. Unabhängig davon ist der R85H ein gelungener Allround-Fernseher, und vermutlich sollte man ihn genau so betrachten.