Der Hisense XR10 ist ein Projektor für diejenigen, denen 100 Zoll nicht mehr ausreichen. Triple-RGB-Laser, optischer Zoom, großer Lens-Shift-Bereich und das integrierte VIDAA-System sollen die bequeme Nutzung von Bildern mit einer Diagonale von 150, 200 oder sogar 300 Zoll ermöglichen. Der in unserem Test angesetzte Preis von etwa 22.000 PLN stellt jedoch konkrete Anforderungen an die Bildqualität. Wir haben also alles geprüft: von der Helligkeit über Kontrast, Farbwiedergabe und Gaming-Fähigkeiten bis hin dazu, wie sich der XR10 im Alltag schlägt.
Hisense XR10 – Lohnt sich der Kauf? Urteil
Der Hisense XR10 trifft die Bedürfnisse von Nutzern sehr gut, die ein wirklich großes Bild wollen, aber keinen separaten Kinoraum planen. Besonders beeindruckend ist die Kombination aus hoher Helligkeit und extrem breitem Farbraum. Auf unserem 120-Zoll-Bildschirm haben wir rund 300 Nits im SDR in für die Wiedergabe geeigneten Einstellungen gemessen. Die BT.2020-Abdeckung lag bei 97,5 %. Das sind solide Grundlagen für eindrucksvolles HDR.
Der Projektor überzeugt auch in puncto Ausstattung. Motorisierter Zoom und Lens Shift erleichtern die Installation ohne digitale Bildverschlechterung. VIDAA arbeitet schnell, die eingebauten Lautsprecher ermöglichen eine eigenständige Vorführung, und das Betriebsgeräusch in den Standardeinstellungen ist gut. Dazu kommt eine solide Verarbeitung und ein Koffer, der sich beim Transport wirklich als nützlich erweist.
Der wichtigste Kompromiss bleibt das Schwarz. Ein Kontrast von etwa 2500:1 bei offener Blende und rund 5000:1 nach dem Schließen liefert ein gutes Ergebnis, aber in einem abgedunkelten Raum behalten gute LCoS-Projektoren klar die Nase vorn. Man muss außerdem die Möglichkeit des Wahrnehmens des Regenbogeneffekts, das Fehlen von 4K bei 120 Hz sowie gemeinsame Weißabgleichseinstellungen für SDR und HDR berücksichtigen.
Den XR10 empfehlen wir vor allem für ein großes Bild im Wohnzimmer, in dem das Licht während der Vorführung gedimmt werden kann. Bei Diagonalen von 150 bis 200 Zoll ergeben Helligkeit, Farben und Bedienkomfort eine sehr attraktive Kombination. Wer die Schwarztiefe über andere Merkmale stellt, sollte ihn hingegen unter Bedingungen, die dem eigenen Raum ähneln, mit LCoS-Modellen vergleichen.
Vorteile | Nachteile |
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Hisense XR10: Erscheinungsbild und Verarbeitung
Der dem XR10 beiliegende Koffer hat uns dennoch beeindruckt. Er ist robust, gut verarbeitet und ähnelt eher einem vernünftigen Reisekoffer als einer Elektronikverpackung. Im Inneren findet man den Projektor, eine Stoffhülle, die Fernbedienung, das Netzkabel und die Unterlagen. Wichtig ist, dass der Koffer auch nach dem ersten Auspacken nützlich bleibt. Man kann das komplette Set darin verstauen und bequem transportieren. Bei unseren Tests haben wir den Projektor auch darauf platziert; die Steifigkeit und Höhe des Koffers erwiesen sich dafür als passend. Der XR10 selbst sieht ebenfalls sehr gut aus. Das Gehäuse ist solide, und die Verarbeitung passt zur Preisklasse dieses Geräts. Außerdem haben wir es mit einer recht massiven Bauform zu tun: etwa 11 kg Gewicht und einer Grundfläche von ungefähr 27 × 29 cm. Es ist ein Projektor, den man mitnehmen kann, im Alltag wird er aber eher einen festen Platz im Wohnzimmer finden.
Anschlüsse
Ausstattungsmerkmal | Hisense XR10 |
|---|---|
HDMI-Eingänge | 3, davon 2 als HDMI 2.1 gekennzeichnet |
Audio-Rückkanal | 1 eARC |
USB | 2 |
Kabelgebundenes Netzwerk | LAN |
Audio-Ausgänge | Optischer Ausgang und Kopfhöreranschluss |
Drahtlose Verbindung | Wi-Fi 7, Bluetooth 5.4 |
Es sind ausreichend Anschlüsse vorhanden, um eine Konsole, einen Player und die Lautsprecher anzuschließen, ohne ständig Kabel umzustecken. Besonders praktisch ist eARC, das die Verbindung des Projektors mit einer Soundbar oder einem AV-Receiver erleichtert.
Hisense XR10 - Installation und Bildausrichtung
Automatische Anpassung
Den XR10 kann man einfach hinstellen, auf die Wand richten und ihn den Rest erledigen lassen. Der Projektor stellt die Schärfe automatisch ein, korrigiert die Geometrie und berücksichtigt Hindernisse. In unseren Tests machte er das zügig, selbst bei schräger Aufstellung bekamen wir schnell ein rechteckiges Bild. Das ist praktisch, wenn man das Gerät an einen anderen Ort bringt oder einfach einen Film starten möchte, ohne lange Vorbereitungen. Bei fester Installation lohnt es sich, ein paar Minuten für eine genauere Feinabstimmung aufzuwenden, denn der XR10 bietet dafür wirklich gute Werkzeuge.
Zoom und Lens shift
Der motorisierte optische Zoom 2,5× ermöglicht ein 120-Zoll-Bild aus einer Entfernung von etwa 2,2–5,3 m. Das bietet große Freiheit: Der Projektor kann hinter dem Sofa stehen oder näher an der Rückwand, je nachdem, wie der Raum eingerichtet ist. Hinzu kommt die optische Bildverschiebung in vertikaler und horizontaler Richtung. Lens shift ermöglicht es, die Projektionslage ohne Neigung des Geräts anzupassen. Wir können den XR10 also unterhalb der Leinwand aufstellen oder an der Decke montieren und das Bild mit dem Objektiv an die richtige Stelle verschieben.
So würden wir ihn auch für den täglichen Betrieb einstellen: rechtwinklig zur Leinwand, mit optisch angepasster Geometrie. Die digitale Trapezkorrektur nutzt nur einen Teil der verfügbaren Projektionsfläche, wodurch die Detailauflösung reduziert wird und ein dunkler Rand um das Bild entstehen kann. Bei einer so ausgefeilten Optik wäre es schade, ihre Möglichkeiten ungenutzt zu lassen. Zum Schluss haben wir die Schärfe manuell nachjustiert. Die automatische Einstellung lag nah dran, aber eine kleine Korrektur sorgte für ein noch besseres Ergebnis.
Hisense XR10 - Kontrast und Schwarzwert
Iris-Einstellung | Gemessener Kontrast |
|---|---|
Offen | etwa 2500:1 |
Maximal geschlossen | etwa 5000:1 |
Bei geöffneter Iris haben wir etwa 2500:1 gemessen. Für einen DLP-Projektor ist das ein sehr gutes Ergebnis und ein großer Fortschritt gegenüber älteren Geräten dieses Typs. In dunklen Szenen sind Details sichtbar, das Bild bleibt gut ablesbar und die Schatten verschmelzen nicht zu einem einheitlichen Fleck. Vergleicht man ihn jedoch mit einem guten LCoS-Projektor in einem abgedunkelten Raum, erkennt man einen Unterschied in der tatsächlichen Schwarztiefe. Beim XR10 bleibt diese leicht grau. Das ist der wichtigste Kompromiss dieses Modells und ein Merkmal, das vor allem Nutzer bemerken werden, die an Kinoprojektoren von JVC oder Sony gewöhnt sind.
Die Blende sorgt für eine deutliche Verbesserung
Nach maximalem Schließen der Blende stieg der Kontrast auf rund 5000:1, also ungefähr das Doppelte. Das ist bereits eine Änderung, die man beim abendlichen SDR-Schauen nutzen sollte. Dann steht uns genügend Helligkeit zur Verfügung, sodass wir einen Teil davon zugunsten besserer Schwarzdarstellung opfern können.
Allein das Reduzieren der Laserleistung wirkt anders: es verringert die Helligkeit von Weiß und Schwarz gleichermaßen. Die Blende ermöglichte es in unserem Test, das Verhältnis zwischen beiden zu verbessern. Zur Verfügung stehen sieben manuelle Einstellungen und zwei automatische Modi, Kino 1 und Kino 2.
Wie sieht das im normalen Wohnzimmer aus?
Vieles hängt vom Raum ab. Helle Wände und die Decke reflektieren das Licht vom Bild, das auf die Projektionsfläche zurückfällt und den Schwarzwert verschlechtert. Am deutlichsten merkt man das bei Szenen, in denen neben dunklen Bereichen helle Elemente erscheinen. Deshalb ist der Vorteil eines teureren Projektors mit sehr hohem Kontrast im Wohnzimmer nicht immer so groß wie in einem speziell vorbereiteten Raum. Der XR10 schlägt sich gerade unter solchen Bedingungen gut: Er bietet ordentliche Schwarzdarstellung und gleichzeitig viel Helligkeitsreserve für die Projektion auf einer wirklich großen Leinwand.
Hisense XR10 – Qualität des HDR-Effekts
Helligkeit ist einer der Hauptgründe, warum der XR10 einen so guten Eindruck bei uns hinterlassen hat. Auf einer 120‑Zoll‑Adeo‑Leinwand (weiß, matt) mit Gain 1,0 erreichten wir etwa 300 Nits in SDR. Wir sprechen von Einstellungen, in denen man normalerweise einen Film schauen würde, und nicht von einem Modus, der ausschließlich auf das höchste Ergebnis ausgelegt ist. Hochgerechnete Messwerte der Leinwand ergeben etwa 3700 Lumen.
Parameter | Ergebnis |
|---|---|
SDR-Helligkeit auf 120″ | 300 Nits |
Lichtstrom | ca. 3700 lm |
Abdeckung DCI-P3 | vollständig |
Abdeckung BT.2020 | 97,5 % |
Wiedergabe der Helligkeit in HDR
Beim Betrachten heller Szenen sieht man schnell, wozu der Projektor diesen Spielraum hat. Das Bild wirkt kraftvoll, und die hellsten Bereiche behalten Details. In Kombination mit dem großen Farbraum ergibt das ein sehr eindrucksvolles HDR. Der Projektor passt die Helligkeit des Materials an seine Möglichkeiten an. Auf unserer Leinwand hat sich eine etwa zweifache Herunterskalierung der Luminanz gegenüber den nach der PQ-Kurve gespeicherten Werten gut bewährt. Nach Berücksichtigung dieser Skalierung lag die EOTF-Kurve sehr nahe am Ziel. Einfacher gesagt: Das Bild bewahrte die richtigen Helligkeitsverhältnisse, statt einzelne Bereiche übermäßig aufzuhellen und andere zu verlieren. Die zusätzliche Tone-Mapping-Funktion haben wir deaktiviert. In unserer Einstellung hat sie das Bild zu stark angehoben. Ohne sie erhielten wir ein aufgeräumteres Ergebnis mit guter Helligkeit und Details in den Lichtern.
Dolby Vision und HDR10+
Dolby Vision funktionierte einwandfrei. Es sind die Modi Dark und Bright verfügbar, und in den gezeigten Inhalten behielten helle Bildbereiche Details und verschmolzen nicht zu einer weißen Fläche. Der XR10 unterstützt außerdem HDR10+. Beide Formate nutzen dynamische Metadaten, mit denen die HDR-Wiedergabe für einzelne Szenen angepasst werden kann. Bei einem Projektor ist das besonders wichtig, da der verfügbare Helligkeitsbereich möglichst gut genutzt werden muss.
150, 200 oder vielleicht 300 Zoll? Welche Leinwandgröße macht Sinn?
Ein großer Lichtüberschuss verlockt dazu, das Bild zu vergrößern. Basierend auf einer Messung bei 120 Zoll haben wir berechnet, wie sich die Helligkeit bei größeren Diagonalen verändern würde:
Diagonale | Ungefähre Helligkeit |
|---|---|
120″ | 300 Nits |
150″ | 192 Nits |
180″ | 133 Nits |
200″ | 108 Nits |
250″ | 69 Nits |
300″ | 48 Nits |
Die Berechnungen gehen vom gleichen Bildformat, der gleichen Leinwandverstärkung und der gleichen Lichtmenge aus. In der konkreten Installation spielt auch die Zoom-Einstellung eine Rolle. 150 bis 200 Zoll erscheinen hier als ein sehr attraktiver Bereich. Man erhält ein riesiges Bild, und die Helligkeit reicht weiterhin aus, damit HDR seine Wirkung entfaltet. Bei 120 Zoll ist der Effekt stärker, bei 200 Zoll dominiert eher die schiere Projektionsgröße. Man kann das Verhältnis zwischen diesen beiden Aspekten an das eigene Zimmer und die persönlichen Vorlieben anpassen. Auch 300 Zoll ist sinnvoll. Rechnerisch bleiben dann etwa 48 Nits übrig, also ein Niveau, das man mit klassischen SDR-Kinovorführungen in Verbindung bringt. In einem gut abgedunkelten Raum kann man mit der Diagonale also wirklich sehr groß gehen.
Hisense XR10 - Farben ab Werk
Für die Farbdarstellung sind drei separate Laser verantwortlich: rot, grün und blau. Wir haben 97,5 % Abdeckung des BT.2020-Farbraums und vollständiges DCI-P3 gemessen. Das ist eines der beeindruckendsten Ergebnisse des gesamten Tests. Die breite Palette erlaubt es, sehr intensive Farben wiederzugeben, die in HDR-Inhalten enthalten sind. Der XR10 nutzt sie jedoch vernünftig. Bei normalen SDR-Inhalten reduziert er die Farben auf Rec.709, sodass wir nicht alles mit übertrieben erhöhter Sättigung sehen. Seine vollen Möglichkeiten zeigt er dann, wenn das Material sie wirklich benötigt.
Zum Anschauen haben wir den Filmmaker-Modus gewählt. Bereits ab Werk bot er einen guten Ausgangspunkt: die Gamma-Kurve lag nahe am Zielwert, und der Weißabgleich war nur leicht wärmer. Das Bild erforderte keine grundlegenden Korrekturen, um entspannt einen Film ansehen zu können.
Hisense XR10 - Farben nach der Kalibrierung
Die Kalibrierung verlief reibungslos. Bei unserem Exemplar genügte eine Zwei-Punkt-Korrektur des Weißabgleichs, um einen leichten Warmton zu entfernen. Die übrigen Abweichungen fielen auf ein Niveau, das wir beim normalen Betrachten nicht wahrnahmen. Außerdem stehen eine 20-Punkt-Einstellung und ein vollständiges Farbmanagement zur Verfügung. Das ist ein gutes Werkzeugset, um das Bild für ein bestimmtes Display und den jeweiligen Raum zu optimieren. Diesmal mussten wir nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen.
Laserleistung und Weißabgleich
Beim Einstellen des XR10 muss man eines beachten: Der Weißabgleich ist für SDR und HDR gemeinsam, und der Weißton verändert sich mit der Laserleistung. Bei maximaler Leistung verschiebt sich das Bild stärker in Richtung Grün. Wir haben den Projektor genau bei maximaler Leistung kalibriert, weil uns in erster Linie HDR wichtig war. Wenn jemand SDR mit stark gedimmtem Laser und HDR mit voller Leistung anschaut, wird eine einzige Korrektur in beiden Einstellungen nicht ideal sein. Separate Speicher für den Weißabgleich würden hier sehr helfen.
Hisense XR10 - Auflösung und Bildschärfe
Nach manueller Schärfeeinstellung zeigte sich der XR10 sehr gut. Kleine Schriften, Kanten von Objekten und Interface-Elemente in Spielen waren sowohl in der Bildmitte als auch an den Rändern gut lesbar. Wir mussten nicht zwischen einem scharfen Zentrum und verschwommenen Ecken wählen. Aus sehr geringem Abstand waren feine farbige Ränder an kontrastreichen Kanten zu erkennen. Bei normaler Wiedergabe achteten wir jedoch deutlich mehr auf die gute Detaildarstellung des gesamten Bildes.
Wie funktioniert 4K hier?
Im Inneren arbeitet ein DLP-Chip mit einer Diagonale von 0,47 Zoll, dessen physische Anzahl an Mikrospiegeln der von Full HD entspricht. Für die Anzeige von 4K sorgt der XPR-Mechanismus. Das Bild wird sehr schnell zwischen vier Positionen verschoben, wobei an jeder Position ein anderer Teil der Bildinformation dargestellt wird.
Auf diese Weise projiziert der Projektor mehr als acht Millionen Bildpunkte auf die Leinwand. Bei feinen Testmustern kann ein nativer 4K-Chip die feinsten Strukturen deutlicher auflösen. Bei Filmen ist der Unterschied deutlich schwerer zu erkennen, besonders aus normaler Sitzentfernung. In der Praxis liegt die Detaildarstellung des XR10 klar näher an 4K als an Full HD. Auf großer Leinwand ergibt das ein gut ausgearbeitetes, scharfes Bild, das zum Anschauen hochwertiger Inhalte einlädt.
Hisense XR10 – Nachzieheffekte und Bewegungsdarstellung
Der XR10 zeigt 4K bei 60 Hz und Full HD bei 240 Hz. Für Filme gibt es zusätzlich einen einstellbaren Glättungsregler, mit dem man die Bewegungsdarstellung nach den eigenen Vorlieben anpassen kann. Bei moderater Einstellung funktionierte er gut und erzeugte in den gezeigten Inhalten keine größeren Artefakte. Man kann die Bewegung also dezent beruhigen, ohne den filmischen Charakter des Bildes zu stark zu verändern. Wer stärkere Glättung bevorzugt, hat ebenfalls Spielraum zur Anpassung. Ein Full-HD-Signal mit 120 Hz wird angenommen und intern mit 240 Hz ausgegeben, indem Frames wiederholt werden. Die höchste Bildwiederholfrequenz nutzt man am besten, wenn ein echtes 240-Hz-Signal eingespeist wird, etwa von einem PC.
Regenbogeneffekt
Der XR10 ist ein Einchip-DLP-Projektor und gibt die Farbkomponenten sequentiell wieder. Bei Augenbewegungen können einige Zuschauer kurze, farbige Aufblitze wahrnehmen, besonders bei hellen Schriften oder Objekten vor dunklem Hintergrund. Die Empfindlichkeit gegenüber diesem Effekt ist sehr individuell. Wenn Sie bereits einen DLP-Projektor gesehen haben, wissen Sie wahrscheinlich, wie Sie darauf reagieren. Beim Erstkauf sollten Sie das am besten während einer kurzen Vorführung mit anspruchsvollen Szenen testen.
Hisense XR10: Funktionen für Spieler
Auf einem sehr großen Bildschirm zu spielen ist eine der angenehmsten Einsatzmöglichkeiten des XR10. Zur Auswahl stehen zwei Hauptmodi: 4K bei 60 Hz, wenn es auf Detailtreue ankommt, und Full HD bei 240 Hz, wenn Geschwindigkeit Priorität hat.
Funktion oder Modus | Testergebnis / Verfügbarkeit |
|---|---|
4K, 60 Hz | Unterstützt |
4K, 120 Hz | Nicht verfügbar |
Full HD, 240 Hz | Unterstützt |
ALLM | Unterstützt |
DLP Turbo | Vorhanden, reduziert die Latenz, verändert die Farben |
1440p, 120 Hz | Signal wird empfangen, es wurden jedoch Frameverluste beobachtet |
Für grafikfokussierte und ruhigere Spiele würden wir 4K/60 Hz wählen. Full HD bei 240 Hz ist interessanter für Spieler, die schnelle PC-Titel spielen. Der Projektor unterstützt ALLM und kann sich daher beim Erkennen eines entsprechenden Signals automatisch in den Spielmodus schalten. 1440p bei 120 Hz hat sich in unseren Tests nicht bewährt, der Projektor empfing zwar ein Signal, verlor jedoch Frames. Daher würden wir bei den beiden Hauptmodi bleiben.
Input-Lag
Auflösung und Bildwiederholrate | Input-Lag |
|---|---|
Full HD, 240 Hz | 9 ms |
4K, 60 Hz | 35 ms |
4K, 60 Hz DLP | 21 ms |
9 ms bei Full HD und 240 Hz sind ein sehr gutes Ergebnis. In dieser Einstellung liefert der XR10 eine geringe Latenz, die sich für schnelles Gaming eignet. Bei 4K/60 Hz haben wir 35 ms gemessen, nach Aktivierung von DLP Turbo waren es 21 ms. Der Unterschied kann in reaktionsschnellen Spielen entscheidend sein. Turbo wirkt sich jedoch auf die Farbdarstellung aus, daher würden wir bei ruhigeren Titeln den Standardmodus beibehalten und die zusätzliche Verkürzung der Latenz nur dort nutzen, wo sie benötigt wird.
Hisense XR10: Auswahl der Leinwand und Seherlebnis im Wohnzimmer
Den XR10 haben wir an einer gewöhnlichen, weißen, matten Adeo-Leinwand mit einem Gain von 1,0 getestet. Schon auf einer solchen Oberfläche erzielten wir ein sehr helles Bild, sodass ein gutes Ergebnis keinen Bildschirm mit erhöhtem Gain erforderte.
Auf unserer Leinwand haben wir auch kein Laser-Speckle festgestellt, also keine feine, schimmernde Struktur, die bei laserbasierten Lichtquellen auftreten kann. Das ist eine wichtige Beobachtung, denn eine solche Textur kann vom Film ablenken. Hier war das Bild diesbezüglich sauber. Bei der Wahl eines anderen Projektionsmaterials sollte man es am besten mit dem Projektor testen, da die Oberfläche der Leinwand die Sichtbarkeit dieses Effekts beeinflusst.
Wie viel Licht kann im Raum bleiben?
Die hohe Helligkeit des XR10 erlaubt mehr Freiheiten bei weniger anspruchsvollem Betrachten, doch den besten Kontrast erzielt man, wenn das auf die Projektionsfläche fallende Licht reduziert wird. Für einen Film am Abend reicht es, die Fenster zu verdunkeln und Lampen auszuschalten, die die Projektionsfläche beleuchten.
Hisense XR10: Bedienung, VIDAA-System und Apps
Im täglichen Gebrauch ähnelt der XR10 einem Fernseher. Wir schalten das Gerät ein, wählen eine App und starten den Film. VIDAA reagiert schnell, und der Zugang zu den wichtigsten Streamingdiensten ermöglicht die Nutzung des Projektors ohne externen Zuspieler. Das ist besonders praktisch, wenn wir ihn an einen anderen Ort bringen. Wir müssen nicht die komplette Installation mit Abspielgerät und zusätzlichen Kabeln aufbauen; für die Nutzung der Apps reichen Stromversorgung und Netzwerkzugang. AirPlay ist ebenfalls verfügbar.
Fernbedienung, die gut zum Projektor passt
Die Fernbedienung ist beleuchtet und verfügt über separate Tasten zur Einstellung der Laserleistung und des Fokus. Das sind Kleinigkeiten, die man sofort zu schätzen weiß, weil genau diese Einstellungen beim Vorbereiten einer Vorführung benötigt werden. Man muss sie nicht jedes Mal tief im Menü suchen. Es gibt auch Direktwahltasten für Streamingdienste, und die Steuerung erfordert kein Zielen auf den Bildschirm. Insgesamt liegt sie bequem in der Hand und passt gut zu dem Gerät, das man häufig im Dunkeln benutzt.
3D-Unterstützung
Der XR10 unterstützt aktives 3D, darunter Frame Packing und Side-by-Side. Es werden kompatible DLP-Link-Brillen benötigt, die leider separat erworben werden müssen.
Die hohe Helligkeit des Projektors zahlt sich hier aus, da die Brillen die Lichtmenge reduzieren, die die Augen erreicht. Für alle mit einer Sammlung von 3D-Blu-ray-Filmen ist das ein guter Grund, die Lieblingstitel noch einmal anzusehen, diesmal auf einer wirklich großen Leinwand.
Hisense XR10 - Klang
Von den Lautsprechern in einem Projektor erwartet man in der Regel nicht viel. Der XR10 hat uns positiv überrascht: Bass ist hörbar, die Lautstärke reicht aus und man kann entspannt einen Film ansehen, ohne zusätzliche Geräte anzuschließen. Im Inneren sitzen zwei 8-Watt-Lautsprecher sowie ein 15-Watt-Subwoofer, abgestimmt von Devialet. Der Klang erinnert eher an einen ordentlichen Fernseher als an einen einfachen Zusatzlautsprecher, wie man ihn häufig in Projektoren findet. So ein Setup macht bei gelegentlichen Filmabenden oder auf Reisen viel Sinn. Für ein fest installiertes Heimkino würden wir eine Soundbar oder einen AV-Receiver mit Lautsprechern ergänzen, um eine größere Klangbühne zu erzielen und die Dialoge am Bildschirm zu platzieren. Die Verbindung per eARC ist hier eine bequeme Lösung.
Lautstärke und Kühlung
Im XR10 wurde eine Flüssigkeitskühlung mit geschlossenem Kreislauf eingesetzt. Beim Anschauen ist der Eindruck gut: In den Standardmodi arbeitete der Projektor leise, auch bei maximaler Laserleistung. Vom Sofa aus war sein Geräusch kaum wahrnehmbar. Eine deutliche Veränderung trat nach Aktivierung der Funktion „Helligkeitsverstärkung” auf. Der Projektor wurde dann lauter und das Bild nahm einen grünlichen Stich an. Für Filme würden wir diese Funktion ausgeschaltet lassen, denn die Standardeinstellungen liefern bereits viel Licht und ein deutlich angenehmeres Bild.
Hisense XR10 – Technische Daten und Testbedingungen
Parameter | Information |
|---|---|
Technologie | Ein-Chip-DLP |
Diagonale des DMD-Chips | 0,47″ |
4K-Erzeugung | XPR, vier Bildpositionen |
Lichtquelle | Drei RGB-Laser |
Hauptanzeigemodi | 4K/60 Hz, Full HD/240 Hz |
Zoom | Optisch, motorisiert, 2,5× |
Lens Shift | Optisch, vertikal und horizontal |
Iris | 7 manuelle Stufen und 2 automatische Modi |
System | VIDAA |
Kühlung | Flüssigkeitskühlung, geschlossener Kreislauf |
Ton | 2 × 8 W + 15 W, Devialet |
Gewicht | ca. 11 kg |
Testleinwand | Adeo, mattweiß, 120″, Gain 1,0 |
Den vollständigen Test des Hisense XR10, zusammen mit der Vorstellung des Geräts und der Besprechung der Messungen durch Maciej, seht ihr in unserer Videorezension.
Für den Test stellte uns die Firma Hisense den Projektor zur Verfügung. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Inhalt der Rezension oder auf die Messergebnisse.
Michał Wołoszyn












