Der TCL RM7L ist ein Fernseher, den man nicht gerecht beurteilen kann, wenn man sich nur auf Glas, Auge und Messwerttabellen stützt. Auch wenn er nicht kompromisslos ist, schlägt er sich im Alltag mehr als ordentlich. Er liefert ein helles, dynamisches und sattes Bild, weshalb er sich besonders für HDR-Inhalte, Spiele und dynamische Filme eignet. Der RM7L strebt nicht nach perfekter Referenzqualität. Stattdessen zeigt er ein Bild, das einfach Freude macht. Im täglichen Gebrauch ist ihm nur schwer etwas vorzuwerfen. Google TV läuft flüssig und bietet Zugriff auf das komplette App-Angebot, und das umfangreiche Feature-Set für Spieler sorgt dafür, dass der Fernseher sowohl an Konsole oder PC als auch beim abendlichen Filmschauen auf dem Sofa gut zurechtkommt. Kurz: ein vielseitiges Gerät, das für die meisten Heimanwendungen passt. Am spannendsten ist jedoch TCLs Herangehensweise an die Hintergrundbeleuchtung. Anstatt auf Zahlen zu setzen und die Anzahl der Dimming-Zonen in die Höhe zu schrauben (wie beim Modell C7L), hat man hier auf RGB-Mini-LED-Technologie gesetzt. Das Ergebnis ist wirklich interessant. Zwar sind Schwarz und Kontrast sehr gut, doch in den schwierigsten Szenen – mit hellen Objekten vor dunklem Hintergrund – ist der Halo-Effekt etwas sichtbarer als beim Modell aus demselben Hause. Interessanterweise nimmt die Aufhellung die Farbe des dargestellten Elements an, wodurch sie deutlich natürlicher wirkt und weniger vom Bild ablenkt als bei klassischen Mini-LED-Displays.
Und hier entsteht das Dilemma. Stellt man den RM7L neben den TCL C7L, fällt ein eindeutiges, objektives Urteil schwer. Beide Modelle kosten fast gleich viel, repräsentieren aber zwei völlig unterschiedliche Philosophien der Hintergrundbeleuchtung. Die C7L punktet mit präziserem Dimming dank einer größeren Anzahl an Zonen, der RM7L wettmacht das durch die spezifische, äußerst augenfreundliche Charakteristik des RGB-Panels. Noch vor Kurzem reduzierte sich die Wahl auf eine einfache Zonenrechnung – heute, wie TCL zeigt, ist die Sache deutlich spannender. Würden wir selbst aus den beiden wählen, würde die Waage leicht zur C7L tendieren, wegen der größeren Zahl an Zonen und der ebenso beeindruckenden, satten Farben... aber die endgültige Entscheidung hängt immer davon ab, was man individuell von der Hardware erwartet.
Hisense U7S ist die nächste Ausführung der U7-Reihe, deren größter Vorteil das Preis-Leistungs-Verhältnis bleibt. Man bekommt einen Mini-LED-Fernseher mit lokaler Dimmung, die das Schwarz tatsächlich verbessert und dem Bild beim abendlichen Fernsehen Tiefe verleiht. Tagsüber hingegen ist der große Helligkeitsvorrat praktisch, sodass man nicht sofort die Fenster verdunkeln muss. Es ist kein Gerät ohne Kompromisse, aber als Fernseher für den Alltagsgebrauch macht es viel Sinn. Auch Gamer profitieren stark. Der U7S unterstützt hohe Bildwiederholraten von Konsolen und PCs, bietet ein umfangreiches Set an Gaming-Funktionen und reagiert sehr schnell auf Eingaben vom Controller. Erfreulich ist, dass die geringe Eingabeverzögerung auch in Dolby Vision erhalten bleibt. Hinzu kommt das gut funktionierende VIDAA, das sowohl Smartfunktionen als auch nützliche Ergänzungen fürs normale Fernsehen bietet. Insgesamt ist das Gerät also recht vielseitig, obwohl im Vergleich zum letztjährigen U7Q kaum von einem großen Schritt nach vorn die Rede sein kann.
Leider gibt es aber auch Dinge, die deutlich stören. Das erste sind Nachzieheffekte. Das Panel hat eine hohe Bildwiederholfrequenz, aber die Pixel kommen nicht immer nach, sodass hinter bewegten Objekten sichtbare Spuren zurückbleiben. Das fällt besonders Sportfans und Liebhabern schneller Spiele auf. Das zweite Problem betrifft HDR, das der Fernseher etwas eigenwillig darstellt. Statt sich an die im Material hinterlegte Helligkeit zu halten, hellt er Teile des Bilds stark auf. Das sollte wohl spektakulärer wirken, führt aber oft zum Gegenteil: Die Szene wirkt überzeichnet, verliert an Tiefe und weicht deutlich von der Absicht der Autoren ab. Schade, dass sich dieses Verhalten selbst bei einer Kalibrierung nicht wirkungsvoll korrigieren lässt.
Trotz dieser Anmerkungen bleibt der U7S eine interessante Wahl, wenn man möglichst viel für vernünftiges Geld sucht. Im Vergleich zu einfachen LCDs ohne lokale Dimmung, die man noch zu ähnlichen Preisen findet, bietet er vor allem deutlich bessere Schwarzwerte. Und genau darin liegt seine größte Stärke. Man muss nicht zu einem teuren Modell greifen, um ein Mini LED zu bekommen, dessen Vorteile sich beim Anschauen wirklich zeigen. Wenn man seine Schwächen akzeptiert, kann der Hisense U7S vor allem ein lohnenswerter Kauf sein.