Im Falle der 83-Zoll-Version hat Samsung einen anderen Weg eingeschlagen als bei den kleineren Diagonalen und sich für das Tandem WOLED-Panel von LG Display entschieden. Das ist ein Schritt, der zunächst Fragen aufwerfen konnte, sich aber in der Praxis als Volltreffer herausstellte. Denn wir haben hier eine äußerst gelungene Mischung: absolut referenzielles Schwarz, hervorragende Helligkeit, die es ermöglicht, HDR-Inhalte sogar tagsüber zu genießen, sowie eine allgemeine Bildqualität, die diesen Fernseher klar an die Spitze des gesamten Marktes setzt. Auch für Gamer fehlen die Vorteile nicht – blitzschneller Input-Lag, 165 Hz Bildwiederholfrequenz, volle Unterstützung für VRR und G-Sync/Freesync sowie vier HDMI 2.1-Ports, die es ermöglichen, mehrere Konsolen oder PCs ohne Kompromisse anzuschließen. Auf die Liste der Pluspunkte muss man auch die matte Beschichtung hinzufügen – selten bei OLEDs und in diesem Fall äußerst effektiv. Dank ihr werden Lichtreflexe größtenteils eliminiert, und der Fernseher bleibt auch in einem sonnendurchfluteten Wohnzimmer lesbar und komfortabel in der Wahrnehmung. Das ist ein Merkmal, das in so großen Größen noch wichtiger wird, denn es ist schwer vorstellbar, auf einem 83-Zoll-Bildschirm statt eines Films das Spiegelbild des eigenen Zimmers zu sehen. Natürlich gab es auch hier Kompromisse – die Betrachtungswinkel des WOLED-Panels sind nicht so perfekt wie bei den QD-OLED-Versionen. Dafür bekommen wir im Gegenzug ein besseres Verhalten unter schwierigen Lichtbedingungen und ein stabileres Bild bei starkem Licht, das auf den Bildschirm fällt. In der Praxis ist es schwer, das als echten Nachteil zu betrachten, eher als eine andere Schwerpunktsetzung im Vergleich zu den kleineren Varianten. Der S95F in der 83-Zoll-Version ist eine fast explosive Mischung: ein riesiger OLED mit matter Beschichtung, hervorragender Helligkeit, fantastischen Schwarz und einem vollständigen Funktionspaket für Gamer. Wer von einem riesigen, matten Bildschirm träumt, der sich nicht vor Tageslicht scheut, findet derzeit auf dem Markt keinen besseren Bildschirm.
Der LG OLED B6 ist eine sehr gelungene Fortsetzung der B-Serie und zugleich ein Fernseher, der als erster Schritt in Richtung OLED durchaus Sinn macht. Er versucht nicht, in jeder Hinsicht mit den teuersten Modellen zu konkurrieren, zeigt aber in den wichtigsten Punkten genau das, weshalb viele Menschen diese Technologie wählen: perfektes Schwarz, sehr hoher Kontrast und ein Bild, das bei Filmen einfach beeindruckend aussehen kann. Ein großer Anteil daran liegt an der neuen budgetfreundlichen WOLED-Matrix, dem OLED SE. Dank ihr ist der günstigste OLED von LG heute deutlich heller als noch vor einigen Jahren, und rund 800 Nits im HDR sind ein Wert, der beim Schauen wirklich auffällt. Helle Bildinhalte wirken energiegeladener, das Bild kommt in anspruchsvolleren Szenen besser zurecht, und in Kombination mit dem OLED-Schwarz kann das Gesamtbild sehr eindrucksvoll wirken. Besonders gut kommen Filme und Serien von Streaming‑Plattformen zur Geltung, vor allem solche in Dolby Vision. Genau dann nutzt der B6 seine Möglichkeiten am besten und zeigt ein Bild, das für jemanden, der von einem typischen LCD-Fernseher wechselt, einen großen Schritt nach vorne bedeutet.
Es ist allerdings kein Modell ohne Kompromisse. Die größten Vorbehalte haben wir gegenüber dem Umgang des Bildschirms mit Spiegelungen. Das Fehlen eines klassischen Polarisators sorgt dafür, dass der Fernseher deutlich schlechter damit zurechtkommt, wenn er gegenüber einem großen Fenster oder einer starken Lichtquelle steht. Reflexionen sind stärker sichtbar als bei anderen WOLED-Panels, und das Schwarz verliert in einem hellen Raum etwas von seinem Charakter. Unter kontrollierten Bedingungen ist das kein Problem, aber für ein sehr helles Wohnzimmer sollte man den Kauf etwas vorsichtiger angehen. Ein wenig Unzufriedenheit bleibt auch beim Betrieb von webOS. Das System an sich ist nach wie vor sehr gut, bietet eine umfangreiche App‑Bibliothek, die bequeme Fernbedienung Magic Remote und im Grunde alles, was man von einem modernen Smart‑TV erwartet. Das Problem ist, dass es auf dem B6 nicht immer so flüssig läuft, wie es sollte. Man merkt zwischendurch, dass die neue Version des Systems anspruchsvoller und etwas „schwerer“ ist als zuvor.
Trotz dieser Anmerkungen schneidet der LG B6 weiterhin sehr gut ab. Es ist ein Fernseher, der alle wichtigsten Vorteile von OLED bietet und dabei nicht so viel kostet wie die höherpreisigen Serien. Am meisten Sinn macht er, wenn er in einer guten Aktion auftaucht, denn dann kann er einer der interessantesten Kandidaten für alle sein, die in die Welt der OLEDs einsteigen möchten, ohne zu viel zu bezahlen.