QN80F ist die erste „Achtzig“ von Samsung in der Geschichte, die in die Serie von Fernsehern mit Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung eintritt. Und das macht sie wirklich gut. Obwohl die Anzahl der Dimming-Zonen nicht umhaut, steht die Qualität des Schwarz auf einem soliden Niveau, und in Kombination mit der hohen Helligkeit ermöglicht es, ein sehr annehmbares Bild in HDR-Materialien zu genießen. Dazu kommt ein 144-Hz-Panel, das eine großartige Bewegungsflüssigkeit bietet, und das Paket von Funktionen für Gamer – VRR, ALLM, Game Motion Plus – macht den QN80F zu einem Vorschlag, der geradezu für Konsolen- oder PC-Spieler geschaffen wurde. Der Fernseher arbeitet schnell und reaktionsschnell, und das Tizen-System läuft wie der Blitz – egal, ob du nach Apps suchst oder die Quellen wechselst. Gibt es etwas, worauf man hinweisen könnte? Natürlich, wie immer – es gibt Mängel im System (wie das Aufzeichnen auf USB), DTS wird nicht unterstützt, und Mini LED hat seine Einschränkungen. Aber der QN80F ist ein großartiger Fernseher für den Alltag – universell, ausgereift und... mit großem preislichen Potenzial. Denn wenn wir die Geschichte dieser Serie betrachten, können wir erwarten, dass diese „Achtzig“ noch kräftig für Wirbel sorgt, sobald sie die ersten vernünftigen Angebote erreicht. Und dann könnte sie in ihrem Preis geradezu konkurrenzlos sein – besonders wenn Samsung die kleinen Kinderkrankheiten behebt.
Der LG OLED B6 ist eine sehr gelungene Fortsetzung der B-Serie und zugleich ein Fernseher, der als erster Schritt in Richtung OLED durchaus Sinn macht. Er versucht nicht, in jeder Hinsicht mit den teuersten Modellen zu konkurrieren, zeigt aber in den wichtigsten Punkten genau das, weshalb viele Menschen diese Technologie wählen: perfektes Schwarz, sehr hoher Kontrast und ein Bild, das bei Filmen einfach beeindruckend aussehen kann. Ein großer Anteil daran liegt an der neuen budgetfreundlichen WOLED-Matrix, dem OLED SE. Dank ihr ist der günstigste OLED von LG heute deutlich heller als noch vor einigen Jahren, und rund 800 Nits im HDR sind ein Wert, der beim Schauen wirklich auffällt. Helle Bildinhalte wirken energiegeladener, das Bild kommt in anspruchsvolleren Szenen besser zurecht, und in Kombination mit dem OLED-Schwarz kann das Gesamtbild sehr eindrucksvoll wirken. Besonders gut kommen Filme und Serien von Streaming‑Plattformen zur Geltung, vor allem solche in Dolby Vision. Genau dann nutzt der B6 seine Möglichkeiten am besten und zeigt ein Bild, das für jemanden, der von einem typischen LCD-Fernseher wechselt, einen großen Schritt nach vorne bedeutet.
Es ist allerdings kein Modell ohne Kompromisse. Die größten Vorbehalte haben wir gegenüber dem Umgang des Bildschirms mit Spiegelungen. Das Fehlen eines klassischen Polarisators sorgt dafür, dass der Fernseher deutlich schlechter damit zurechtkommt, wenn er gegenüber einem großen Fenster oder einer starken Lichtquelle steht. Reflexionen sind stärker sichtbar als bei anderen WOLED-Panels, und das Schwarz verliert in einem hellen Raum etwas von seinem Charakter. Unter kontrollierten Bedingungen ist das kein Problem, aber für ein sehr helles Wohnzimmer sollte man den Kauf etwas vorsichtiger angehen. Ein wenig Unzufriedenheit bleibt auch beim Betrieb von webOS. Das System an sich ist nach wie vor sehr gut, bietet eine umfangreiche App‑Bibliothek, die bequeme Fernbedienung Magic Remote und im Grunde alles, was man von einem modernen Smart‑TV erwartet. Das Problem ist, dass es auf dem B6 nicht immer so flüssig läuft, wie es sollte. Man merkt zwischendurch, dass die neue Version des Systems anspruchsvoller und etwas „schwerer“ ist als zuvor.
Trotz dieser Anmerkungen schneidet der LG B6 weiterhin sehr gut ab. Es ist ein Fernseher, der alle wichtigsten Vorteile von OLED bietet und dabei nicht so viel kostet wie die höherpreisigen Serien. Am meisten Sinn macht er, wenn er in einer guten Aktion auftaucht, denn dann kann er einer der interessantesten Kandidaten für alle sein, die in die Welt der OLEDs einsteigen möchten, ohne zu viel zu bezahlen.