SmartTV: FireTV
W85B läuft auf dem Fire TV-System und man muss zugeben – es ist ein großer Schritt nach vorne im Vergleich zu früheren Eigenlösungen von Panasonic. Wir haben hier Unterstützung für AirPlay, Screen Mirroring und sogar Sprachsteuerung über Alexa. Das klingt modern und bietet in der Praxis tatsächlich viele Möglichkeiten. Das Problem ist, dass Fire TV in Europa immer noch ein bisschen wie ein „Gast auf der Durchreise“ aussieht. Es funktioniert ordentlich, aber es treten manchmal Mikro-Ruckler auf, die Benutzeroberfläche reagiert nicht immer so flüssig, wie wir es uns wünschen würden, und im Menü stößt man auf holprige Übersetzungen. Das ist noch nicht das Niveau der größten Player wie GoogleTV oder sogar Tizena, aber es ist dennoch eine Verbesserung im Vergleich zu dem, was Panasonic zuvor hatte. Das Schlimmste daran ist jedoch, dass die Bibliothek der FireTV-Apps ziemlich bescheiden ist und das ist sein größter Hemmschuh.
Klassische TV-Funktionen
In Bezug auf klassische TV-Funktionen ist es ganz ordentlich – wir haben eine klassische Fernbedienung mit vollständiger numerischer Tastatur, einen übersichtlichen EPG-Guide sowie die Möglichkeit, Programme mit dem eingebauten Tuner auf eine externe USB-Festplatte (z.B. einen USB-Stick) aufzunehmen. Ein Nachteil ist das Fehlen der Möglichkeit, Aufnahmen im Voraus zu programmieren – man kann also „hier und jetzt“ aufnehmen, aber keine Aufnahmen für später planen.
System webOS und Smart-Funktionen
Der Fernseher läuft auf der neuesten Version des webOS-Systems. Obwohl es sich um eine geschlossene Plattform handelt, unterstützt sie absolut alle wichtigen Streaming-Apps auf dem Markt. Sie können hier auch problemlos nützliche Funktionen der drahtlosen Verbindung nutzen, wie z. B. eingebautes Chromecast, AirPlay oder klassisches Screen Mirroring. Das größte Unterscheidungsmerkmal der LG-Plattform bleibt jedoch die geniale Magic-Fernbedienung. Obwohl sie recht kompakt und ohne physische Zifferntastatur ist, macht sie etwas, das die Konkurrenz immer noch nicht nachahmen kann – sie funktioniert wie eine drahtlose Maus. Sie ist mit einem Gyroskop ausgestattet, sodass wir einen intuitiven Cursor über den Bildschirm bewegen können, was das Eingeben von Passwörtern und die Navigation im Menü drastisch beschleunigt. Zusätzlich hat LG einen der besten Sprachassistenten zur Steuerung des Geräts, und die Kombination mit der Magic-Fernbedienung bietet hervorragende Möglichkeiten, sich effizient im System zu bewegen. Das Einzige, was hier stark nerven kann, sind aufdringliche Werbung und gesponserte Kacheln, mit denen LG den Hauptbildschirm des Systems immer mehr vermüllt. Trotzdem ist das Fehlen von Google TV für das G6 kein Nachteil – angesichts der Flüssigkeit des webOS-Betriebs kann man getrost sagen, dass dies sogar ein Vorteil ist.
Funktionen für Traditionalisten
Im Bereich des klassischen Fernsehens schneidet LG G6 ebenfalls hervorragend ab und vergisst die traditionellen Nutzer nicht. Trotz der minimalistischen Fernbedienung gibt es an Bord viele nützliche Lösungen. Der Hersteller hat nicht auf die PVR-Funktion verzichtet, also die Möglichkeit, Programme mit den eingebauten Tunern direkt auf externen USB-Speicher oder Festplatten aufzuzeichnen. Wir haben hier auch eine reibungslos funktionierende TimeShift-Funktion zum Anhalten von Live-TV sowie die Möglichkeit, Aufnahmen zu planen. Diese Funktionen könnten ein Volltreffer während der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft sein, wenn die Spiele spätabends stattfinden und wir sie nicht live anschauen können. Natürlich fehlen auch die Standardfunktionen nicht, wie etwa die Möglichkeit, kabellose Kopfhörer über Bluetooth anzuschließen.