Die Farbgestaltung im LG UR781 im Filmmaker Mode, der trotz seiner Qualität als bester verfügbarer Modus aus den Werkseinstellungen nicht fehlerfrei ist. Vor allem das Problem mit dem Weißabgleich, wo im Diagramm Rückgänge im Blauanteil zu erkennen sind. Dieses Phänomen führt zu einer Verschiebung der Farben in Richtung Gelbtöne, wodurch das Bild wärmer erscheint, als es sollte. Diese Abweichung sorgt dafür, dass die Farben auf dem Bildschirm nicht natürlich wiedergegeben werden, was insbesondere in Szenen mit weißem oder neutralem Hintergrund auffällig sein kann. Dies kann durch den Test Color Checker bestätigt werden, der gezeigt hat, dass einige Farben „entweichen“ und in andere Schattierungen übergehen, was bedeutet, dass der Fernseher LG UR781 die Farben nicht realitätsgetreu anzeigt. Diese Verzerrung kann die visuellen Eindrücke beeinflussen, sodass Filmszenen weniger realistisch wirken und Details in unangemessenen Farben dargestellt werden, was sich negativ auf die Gesamtbildqualität auswirkt.
In Bezug auf den Kontrast hat die Analyse der Gamma-Kurve Rückgänge auf einen Wert von 2,0 ergeben, während der optimale Wert 2,4 betragen sollte. Das bedeutet, dass der Fernseher in einigen Szenen die dunklen Bildanteile heller anzeigen kann, was deren Tiefe und Dynamik mindert. Darüber hinaus wurde auf der EOTF-Kurve, die für die Helligkeitsdarstellung verantwortlich ist, ein unnatürliches Ausschlagen zu Beginn festgestellt. Dieses Phänomen kann zu einer übermäßigen Helligkeit in den hellsten Bildbereichen führen, wodurch Details in sehr hellen Szenen verloren gehen.
Wir haben uns auch genau angesehen, wie Blaupunkt mit Farben im Filmmodus umgeht, und hier ist die Sache, kurz gesagt, zweigeteilt. Wir müssen erneut deutlich unterscheiden zwischen dem, was wir im standardmäßigen SDR-Format sehen, und dem, was passiert, wenn HDR eingeschaltet ist, denn das sind zwei völlig unterschiedliche Welten. Lassen Sie uns mit der besseren Seite der Medaille beginnen. Wenn Sie planen, auf diesem Fernseher klassisches Fernsehen, YouTube oder ältere Filme zu schauen, können Sie auf wirklich gut abgestimmte Farben zählen. In unserem Testgerät war der Weißabgleich im Filmmodus überaus korrekt, was uns ehrlich überrascht hat. Natürlich, um nicht zu optimistisch zu sein, haben wir einige Mängel festgestellt. Blickt man auf die Gamma-Diagramme, bemerkten wir, dass der Prozessor Probleme hat, das Bild in den hellsten Bereichen angemessen abzudunkeln. Hinzu kommt eine ziemlich starke, teilweise zu aggressive Sättigung von Rot, was zu sichtbaren Fehlern bei der Wiedergabe einiger Farbtöne geführt hat. Dennoch ist das Bild in SDR insgesamt einfach solide und lässt sich ohne Grimasse betrachten. Leider schwindet der Zauber, sobald wir erneut in die Welt von HDR eintauchen. Hier verhält sich Blaupunkt so, als hätten wir ihn plötzlich in den Geschäftmodus geschaltet, und das in seiner schlimmsten Ausführung. Der Überfluss an Blau im Weißabgleich ist so groß, dass es fast ins Auge sticht und jeglichen Realismus der Szene beeinträchtigt. Außerdem interpretiert der Fernseher die Helligkeit sehr frei, was bei der Analyse der EOTF-Kurve deutlich zeigt, dass die Farben die meiste Zeit einfach ausgewaschen und ohne Tiefe erscheinen. Dies zeigt sich auch perfekt in den Farbschattierungen, die in diesem Modus offensichtlich werden. Wieder kommen wir also zu derselben Schlussfolgerung: Blaupunkt sieht im SDR-Modus viel besser und natürlicher aus als im HDR, das wie gewaltsam hinzugefügt wirkt, ohne entsprechende Verfeinerung.