QNED86A6A ist ein Fernseher, der in seiner Preisklasse wirklich eine großartige Arbeit leistet, wenn es um Sport, Spiele und das tägliche Fernsehen geht. Das 120-Hz-Panel sorgt für flüssige Bilder und scharfe Bewegungen, was sowohl Fans als auch Spielern zugutekommt. Hinzu kommt die niedrige Eingangsverzögerung zusammen mit einem vollständigen Paket von Gaming-Funktionen wie HGiG, VRR und ALLM. Der Fernseher arbeitet ebenso gut mit einem Computer wie mit einer Konsole zusammen, sodass er im Büro oder auf dem Schreibtisch in der 43-Zoll-Version hervorragend als Arbeitsmonitor geeignet ist. Ein weiterer Pluspunkt ist das System webOS. Es handelt sich um ein schnelles, stabiles und anwendungsreiches Betriebssystem, das zusammen mit der Magic-Fernbedienung eine sehr komfortable Bedienung ermöglicht. Die neue Version der Fernbedienung ist schlanker und liegt besser in der Hand, und der Cursor auf dem Bildschirm ist eine Lösung, die vielen Konkurrenten fehlt. Dazu kommen klassische Funktionen – Aufnahme auf USB, Bluetooth für Kopfhörer und ein vollständiges Set HDMI 2.1 mit Unterstützung für eARC und Dolby Atmos. Das macht die Fernseher der QNED85-Serie zu den wohl „multimedialsten“ Fernsehern in ihrer Klasse. Aber man muss es klar sagen, dieses Modell hat auch seine erheblichen Mängel. Der größte Nachteil ist ohne Zweifel der Kontrast, oder besser gesagt, dessen Fehlen. Das IPS-Panel in Kombination mit dem Edge-„Mini-LED“ ist einfach eine sehr schlechte Idee. Der Bildschirm eignet sich einfach nicht für das Anschauen von Filmen in einem dunklen Wohnzimmer. Die Schwarzwerte sind graublau, und das lokale Dimmen kann Lichtstreifen erzeugen, die an Laser erinnern und das Sehvergnügen erheblich beeinträchtigen. Für das Heimkino ist dies keine Wahl, die man mit vollem Überzeugung empfehlen kann. Ein weiteres Problem hängt vielleicht nicht direkt mit dem Fernseher selbst, sondern mit seinem Verkauf zusammen. Es geht um das Chaos in der Benennung und die Unterschiede in den abgeleiteten Versionen. Dasselbe Modell, sogar mit derselben Bezeichnung, kann je nach Geschäft eine andere Farbe des Rahmens oder des Ständers haben. Das kann für den Käufer wirklich frustrierend sein und ein Gefühl der Verwirrung hervorrufen. Kurz zusammengefasst: LG QNED86A6A ist ein hervorragender Fernseher für Sport, Spiele und tägliches Fernsehen, mit einem komfortablen System und großer Funktionalität. Aber wenn ihr einen Bildschirm speziell für Filme oder Serien sucht und tiefes Schwarz erwartet, solltet ihr besser einen Blick auf Fernseher werfen, die man tatsächlich mit vollem Recht als Mini-LEDs bezeichnen kann.
Der Philips OLED811 ist ein OLED-Fernseher der Mittelklasse für das Jahr 2026, der sich von seinen größten Konkurrenten vor allem durch eines abhebt: Ambilight. Das Licht, das sich dem Bild anpasst und auf die Wand hinter dem Fernseher abstrahlt, kann die Atmosphäre eines ganzen Filmabends verändern. Besonders am Abend scheint das Bild über die Grenzen des Bildschirms hinauszureichen, wodurch das Fernseherlebnis einen ganz besonderen Reiz erhält. Für manche ist Ambilight lediglich eine angenehme Ergänzung, für andere hingegen Grund genug, sich erneut für einen Fernseher von Philips zu entscheiden.
Die Bildqualität ist weitgehend mit der von Modellen wie dem LG C6 oder dem Samsung S90H vergleichbar – zumindest bei den Varianten, die denselben Paneltyp verwenden. Geboten wird also ein tiefes, perfektes Schwarz, vor dem helle Bildelemente besonders eindrucksvoll zur Geltung kommen. Der OLED811 kann eine kraftvolle HDR-Darstellung liefern und erreicht nach der Kalibrierung eine Bildqualität, die dem Referenzniveau sehr nahekommt. Einen großen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz gibt es zwar nicht, gleichzeitig entsteht aber auch nicht der Eindruck, dass man sich mit der Wahl eines Philips-Fernsehers zugunsten von Ambilight bei der Bildqualität einschränken müsste.
Auch für Gamer gibt es gegenüber dem Vorjahresmodell einige erfreuliche Verbesserungen. Dank des MediaTek-Pentonic-800-Chipsatzes stehen nun endlich vier HDMI-2.1-Anschlüsse zur Verfügung. Wer mehrere Geräte – beispielsweise Konsolen, einen PC und eine Soundbar – anschließen möchte, muss somit nicht mehr entscheiden, welches davon die volle Leistungsfähigkeit des Anschlusses nutzen darf. Auch das eigentliche Spielerlebnis überzeugt: Der Fernseher reagiert schnell, unterstützt variable Bildwiederholraten und ermöglicht am PC Spiele in 4K mit bis zu 165 Hz. Schade ist lediglich, dass die Möglichkeiten des neuen Prozessors bei der Aufbereitung von Bildmaterial mit geringerer Qualität nicht ebenso gut ausgeschöpft wurden.
Die größten Zweifel weckt jedoch das Betriebssystem. Titan OS hat das beliebte Google TV ersetzt. Obwohl sich die Plattform im vergangenen Jahr deutlich weiterentwickelt hat, fällt es nach wie vor schwer, diesen Wechsel als Verbesserung zu betrachten. Das System läuft inzwischen zwar flüssiger, bietet mehr nützliche Funktionen und umfasst in seiner Bibliothek mittlerweile die meisten bekannten Streamingdienste. Die Auswahl an Apps bleibt jedoch deutlich kleiner als bei Google TV und den Plattformen der Konkurrenz. Unserer Ansicht nach ist dies weiterhin die größte Schwäche des OLED811. Besonders Nutzer weniger verbreiteter Dienste dürften diesen Unterschied deutlich spüren.
Lohnt sich der Kauf? Ja – vorausgesetzt, Titan OS erfüllt die eigenen Anforderungen. In puncto Bildqualität und Gaming-Funktionen bietet der OLED811 ebenso viel wie seine Konkurrenten. Ambilight verleiht ihm jedoch etwas, das bei anderen Herstellern nicht zu finden ist. Philips gibt hier also mit der einen Hand und nimmt mit der anderen: Einerseits sorgt Ambilight für eine einzigartige Atmosphäre beim Fernsehen, andererseits schränkt Titan OS die freie Auswahl an Apps ein. Sind alle regelmäßig genutzten Dienste verfügbar, kann dieser Kompromiss durchaus akzeptabel sein.