Hisense A6Q zeigt von Anfang an, dass sein Hauptvorteil ist: A. Preis, B. Einfachheit und C. Vorhersehbarkeit im täglichen Gebrauch. Es ist ein Fernseher, der einfach seinen Job macht – du schaltest ihn ein, wählst eine Anwendung, siehst zu oder spielst und nichts steht im Weg. Gutes Schwarz, schnelle Reaktion auf Bewegungen auf dem Pad, ein gut funktionierendes System und ein vollständiges Set grundlegender Funktionen sorgen dafür, dass man ihn im Alltag bequem und ohne Frustration nutzt. Dazu kommt ein lauter, klarer Klang und einige nette Extras, die bei diesem Preis keineswegs selbstverständlich sind. Andererseits erinnert A6Q recht schnell daran, dass es sich dennoch um ein Gerät aus dem Budget-Segment handelt. HDR sieht hier eher aus wie ein aufgehelltes SDR als wie ein echter Kinoeffekt, die Bewegungsflüssigkeit ist hier ziemlich durchschnittlich, und das Bild verliert an Qualität beim Sehen aus einem Winkel aufgrund der Verwendung eines VA-Displays. Dies ist kein Fernseher, der für anspruchsvolle Vorführungen im dunklen Wohnzimmer oder für Spieler gedacht ist, die auf perfektes Bild hoffen. Diese Kompromisse sind deutlich, aber auch vollständig verständlich bei diesem Preis. Letztendlich findet sich der Hisense A6Q am besten als günstiger Fernseher für normales Fernsehen, Streaming und gelegentliches Spielen. Er versucht nicht, ein Premium-Gerät zu sein, und das ist gut, denn so enttäuscht er nicht mit unerfüllbaren Versprechen. Wenn jemand einfach nur einen preiswerten Bildschirm sucht, der reibungslos funktioniert, keine Probleme macht und ab und zu die Konsole zum Laufen bringt, wird A6Q seinen Zweck erfüllen. Man muss nur daran denken, dass in diesem Segment jede Wahl Kompromisse bedeutet und A6Q hier keine Ausnahme ist.
LG MRGB85 ist ein Fernseher, der sich am besten bei Spielern und bei Nutzern bewährt, die webOS schätzen. In dieser Hinsicht ist nur wenig zu beanstanden. Er bietet viele Vorteile für Gamer dank einer sehr hohen Bildwiederholfrequenz des Panels. Hinzu kommt das flüssig laufende webOS, das sich auf dem Markt vor allem durch die bequeme Magic-Fernbedienung und ein komplettes Paket an Funktionen für klassisches Fernsehen behauptet. Problematisch wird es, wenn man die allgemeine Bildqualität betrachtet und sie mit dem vom Hersteller geforderten Preis vergleicht. Die Markteinführung des MRGB85 erfolgt nämlich auf einem Niveau, das, gelinde gesagt, angesichts konkurrierender Modelle schwer als attraktiv zu bezeichnen ist. Für einen ähnlichen Betrag findet man Fernseher mit deutlich umfangreicherer Hintergrundbeleuchtung und vor allem besserer Schwarzdarstellung. Am meisten kontrovers diskutiert wird jedoch die Bezeichnung und die Art, wie LG dieses Modell positioniert. MRGB85 nutzt zwar eine dreifarbige Hintergrundbeleuchtung, diese ist aber am Bildschirmrand angebracht. Daher kann man hier kaum von einem echten RGB-Mini-LED im Sinne der Bezeichnung sprechen, wie sie für Fernseher mit einer großen Anzahl unabhängig steuerbarer Zonen hinter dem Panel üblich ist. In der Praxis sind die Einschränkungen beim Local Dimming sehr deutlich und stören bei dunklen Szenen stark die Bildwiedergabe. Das bedeutet nicht, dass der MRGB85 ein schlechter Fernseher ist. Er kommt mit Alltagsmaterialien gut zurecht, liefert ansprechende Farben, ordentliche Helligkeit und ein sehr umfangreiches Funktionspaket. Das Bild von SDR-Quellen kann wirklich gut aussehen, und Dolby Vision hilft teilweise, die schwächere Helligkeitssteuerung in HDR zu kaschieren. Schwer lässt sich jedoch das Gefühl abstreifen, dass das größte Problem dieses Modells nicht die Konstruktion selbst ist, sondern sein Preis und das zu ambitionierte Positionieren im Markt. Wer vor allem einen Fernseher zum Spielen sucht, die Bequemlichkeit von webOS schätzt und auf ein großes Rabattangebot stößt, für den kann der MRGB85 Sinn machen. Zum aktuellen Preis rückt er jedoch in den Hintergrund, weil die Konkurrenz heute einfach mehr in puncto Bildqualität bietet.