Der Haier Q80FUX Fernseher ist eines der schizophrensten Angebote, die seit langem in unserer Redaktion sind. Auf der einen Seite haben wir hier ein solides Stück Technik: ein VA-Panel, das tiefes Schwarz bietet, wie es für dieses Segment typisch ist, sowie einen QLED-Quantfilter, der tatsächlich in der Lage ist, saftige, auffällige Farben zu erzeugen. Das ist die Grundlage, auf der man einen wirklich wettbewerbsfähigen Empfänger der Mittelklasse aufbauen könnte. Leider wird das gesamte Potenzial des Panels systematisch durch die Software torpediert, die eine echte Belastung für dieses Modell darstellt. Die größte Achillesferse des Q80FUX ist seine totale Kapitulation im Umgang mit HDR10-Materialien. Die Elektronik scheint überhaupt nicht zu verstehen, wie das Signal interpretiert werden soll, was dazu führt, dass die hellsten Bildbereiche immer wieder überbelichtet werden und in einen flachen, milchigen Fleck verwandelt werden. Wenn wir das mit dem Google TV System kombinieren, das – obwohl funktional – instabil, fehlerhaft und voller nerviger Mängel ist, erhalten wir ein Bild eines rohwirkenden Produkts, das eindeutig das fehlende Erfahrung des Herstellers verrät. Und als wir bereits dabei waren, dieses Modell abzuschreiben, entdeckten wir seine überraschende Nische. Nach dem Anschluss an eine Konsole verwandelt sich der Q80FUX. Es stellt sich heraus, dass dieser Fernseher eine bemerkenswert niedrige Eingabeverzögerung bietet, vollständig VRR unterstützt und zudem in der Lage ist, ein 120Hz-Signal in Full HD-Auflösung zu verarbeiten. In der Welt der Spiele, wo Reaktionsfähigkeit alles ist, stellt ihn diese Parameter in einem sehr guten Licht dar. Wir haben es also mit einem Gerät mit sehr enger Spezialisierung zu tun. Es ist kein universeller Fernseher für das Wohnzimmer – dafür fehlt es ihm an Stabilität und vor allem an jeglicher Korrektheit bei der Wiedergabe von Filmen. Es ist eher ein budgetfreundlicher, großformatiger Monitor für Gamer, der bereit ist, ihm alle Softwarefehler bewusst zu verzeihen, im Austausch für diese wenigen für Konsole/PC entscheidenden Attribute zu einem relativ erschwinglichen Preis.
Der Samsung R85H ist vor allem ein sehr vielseitiger Fernseher, der sich in praktisch jeder Anwendung gut schlägt. Man kann ihn im hellen Wohnzimmer aufstellen, eine Konsole anschließen, abends einen Film oder eine Serie ansehen und im Alltag gewöhnliches Fernsehen nutzen – und jedes Mal bekommt man eine gute Bildqualität. Vielleicht ist es nicht das Modell, das schon in den ersten Minuten einen so starken Eindruck macht wie Samsungs beste OLEDs, aber es ist schwer, eine Eigenschaft zu nennen, die seine Einsatzmöglichkeiten deutlich einschränken würde. Diese Vielseitigkeit ist wohl seine größte Stärke. Natürlich zieht beim R85H die neue Hintergrundbeleuchtung „Micro RGB“ die meiste Aufmerksamkeit auf sich. Nach unseren Tests würden wir sagen, dass sie dem klassischen Mini-LED tatsächlich einen gewissen Vorteil verschaffen kann, wenn auch nicht immer in den Bereichen, auf die der Hersteller am stärksten hinweist. In den Messdiagrammen sind die Möglichkeiten zur Farbwiedergabe beeindruckend, doch in realeren, komplexeren Szenen kann der Fernseher nicht immer das volle Potenzial der dreifarbigen Hintergrundbeleuchtung ausschöpfen. Am deutlichsten erkennt man den Vorteil in einfacheren Bildbereichen, wo kräftige Rottöne, Grüntöne oder Blautöne wirklich eindrucksvoll wirken können. Auch die Blickwinkelperformance ist etwas besser, da die Farben aus einem Winkel ihre Sättigung länger behalten als bei klassischen LCD-Fernsehern. Micro RGB löst jedoch nicht alle Einschränkungen der RGB-Technologie. Bei sehr gesättigten Elementen kann man manchmal ein leichtes Überlaufen der Farbe in angrenzende helle Bildbereiche beobachten, und die vergleichsweise geringe Anzahl an Zonen der lokalen Dimmung sorgt dafür, dass die Hintergrundbeleuchtung nicht immer so präzise arbeiten kann, wie es die Spezifikationen vermuten lassen. Der R85H zeigt also gut, dass RGB tatsächlich Potenzial hat und ein weiterer Schritt in der Entwicklung von LCD-Fernsehern sein kann, aber der bloße Einsatz farbiger LEDs bedeutet noch nicht automatisch einen gewaltigen Qualitätssprung bei der Bilddarstellung. Deshalb würden wir den R85H in erster Linie als etwas bessere und interessantere Alternative zum QN80H betrachten und nicht als einen Fernseher, den man unbedingt wegen des Schriftzugs „Micro RGB“ kaufen muss. Wenn der Preisunterschied zwischen diesen Modellen vernünftig ist, würden wir den R85H wählen. Für die neue Hintergrundbeleuchtung würden wir jedoch nicht viel extra bezahlen, denn ihr Vorteil im täglichen Seherlebnis ist nicht immer so groß, wie es die Marketingunterlagen suggerieren könnten. Unabhängig davon ist der R85H ein gelungener Allround-Fernseher, und vermutlich sollte man ihn genau so betrachten.