Der Haier Q80FUX Fernseher ist eines der schizophrensten Angebote, die seit langem in unserer Redaktion sind. Auf der einen Seite haben wir hier ein solides Stück Technik: ein VA-Panel, das tiefes Schwarz bietet, wie es für dieses Segment typisch ist, sowie einen QLED-Quantfilter, der tatsächlich in der Lage ist, saftige, auffällige Farben zu erzeugen. Das ist die Grundlage, auf der man einen wirklich wettbewerbsfähigen Empfänger der Mittelklasse aufbauen könnte. Leider wird das gesamte Potenzial des Panels systematisch durch die Software torpediert, die eine echte Belastung für dieses Modell darstellt. Die größte Achillesferse des Q80FUX ist seine totale Kapitulation im Umgang mit HDR10-Materialien. Die Elektronik scheint überhaupt nicht zu verstehen, wie das Signal interpretiert werden soll, was dazu führt, dass die hellsten Bildbereiche immer wieder überbelichtet werden und in einen flachen, milchigen Fleck verwandelt werden. Wenn wir das mit dem Google TV System kombinieren, das – obwohl funktional – instabil, fehlerhaft und voller nerviger Mängel ist, erhalten wir ein Bild eines rohwirkenden Produkts, das eindeutig das fehlende Erfahrung des Herstellers verrät. Und als wir bereits dabei waren, dieses Modell abzuschreiben, entdeckten wir seine überraschende Nische. Nach dem Anschluss an eine Konsole verwandelt sich der Q80FUX. Es stellt sich heraus, dass dieser Fernseher eine bemerkenswert niedrige Eingabeverzögerung bietet, vollständig VRR unterstützt und zudem in der Lage ist, ein 120Hz-Signal in Full HD-Auflösung zu verarbeiten. In der Welt der Spiele, wo Reaktionsfähigkeit alles ist, stellt ihn diese Parameter in einem sehr guten Licht dar. Wir haben es also mit einem Gerät mit sehr enger Spezialisierung zu tun. Es ist kein universeller Fernseher für das Wohnzimmer – dafür fehlt es ihm an Stabilität und vor allem an jeglicher Korrektheit bei der Wiedergabe von Filmen. Es ist eher ein budgetfreundlicher, großformatiger Monitor für Gamer, der bereit ist, ihm alle Softwarefehler bewusst zu verzeihen, im Austausch für diese wenigen für Konsole/PC entscheidenden Attribute zu einem relativ erschwinglichen Preis.
Der Philips OLED811 ist ein OLED-Fernseher der Mittelklasse für das Jahr 2026, der sich von seinen größten Konkurrenten vor allem durch eines abhebt: Ambilight. Das Licht, das sich dem Bild anpasst und auf die Wand hinter dem Fernseher abstrahlt, kann die Atmosphäre eines ganzen Filmabends verändern. Besonders am Abend scheint das Bild über die Grenzen des Bildschirms hinauszureichen, wodurch das Fernseherlebnis einen ganz besonderen Reiz erhält. Für manche ist Ambilight lediglich eine angenehme Ergänzung, für andere hingegen Grund genug, sich erneut für einen Fernseher von Philips zu entscheiden.
Die Bildqualität ist weitgehend mit der von Modellen wie dem LG C6 oder dem Samsung S90H vergleichbar – zumindest bei den Varianten, die denselben Paneltyp verwenden. Geboten wird also ein tiefes, perfektes Schwarz, vor dem helle Bildelemente besonders eindrucksvoll zur Geltung kommen. Der OLED811 kann eine kraftvolle HDR-Darstellung liefern und erreicht nach der Kalibrierung eine Bildqualität, die dem Referenzniveau sehr nahekommt. Einen großen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz gibt es zwar nicht, gleichzeitig entsteht aber auch nicht der Eindruck, dass man sich mit der Wahl eines Philips-Fernsehers zugunsten von Ambilight bei der Bildqualität einschränken müsste.
Auch für Gamer gibt es gegenüber dem Vorjahresmodell einige erfreuliche Verbesserungen. Dank des MediaTek-Pentonic-800-Chipsatzes stehen nun endlich vier HDMI-2.1-Anschlüsse zur Verfügung. Wer mehrere Geräte – beispielsweise Konsolen, einen PC und eine Soundbar – anschließen möchte, muss somit nicht mehr entscheiden, welches davon die volle Leistungsfähigkeit des Anschlusses nutzen darf. Auch das eigentliche Spielerlebnis überzeugt: Der Fernseher reagiert schnell, unterstützt variable Bildwiederholraten und ermöglicht am PC Spiele in 4K mit bis zu 165 Hz. Schade ist lediglich, dass die Möglichkeiten des neuen Prozessors bei der Aufbereitung von Bildmaterial mit geringerer Qualität nicht ebenso gut ausgeschöpft wurden.
Die größten Zweifel weckt jedoch das Betriebssystem. Titan OS hat das beliebte Google TV ersetzt. Obwohl sich die Plattform im vergangenen Jahr deutlich weiterentwickelt hat, fällt es nach wie vor schwer, diesen Wechsel als Verbesserung zu betrachten. Das System läuft inzwischen zwar flüssiger, bietet mehr nützliche Funktionen und umfasst in seiner Bibliothek mittlerweile die meisten bekannten Streamingdienste. Die Auswahl an Apps bleibt jedoch deutlich kleiner als bei Google TV und den Plattformen der Konkurrenz. Unserer Ansicht nach ist dies weiterhin die größte Schwäche des OLED811. Besonders Nutzer weniger verbreiteter Dienste dürften diesen Unterschied deutlich spüren.
Lohnt sich der Kauf? Ja – vorausgesetzt, Titan OS erfüllt die eigenen Anforderungen. In puncto Bildqualität und Gaming-Funktionen bietet der OLED811 ebenso viel wie seine Konkurrenten. Ambilight verleiht ihm jedoch etwas, das bei anderen Herstellern nicht zu finden ist. Philips gibt hier also mit der einen Hand und nimmt mit der anderen: Einerseits sorgt Ambilight für eine einzigartige Atmosphäre beim Fernsehen, andererseits schränkt Titan OS die freie Auswahl an Apps ein. Sind alle regelmäßig genutzten Dienste verfügbar, kann dieser Kompromiss durchaus akzeptabel sein.