Wir haben uns auch genau angesehen, wie Blaupunkt mit Farben im Filmmodus umgeht, und hier ist die Sache, kurz gesagt, zweigeteilt. Wir müssen erneut deutlich unterscheiden zwischen dem, was wir im standardmäßigen SDR-Format sehen, und dem, was passiert, wenn HDR eingeschaltet ist, denn das sind zwei völlig unterschiedliche Welten. Lassen Sie uns mit der besseren Seite der Medaille beginnen. Wenn Sie planen, auf diesem Fernseher klassisches Fernsehen, YouTube oder ältere Filme zu schauen, können Sie auf wirklich gut abgestimmte Farben zählen. In unserem Testgerät war der Weißabgleich im Filmmodus überaus korrekt, was uns ehrlich überrascht hat. Natürlich, um nicht zu optimistisch zu sein, haben wir einige Mängel festgestellt. Blickt man auf die Gamma-Diagramme, bemerkten wir, dass der Prozessor Probleme hat, das Bild in den hellsten Bereichen angemessen abzudunkeln. Hinzu kommt eine ziemlich starke, teilweise zu aggressive Sättigung von Rot, was zu sichtbaren Fehlern bei der Wiedergabe einiger Farbtöne geführt hat. Dennoch ist das Bild in SDR insgesamt einfach solide und lässt sich ohne Grimasse betrachten. Leider schwindet der Zauber, sobald wir erneut in die Welt von HDR eintauchen. Hier verhält sich Blaupunkt so, als hätten wir ihn plötzlich in den Geschäftmodus geschaltet, und das in seiner schlimmsten Ausführung. Der Überfluss an Blau im Weißabgleich ist so groß, dass es fast ins Auge sticht und jeglichen Realismus der Szene beeinträchtigt. Außerdem interpretiert der Fernseher die Helligkeit sehr frei, was bei der Analyse der EOTF-Kurve deutlich zeigt, dass die Farben die meiste Zeit einfach ausgewaschen und ohne Tiefe erscheinen. Dies zeigt sich auch perfekt in den Farbschattierungen, die in diesem Modus offensichtlich werden. Wieder kommen wir also zu derselben Schlussfolgerung: Blaupunkt sieht im SDR-Modus viel besser und natürlicher aus als im HDR, das wie gewaltsam hinzugefügt wirkt, ohne entsprechende Verfeinerung.
Für die Bewertung der werkseitigen Farben nutzten wir den Filmmaker-Modus, der eigentlich ein Bild möglichst nah an dem zeigen soll, wie das Material vorbereitet wurde. Betrachtet man allein den Weißabgleich, schneidet der UR8S ziemlich gut ab. Es gibt keinen starken Farbstich, der sofort ins Auge fällt, obwohl mit steigender Helligkeit etwas zu viel Blau und Rot auftaucht und gleichzeitig Grün zu knapp ausfällt. Dadurch werden Farbfehler in den Messungen sichtbar, das Bild an sich wirkt aber nicht schlecht.
Deutlich größere Vorbehalte haben wir gegenüber der Art, wie der UR8S die Bildhelligkeit steuert. Im SDR-Bereich liegt die Gammakurve über weite Strecken bei etwa 1,9–2,0 statt bei den angestrebten 2,4. In der Praxis bedeutet das einfach ein zu helles Bild, besonders in den mittleren Bereichen. Die Schatten werden zu stark angehoben, wodurch dem Bild etwas Tiefe verloren geht. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich auch bei HDR. Die EOTF-Kurve liegt über einen großen Bereich oberhalb des Referenzwerts, sodass der UR8S das Bild erneut stärker aufhellt, als er sollte. Das liegt nicht an fehlender Helligkeit des Fernsehers – davon hat er genug – sondern an der Art, wie diese gesteuert wird. Infolgedessen können HDR-Inhalte sehr eindrucksvoll wirken, aber nicht immer so genau, wie sie sollten.